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Kreiselpumpen

Spezialkreiselpumpen sparen in der Braunkohleveredelung Energie und Ärger

| Autor / Redakteur: Annette van Dorp / Dr. Jörg Kempf

Wenn höchste Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit gestellt werden und schwierige Flüssigkeiten in allen Atex-Klassen zu fördern sind, ist die MPCH Dry Run die richtige Wahl. Weitere typische Beispiele sind neben Montanwachs Salzschmelzen, chemische Abwässer, Thermalöl mit Koks, Butadien, Acrylsäure, Toluol sowie TDI (Toluoldiisocyanat).
Wenn höchste Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit gestellt werden und schwierige Flüssigkeiten in allen Atex-Klassen zu fördern sind, ist die MPCH Dry Run die richtige Wahl. Weitere typische Beispiele sind neben Montanwachs Salzschmelzen, chemische Abwässer, Thermalöl mit Koks, Butadien, Acrylsäure, Toluol sowie TDI (Toluoldiisocyanat). (Bild: Bungartz)

Man hört sie kaum. Man sieht es ihr nicht an. Beinahe lautlos verrichtet die horizontale Kreiselpumpe MPCH Dry Run bei einem Montanwachshersteller Schwerstarbeit. Doch schwierige Bedingungen sind das Metier dieser Spezialkreiselpumpe aus dem Hause Bungartz.

Mit einer nahezu 100-jährigen Tradition in der Braunkohleveredlung gewinnt das Unternehmen Romonta in der Region Mansfeld-Südharz fossiles Wachs aus Braunkohle des eigenen Tagebaus. Neben traditionellen Einsatzgebieten des dunklen Wachses hat sich Montanwachs durch Veredlung zu hellen bis weißen Hartwachsen als wichtiger Grundstoff für viele Industriezweige entwickelt. Es ist heute in Kosmetika, Farben, in der Kunststoffproduktion oder als Mittel im Keramik- und Metalldruckguss sowie im Bauwesen zu finden.

In einem mehrstufigen Gewinnungsprozess werden der Rohkohle in einem Trocknungsprozess etwa 50 Prozent des Wasseranteils entzogen, bevor sie gesiebt und zerkleinert wird. Beim Extraktionsprozess durchströmt heißes Lösungsmittel das Kohlebett und löst das Wachs heraus. Das in der Lösung enthaltene Rohmontanwachs wird in Verdampferkolonnen von Lösungsmitteln befreit.

„Feinste Kohlepartikel – oft im Mikrometerbereich – können im Fördermedium enthalten sein, dabei hat die Pumpe ordentlich etwas zu leisten“, so die zuständige Fachingenieurin Kerstin John. Außerdem kann es je nach Temperatur in der Anlage bei der Wachsmasse zu Kristallisationsprozessen kommen, die den Einsatz einer Kreiselpumpe mit doppelter Gleitringdichtung zu einem Vabanquespiel machte. Deshalb musste hierfür eine neue Lösung gefunden werden. „Generell war die Prozesssicherheit nicht gegeben. Man war immer in Sorge, ob die Gleitringdichtung nicht wieder versagt. Oft musste die Anlage ungeplant runtergefahren werden, weil die Pumpe ausfiel“, beschreibt Kerstin John die vorherige Situation.

Problemlösung mit hohem Einsparpotenzial

Ein Besuch der Standortmesse Leuna Dialog war für die Romonta-Mitarbeiter der Anlass, auf Bungartz als Hersteller von Spezialkreiselpumpen zuzugehen. Die konkrete Beschäftigung mit dem Pumpentausch ergab sich dann durch das dort gezeigte Pumpen-Funktionsmodell. Den weiteren Kontakt übernahmen die Vertriebsingenieure von Bungartz. Durch eine genaue Analyse der Gegebenheiten erarbeiteten sie mit den Ingenieuren im Hause eine kostensparende und energieeffiziente Lösung.

Der Einsatz der Dry Run ermöglichte es, eine Pumpe für zwei Prozesse einzusetzen. „Die MPCH Dry Run leistet eigentlich die Arbeit von zwei Pumpen! Vorher hatte man in der zweiten Stufe des Prozesses noch eine weitere Pumpe. Jetzt ist die Dry Run auch mit den Verdampferkolonnen verbunden und bedient beide Prozesse“, erklärt Kerstin John. Für das Fördermedium Wachslösung ist sie mit einer maximalen Betriebstemperatur von 130 °C ausgelegt. Weitere Betriebsbedingungen sind eine Fördermenge von 15 m3/h, eine Förderhöhe von 38 m, eine Leistung von 3,7 kW sowie eine Drehzahl von 2900 1/min.

Die Umrüstung und der Pumpen­einsatz verliefen bzw. laufen seither wie folgt: Die Spezialkreiselpumpe ist seit Februar 2016 mit ca. 7200 Betriebsstunden im Jahr im Einsatz. Die Umrüstung klappte reibungslos und ohne größere Umbaumaßnahmen. „Da schon im Vorfeld alles so gut gelaufen war und sowohl Herr Meusel als auch Herr Poppe (begleitende Fachingenieure Außendienst, Anm. d. Red.) jederzeit für die Beantwortung für Fragen zur Verfügung standen, konnte die Dry Run reibungslos in Betrieb genommen werden.“

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Beim ersten Anfahren war noch ein zu großer Sperrgasfluss gewählt worden, deshalb musste ein kurzer Einstellungswechsel vorgenommen werden. „Dann lief alles bestens“, so schildert Kerstin John die unkomplizierte Inbetriebnahme.

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