Standortpolitik Ticona verlagert Produktion von Kelsterbach nach Höchst

Redakteur: Marion Wiesmann

Die Chemie wird dem Tourismus weichen, so zumindest im Rhein-Main-Gebiet bei Ticona und dem Flughafenbetreiber Fraport. Nach der Aushandlung der Modalitäten ist nun auch die Wahl des neuen Ticona-Standorts gefallen.

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Der Geschäftsführer Infraserv Höchst Dr. Roland Mohr zeigte auf der Pressekonferenz zur Ticona-Standortverlagerung die Lage eines neuen Logistik Centers.
Der Geschäftsführer Infraserv Höchst Dr. Roland Mohr zeigte auf der Pressekonferenz zur Ticona-Standortverlagerung die Lage eines neuen Logistik Centers.
( Archiv: Vogel Business Media )

Kronberg/Kelsterbach – Im November 2006 hatten sich Celanese, dessen Tochtergesellschaft Ticona und Fraport, der Betreiber des Frankfurter Flughafens, geeinigt, das in den sechziger Jahren gebaute Chemiewerk Ticona Kelsterbach bis Mitte 2011 zu verlagern. Es soll dem beantragten Flughafenausbau Platz zu machen. Fraport zahlt hierfür eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 670 Millionen Euro.

Aus mehr als 50 Bewerbern wurden als mögliche Standorte wurden in einer umfangreichen Untersuchung die innerhalb Deutschlands der Industriepark Höchst und das Kalle-Albert-Gelände in Wiesbaden identifiziert und in den vergangenen Monaten geprüft. Im Industriepark Frankfurt-Höchst, der aus dem ehemaligen Hoechst-Stammwerk hervorgegangen ist, haben sich derzeit mehr als 90 Unternehmen niedergelassen. Der Celanese-Vorstand hat nun entschieden, dass er der neue Standort für die Kelsterbacher Produktionsbetriebe wird. Auch die Verwaltung der Ticona wird im Rhein-Main-Gebiet verbleiben. Ob diese allerdings mit in den Industriepark Höchst, oder in die Umgebung umziehen wird, ist noch offen.

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Bis 2011 soll die Verlagerung abgeschlossen sein

„Alle für uns wesentlichen Kriterien, wie Sicherheit, Mitarbeiter, Verlagerungsrisiko, Rohstoff- und Energieversorgung, Kosten, Infrastruktur und ungestörte Lieferfähigkeit sind voll und ganz erfüllt und lassen für eine unternehmerisch motivierte Entscheidung keine Frage offen“, begründet Dr. Joachim Gersdorf, Geschäftsführer bei Ticona die Wahl. Sandra Beach Lin, die neue Ticona-Präsidentin, berichtet von ehrgeizigen Zielen für den neuen Standort: „In den nächsten vier Jahren wird in Höchst das größte und modernste Werk zur Herstellung von Polyacetal weltweit entstehen!“ Ab Mitte 2011 soll dann das neue Werk die Produktionskapazität der Kelsterbacher Anlagen und die Belieferung der Kunden vollständig übernehmen.

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