Wasseraufbereitung Technologien zur Wasseraufbereitung aus einer Hand

Redakteur: Marion Henig

Als Siemens 2004 mit US-Filters einen der großen amerikanischen Anbieter für Wassertechnologie übernahm, ist der Technologiekonzern verstärkt in die Thematik Wasseraufbereitung eingestiegen und bietet seither von der Umkehrosmoseanlage bis hin zum Membranbioreaktor eine breite Produkt- und Servicepalette an. In Europa soll dieses Geschäft nun stärker ausgebaut werden, wie Jens Wegmann, CEO Industry Solutions Division im Gespräch mit PROCESS betont.

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Siemens Water Technologies hat von der PetroChina Company Limited in Daqing, Provinz Heilongjiang, China, den Auftrag erhalten, ein Zimpro-Nassluftoxidationssystem (im Bild) für die Abwasseraufbereitung in einer Ethylenanlage zu liefern. Damit sollen sulfidische Ablaugen behandelt werden, die bei der Herstellung von Ethylen entstehen. Das energieeffiziente Nassluftoxidationssystem zersetzt geruchsintensive Sulfide und erzeugt biologisch abbaubares Abwasser, das an konventionelle Aufbereitungsanlagen übergeben werden kann. Mit der Installation in Daqing können stündlich 22,7 Kubikmeter Abwasser behandelt werden. (Bild: Siemens)
Siemens Water Technologies hat von der PetroChina Company Limited in Daqing, Provinz Heilongjiang, China, den Auftrag erhalten, ein Zimpro-Nassluftoxidationssystem (im Bild) für die Abwasseraufbereitung in einer Ethylenanlage zu liefern. Damit sollen sulfidische Ablaugen behandelt werden, die bei der Herstellung von Ethylen entstehen. Das energieeffiziente Nassluftoxidationssystem zersetzt geruchsintensive Sulfide und erzeugt biologisch abbaubares Abwasser, das an konventionelle Aufbereitungsanlagen übergeben werden kann. Mit der Installation in Daqing können stündlich 22,7 Kubikmeter Abwasser behandelt werden. (Bild: Siemens)

In Europa denken viele in Zusammenhang mit Siemens zunächst an die Automatisierung von Wasseraufbereitungsanlagen. Doch mit zahlreichen Zukäufen kleinerer und großer Anbieter in den vergangen Jahren wurde darüber hinaus ein breites Portfolio aufgebaut: von Studien zur Wasserbehandlung und Systemdesign bis hin zur Lieferung von Ausrüstung, Installation, Inbetriebnahme und Service.

„Weltweit sehen wir uns schon heute als Nummer eins im Markt positioniert“, betont Jens Wegmann, CEO Industry Solutions Division, in welcher der Geschäftsbereich Siemens Water Technologies angesiedelt ist. So erreicht das Unternehmen im globalen Wassermarkt einen Marktanteil von etwa 3,5 Prozent. Das klingt zunächst nicht nach der Größenordnung eines führenden Anbieters, doch der weltweite Markt ist hoch fragmentiert: Die fünf größten Anbieter teilen sich einen Marktanteil von knapp zwölf Prozent.

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Europäischer Markt im Fokus

Mit einem neu im Amt eingeführten Europachef, Olaf Jansen, und einem European Water Hub, das der Konzern Mitte des Jahres in Erlangen eingerichtet hat, will Siemens sich nun stärker im europäischen Markt etablieren und hat die Branchen Biopharmazie, Chemie und Petrochemie sowie die Lebensmittelbranche im Blick. Ergänzt wird die neue Einrichtung in Erlangen durch bestehende Kompetenzzentren in Österreich und Belgien sowie durch das europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie Kompetenzzentrum für Desinfektionsprodukte und Prozesslösungen in Günzburg. Insgesamt sind etwa 600 Mitarbeiter für Siemens Water Technologies an 25 Niederlassungen und Servicestandorten im Einsatz.

„Wir reden immer viel über Emerging Markets und deren hohes prozentuales Wachstum. Natürlich sind diese Märkte auch für uns sehr wichtig, doch die großen Marktvolumen sind nach wie vor in Europa und den USA zu finden“, so Wegmann, der sich gute Chancen für den europäischen Markt ausrechnet. Und so hat Siemens sein Portfolio auch auf die hochentwickelten Wassermärkte dieser Regionen angepasst. Der Wasser- und Abwasseranlagenbedarf im Osten Mitteleuropas sowie in Südosteuropa hat sich aufgrund des Bevölkerungswachstums und strengerer Umweltvorschriften erhöht. In Osteuropa ist der Wassermarkt bestimmt von der zunehmenden Industrialisierung und den damit zusammenhängenden Anforderungen an die Wasseraufbereitung. Auf den reifen westeuropäischen Märkten stehen hingegen Aufrüstung, Nachrüstung und Sanierung im Mittelpunkt. So hat Siemens zur IFAT angekündigt, europaweit ein Membranreinigungsprogramm einführen.

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