Infraserv Höchst Stabwechsel in der Geschäftsführung der Infraserv Höchst

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die Geschäfte liefen gut für Infraserv Höchst in diesem Jahr. Mit einem Wachstum von zehn Prozent im Kerngeschäft steht die Betreibergesellschaft besser da als der Branchendurchschnitt. Das war allgemein erwartet worden. Überraschend kam jedoch die Ankündigung, dass Dr. Roland Mohr die Betreibergesellschaft mit unbekanntem Ziel verlässt.

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Jürgen Vormann und Dr. Roland Mohr (links), der scheidende Geschäftsführervon Infraserv Höchst, informierten über aktuelle Projekte im Industriepark Höchst und die Geschäftsentwicklung der Standortbetreibergesellschaft.
Jürgen Vormann und Dr. Roland Mohr (links), der scheidende Geschäftsführervon Infraserv Höchst, informierten über aktuelle Projekte im Industriepark Höchst und die Geschäftsentwicklung der Standortbetreibergesellschaft.
(Maik Reuß)

In gewohnter Zweisamkeit traten die beiden Infraserv Höchst GeschäftsführerJürgen Vormann und Dr. Roland Mohr vor das Publikum und berichteten über das Geschäftsftsjahr 2014. Die Überraschung des Abends allerdings, hatten sich die beiden bis zum Schluss aufgehoben. Dr. Roland Mohr selbst ließ die Bombe platzen und teilte mit, dass er zum 1. Januar 2015 die Betreibergesellschaft verlässt.

Er blicke auf intensive zehn Jahre mit Höhen und Tiefen zurück, sagt er. Aber jetzt sei die Zeit gekommen, etwas Neues zu starten, ließ aber offen, wo er sich beruflich hin verändert. Sein Nachfolger steht auch schon fest: Joachim Kreysing zuletzt als Geschäftsführer (COO) des Teilkonzerns Bilfinger Industrial Technologies tätig, übernimmt die Position des Infraserv-Geschäftsführers.

Neue Projekte am Start

Doch abgesehen von dieser überraschenden Ankündigung, die Jürgen Vormann schon am Anfang des Jahres erreicht hatte, wusste der Vorsitzender der Geschäftsführung, viel Positives zu berichten. „Die Chemiebranche ist in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben, das gilt nicht für Infraserv Höchst“, sagte er. Im Vergleich zum Vorjahr war eine Steigerung drin. Die Umsätze stiegen von 924 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden, was einer Steigerung von zehn Prozent entspricht.

Insgesamt investierten die Standortgesellschaften 370 Millionen Euro in diesem Jahr: Höhepunkte des Jahres seien die Einweihung der Chlor-Alkali-Elektrolyse von Akzo Nobel und die der CO2-Anlage von Westfalen Gas gewesen, sagte Vormann. Und schon im letzte Jahr kündigte Bayer Crop Science an, die Produktionskapazität des Totalherbizid Basta verdoppeln zu wollen.

Die Standortgesellschaft selbst nimmt 8,5 Mio. Euro in die Hand, um die Kläranlage auszubauen. Geplant ist die Optimierung des Stickstoffabbaus im Abwasserstrom.

Glücklich endet nun auch die Inbetriebnahme eines der größten Energieprojekte des Chemieparks. Nach langem Mühen habe man nun die technischen Probleme der Ersatzbrennstoffanlage im Griff, teilte Dr. Roland Mohr mit. Ab 2015 soll die Anlage im Regelbetrieb laufen mehrere 100 000 Tonnen Müll verbrennen und dadurch Strom und Dampf produzieren.

Gleichwohl gab es auch Minuspunkte in der Bilanz. Technikumsdienstleister Technion stellt zum Jahresende sein Geschäft ein, die etwas mehr als 100 Mitarbeiter seien bereits anderweitig vermittelt, betonte Vormann. Das Ende von Technion sei nicht unerwartet gekommen, da der größte Kunde seine Entwicklungsarbeiten an einen anderen Standort verlagert hat.

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