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Aussichtsreiche Strategien
Außer dem reduzierten Marktvolumen steht der deutsche Maschinen- und Anlagenbau in den nächsten Jahren zahlreichen weiteren Herausforderungen gegenüber: Der Margendruck wächst, weil die geringe Produktionsauslastung starke Preisnachlässe nach sich zieht und auch Kunden den Preisdruck erhöhen. Darüber hinaus wird die Finanzierung deutlich schwieriger werden. Jäde erläutert, warum: „Angesichts schlechterer Jahresabschlüsse und geringerer Bonität werden Banken zunehmend Kreditlinien kürzen oder bei der Kreditvergabe zögern.“ Liquiditätsengpässe werden die Folge sein, sodass auch das Insolvenzrisiko steigt. Doch der Markt wird in den nächsten Jahren auch Chancen bieten, z.B. Wachstum in den BRIC-Staaten oder in neuen Abnehmerbranchen sowie das Angebot von innovativen Produkten. Finanzstarke Unternehmen, die in diesen Segmenten investieren können, haben gute Möglichkeiten, als Gewinner aus der Krise hervorzugehen.
Unternehmen, deren Kostenstruktur noch nicht an das mittelfristige Marktniveau angepasst und deren Wachstumspotenzial ausgeschöpft ist, müssen die Ertragskraft strukturell verbessern, z.B. indem das Produktportfolio und die eigene Wertschöpfungstiefe geprüft werden, die Produktionsstruktur optimiert wird sowie Fixkosten gesenkt und die Produktkosten reduziert werden. Hier besetht für viele Maschinen- und Anlagenbauer noch Handlungsbedarf. Unternehmen, deren Profitabilität auch bei reduziertem Umsatz gesichert ist und die die notwendigen Mittel für Investitionen in neues Wachstum haben, können laut Studie durch eine Vorwärtsstrategie Marktanteile gewinnen. Hierzu gehören die Optimierung des Vertriebs, Innovationen und die Neuausrichtung des Produktportfolios sowie Mergers & Acquisitions.
Die Finanzierung muss gesichert sein
Aktives Krisenmanagements setzt vor allem die Sicherung der Finanzierung voraus. Durch den starken Umsatzrückgang haben viele Unternehmen trotz einer guten Liquiditätsposition die Kreditvereinbarungen, sodass einige Banken Kredite außerordentlich kündigen können. In vielen Fällen basiert die Finanzierung aus bilateralen und kurzfristigen Kreditzusagen, womit die Situation sehr labil ist und im schlimmsten Fall sogar existenzbedrohend wird. „Wer glaubhaft, strukturiert und professionell aufzeigt, wie sich die Krise überwinden lässt, schafft Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens“, betont Jäde. Daher müssen Unternehmen nun mit Banken und anderen Kapitalgebern aktiv und kontinuierlich kommunizieren. Die Voraussetzung dafür ist ein schlüssiges Restrukturierungskonzept, das bereits vollzogene wie geplante operative und strategische Maßnahmen darlegt, Wachstumsstrategien dokumentiert, aber auch Marktumfeld und Segmentspezifika erklärt. Wichtig sind zudem Best- und Worst-Case-Szenarien für die Ergebnisentwicklung.
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