NIR-Online-Spektrometer

So kontrollieren Industriespektrometer die Produktion in einer Ölmühle

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Denn je feuchter der Saatkuchen nach dem Pressen sei, desto schwieriger stelle es sich dar, daraus möglichst viel Rohöl zu extrahieren, folgert Bauer. Einen direkten Aufschluss über die endgültige Ölausbeute geben die Messwerte, die das zweite NIR-Online-Gerät am Ende des Extrakteurs über die Zusammensetzung des Rapsschrotes generiert.

Ein weiterer Vorteil der Industriespektrometer: Bunge kann die Messgeräte in der explosionsfähigen Gasatmosphäre einsetzen, die beim Extraktionsprozess durch Verwendung des Lösungsmittels Hexan entsteht. „Andere vergleichbare Analysegeräte sind nicht an sich erschütterungsfrei und haben keine Atex-Gas-Ex-Zulassung. Sie sind lediglich in eine explosionsgeschützte Umhausung eingebaut und müssen daher über einen Lichtwellenleiter mit dem eigentlichen Messort verbunden werden“, sagt Klaus Klawun, Laborleiter bei Bunge Deutschland.

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„Das ist sehr aufwändig und liefert weitaus schwächere Messimpulse und Messergebnisse als ein NIR-Online-Gerät.“ Überdies, so Klawun, zeichnet sich die integrierte Software durch eine besondere Nutzerfreundlichkeit aus, von der gerade das Laborteam des Unternehmens profitiert: Denn hier werden die Industriespektrometer zur laufenden Generierung der Referenzwerte für die Rapssaatverarbeitung eingesetzt.

Gewissheit nach zwei Stunden

Die neue Analysemethode bietet die Möglichkeit, den gesamten Produktionsprozess in der Ölmühle zu steuern – vom Pressen der Rapssaat bis zur Extraktion. Da dieser Prozess rund zwei Stunden dauert, wissen die Mitarbeiter spätestens dann, ob ein Prozess optimal verläuft und die maximale Ölmenge aus dem Presskuchen gefördert wird. Ist dies nicht der Fall, können mögliche Fehlentwicklungen in der Schaltwarte im Keim erstickt werden. „Da die herkömmliche Laboranalytik erst nach rund einem Tag Ergebnisse liefert, konnten wir in der Vergangenheit nicht sagen, ob es sich bei unserer Stichprobe nur um einen Ausreißer handelte oder der gesamte Prozess fehlerhaft war“, so Lücke. „Wir sind während dieser ganzen Zeit quasi ohne zeitnahe Kenntnis der genauen Produktparameter gefahren.“

Um die Vorteile einer zeitnahen Prozesskontrolle auch für die Raffinerie zu erschließen, planen die Verantwortlichen der Ölmühle noch in diesem Jahr, weitere NIR-Online-Industriespektrometer für die Produktionsprozesse einzuführen. So sollen die Geräte bei der Entschleimung und Neutralisation des Pressöls eingesetzt werden, um den Gehalt an Phosphor und freien Fettsäuren zu messen. Die Möglichkeiten, auch diese Arbeitsschritte durch lückenlose Online-Kontrollen zu verbessern, sind enorm: Tag für Tag produziert Bunge 1500 t Rohöl, die zu 70 % in die Biodiesel-Produktion bei einer Fremdfirma und zu 30 % in die Herstellung von Speiseöl auf dem eigenen Werksgelände in Mannheim eingehen.

* Die Autorin arbeitet als freie Journalistin in Heidelberg. Kontakt: Tel. +49-6221-7963108

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