4 Schritte des Teambuildings So machen Sie aus Mitarbeitern eine erfolgreiche Mannschaft

Autor: Sebastian Hofmann

Kennen Sie das? Ein neues Projekt landet auf Ihrem Schreibtisch. Das Lastenheft ist dick und der Zeitrahmen eng. Unter Hochdruck müssen Sie jetzt ein Projektteam formen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das schaffen und wie Sie das Beste aus Ihrem Team herausholen!

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Wie meistert man den Teambuilding-Prozess? In vier Schritten führten wir Sie durch den Prozess.
Wie meistert man den Teambuilding-Prozess? In vier Schritten führten wir Sie durch den Prozess.
(Bild: ©contrastwerkstatt - stock.adobe.com)

Stellen Sie sich vor, es ist ein gewöhnlicher Arbeitstag. Plötzlich klingelt Ihr Diensthandy. Aufgeregt feuert Ihr Chef drauf los: Eine neue Richtlinie tritt in Kraft. Diese muss nun so schnell wie möglich umgesetzt werden. Doch keiner weiß wie. Wir brauchen die erfahrensten Mitarbeiter des Hauses. Sie bittet er: Schmieden Sie ein erfolgreiches Projektteam!

Keine Frage, ein solcher Arbeitsauftrag wäre für Führungskräfte eine großartige Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. Doch wie ein Teambuilding-Prozess abläuft und wie sie ihn unterstützen, das wissen viele nicht. Wir zeigen es Ihnen und geben Tipps, wie Sie das Beste aus Ihren Kollegen herausholen!

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Diesem Beitrag liegt das Phasenmodell des US-amerikanischen Organisationsforschers Bruce Tuckman zugrunde. Die Wissenschaft zieht es heran, um die Funktion und die Entwicklung von Arbeitsgruppen zu beschreiben.

Phase 1: Das Kennenlernen

Was passiert: Wenn Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen zusammenarbeiten, dann bringt jeder eine eigene Perspektive mit, spricht seine eigene Sprache. Dieses neue Arbeitsumfeld ist für die meisten unbekanntes Terrain. Die Stimmung in der Gruppe ist deshalb prüfend und abwartend – jeder will zuerst einmal die Atmosphäre ausloten.

Wie Sie Ihr Team unterstützen: In dieser Phase ist jeder in der Gruppe etwas unsicherer als sonst und Ihre Angestellten orientieren sich stark an Ihnen als Führungskraft. Schaffen Sie deshalb einen Rahmen für Ihre Arbeit – und damit eine Identität für Ihre Gruppe. Am besten nutzen Sie dazu bereits den Kick-off-Termin zum Projektstart. Sie müssen Folgendes klären:

  • Das Projektziel. Zwar kennen das die meisten schon, trotzdem sollten Sie die Gruppe noch einmal abholen: Warum war es nötig, dieses Team zu bilden? Wann gilt das Projekt als erfolgreich abgeschlossen, wann nicht? Und: Inwiefern trägt Ihre Arbeit zum Erfolg des gesamten Unternehmens bei?
  • Die Rollenverteilung. Wer kann welche Expertisen einbringen? Wer übernimmt welche Aufgaben? Jedem Einzelnen muss klar sein, warum er für das Projekt ausgewählt wurde und welcher Beitrag von ihm erwartet wird.
  • Mögliche Stolpersteine. Lassen Sie die Erfahrung aus vergangenen Projekten einfließen. Fragen Sie Ihre Kollegen: Wenn das Team am Ende scheitert, woran könnte es gelegen haben? Was Ihre Mitarbeiter jetzt sagen, sollten Sie unbedingt als etwaige Hürden im Auge behalten!
  • Klare Kommunikationsregeln. In welchem Turnus treffen Sie sich? Wie sorgen Sie dafür, dass vertrauliche Information nicht nach außen dringt? Wie sollen die Projektmitglieder Probleme klären? Besprechen Sie diese Punkte gemeinsam, verschriftlichen Sie sie und lassen Sie alle unterschreiben. Damit schaffen Sie Akzeptanz und Verbindlichkeit – es wird Ihnen in der nächsten Phase weiterhelfen.

Phase 2: Der Kampf

Was passiert: Sobald die Mitglieder vertrauter miteinander werden, treten unterschiedliche Auffassungen zu Tage. Erste Konflikte unter den Kollegen oder zwischen den Kollegen und Ihnen entstehen.

Wie Sie Ihr Team unterstützen: Keine Panik verbreiten! Dass eine anfängliche Phase der Euphorie zum Erliegen kommt, ist ganz normal. Die aufkommenden Diskussionen können für Ihre weitere Zusammenarbeit sogar sehr fruchtbar sein und Antworten auf diese Fragen liefern:

  • Existieren Unstimmigkeiten in der Definition des Projektziels?
  • Ist die Rollenverteilung nicht klar oder nicht sinnvoll?
  • Identifizieren sich die Mitglieder überhaupt mit Ihrem Team?

Schaffen Sie Raum für konstruktiven und offenen Austausch. Orientieren Sie sich an den Regeln, die Ihr Team am Anfang gemeinsam festgelegt hat. Sollte sich ein Konflikt zuspitzen, intervenieren Sie als Schlichter.

Wenn zwei sich streiten...

Bemerken Sie Spannungen zwischen Projektmitgliedern, sprechen Sie sie so früh wie möglich darauf an – meist reicht dieser Impuls schon aus, dass Sie nicht weiter aktiv werden müssen. Kommunizieren Sie nach der WWW-Regel:

  • Wahrnehmung: „Mir ist aufgefallen, zwischen Euch gibt es ein Problem auf persönlicher Ebene.“
  • Wirkung: „Leider hat Euer Konflikt negative Folgen für die Leistung der Gruppe.“
  • Wunsch: „Bitte versucht, das lösungsorientiert zu klären. Wenn nötig fungiere ich als Mediator.“

Phase 3: Das erneute Zusammenkommen

Was passiert: Nach einem anfänglichen Gewitter rauft sich das Team wieder zusammen, die wichtigsten Konflikte sind gelöst. Gemeinsam feiern Sie erste Erfolge, auch weil Ihre Kollegen immer eigenständiger arbeiten können.

Wie Sie Ihr Team unterstützen: Erstens: Ziehen Sie Lehren aus der vorangegangenen Phase und aktualisieren Sie Ihre Kommunikations- und Verhaltensregeln ebenso wie Ihre Workflows – natürlich wieder gemeinsam, im Team.

Zweitens: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen. Benennen Sie zum Beispiel Verantwortliche für Teilprojekte oder wichtige Meilensteine. Kommunizieren und meinen(!) Sie das als Wertschätzung der Kollegen, die sich bislang durch besondere Leistung hervorgehoben haben.

Drittens: Verpassen Sie keine Chance, positive Entwicklungen bei Ihrem Team anzuerkennen. Lob lockt Leistung!

Phase 4: Das Performen

Was passiert: Inzwischen hat sich die Gruppe so gut eingespielt, dass Ihr Organisationsaufwand stark abgenommen hat. Ihre Angestellten können nun weitgehend eigenständig arbeiten.

Wie Sie Ihr Team unterstützen: Ihre Aufgabe beschränkt sich nun vor allem darauf, den Projektfortschritt zu überwachen – und Impulse zu setzen, wenn das Team das Ziel aus den Augen verliert. Nutzen Sie dafür Jour fixes oder Teamtage. Aber Achtung: Verlieren Sie sich nicht im Mikromanagement und machen Sie nicht die Arbeit für Ihre Kollegen! Sonst entsteht auf beiden Seiten schnell Frust.

Nutzen Sie Ihre frei gewordenen Ressourcen lieber dazu, Ihren Projektfortschritt im Haus zu kommunizieren. Halten Sie fest, welche Lehren Sie aus der Zusammenarbeit ziehen und inwiefern andere davon profitieren können. Damit schaffen Sie maximalen Nutzwert für Ihr Unternehmen und stärken die Zusammengehörigkeit Ihres Teams. Und wenn die Gruppe wider Erwarten in eine der vorherigen Phasen rutschen sollte: Arbeiten Sie die oben genannten Tipps noch einmal gründlich ab!

(ID:47016041)

Über den Autor

 Sebastian Hofmann

Sebastian Hofmann

Journalist, Vogel Communications Group