Nachhaltige Abwasserbehandlung Strenge Auflagen erfüllt: DAS errichtet Abwasserreinigungsanlage für DSM

Redakteur: Alexander Stark

Das Umwelttechnologie-Unternehmen DAS Environmental Expert hat die Kapazitäten für die Abwasserbehandlung des Chemiekonzerns DSM Nutritional Products in seiner Schweizer Zweigniederlassung in Sisseln ausgebaut. Die Herausforderung: Strenge Anforderungen und spezielle Abwassereigenschaften.

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DSM in Sisseln vertraut bei der Abwasserbehandlung auf die die zweistufige MBBR-Anlage der DAS EE.
DSM in Sisseln vertraut bei der Abwasserbehandlung auf die die zweistufige MBBR-Anlage der DAS EE.
(Bild: DAS Environmental Expert)

Dresden – Im Werk Sisseln im schweizerischen Kanton Aargau betreibt DSM die weltweit größte Produktionsstätte für Vitamin E. Dort werden zudem auch Pharmazeutika, Stoffe für die kosmetische Industrie, Nahrungsergänzungsmittel und Zusatzstoffe wie Vitamine, Carotinoide und Folsäure hergestellt.

Steigende Produktionskapazitäten hatten die bestehende Abwasserreinigungsanlage an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Der Konzern musste entsprechend erweitern. Partner dafür war DAS Environmental Expert aus Dresden. Das Umwelttechnologie-Unternehmen wurde mit der Analyse, Planung, Herstellung, Lieferung, Errichtung, Montage und Inbetriebnahme der zusätzlichen Abwasserreinigungsanlage beauftragt. Vorgesehen war zunächst eine temporäre Ergänzung der bestehenden Kläranlage. Denn: Die Produktionserweiterung am Standort Sisseln ging mit einer Erhöhung der hydraulischen Last einher. Erwartet wurde ein Abwasservolumen von 2250 m3 pro Tag, verbunden mit 2800 kg TOC (Total Organic Carbon – gesamter organisch gebundener Kohlenstoff) pro Tag sowie einer Salzkonzentration von 10 g/l. Bekannt war zudem, dass die Abwässer Lösemittel enthalten können. Ziel war es, die Belastung durch geeignete Maßnahmen auf ca. 1000 kg TOC pro Tag zu verringern.

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Die Entscheidung fiel auf eine zweistufige MBBR-Anlage (Moving Bed Biofilm Reactor – Schwebebett-Reaktor), um die Abwasseraufbereitung rasch an die geplante Produktionssteigerung anzupassen. In dieser Anlage zur biologischen Abwassereinigung wird in den zwei in Reihe geschalteten Schwebebettreaktoren der TOC mit Hilfe von Mikroorganismen abgebaut, die auf einem speziellen Trägermaterial im Reaktor wachsen. Da es sich um einen aeroben Prozess handelt, ist dazu Sauerstoff erforderlich, der von unten eingeblasen wird. Die Treibstrahldüsen halten außerdem das Wasser im Reaktor in Bewegung und sorgen so für den stetigen Kontakt der belasteten Flüssigkeit mit der Biomasse. Überschüssiger Schlamm wird mit dem gereinigten Wasser aus dem Reaktor abgezogen und anschließend in einer Flotation abgetrennt.

Diese Lösung zur Abwasserreinigung kann aufgrund der hohen Pufferkapazität der Behälter flexibel auf stark schwankende Abwassermengen und -belastungen reagieren. Wie vom Kunden gewünscht, erfolgte die Ausführung als temporäre Anlage, die im Anschluss nach der Benutzung wieder zurückgebaut werden kann. Dazu wurden die MBBR-Behälter mit geschraubten und gedichteten Platten realisiert. Die erforderlichen Gebläse sowie Dosiertechnik und Schaltanlage wurden in Containern montiert und aufgestellt.

Komplettiert wurde die biologische Abwasserreinigung auf kundenspezifischen Wunsch schließlich durch Anlagen zur Entwässerung und Abfüllung des Schlammes, eine Anlage zur Abluftreinigung und einen großen Treppenturm.

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