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Forschung zu Altreifen-Verwertung

So gelingt umweltschonendes Reifen-Recycling

| Redakteur: Tobias Hüser

Forscher der TU Chemnitz versuchen Altreifen sinnvoll wiederzuverwerten.
Forscher der TU Chemnitz versuchen Altreifen sinnvoll wiederzuverwerten. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Insgesamt 2,9 Millionen Tonnen alte Reifen sind im Jahr 2013 in der EU, Norwegen, der Türkei und der Schweiz entstanden. Sie können entweder verbrannt oder zu neuen Wertstoffen verwertet werden. Doch die chemische Zusammensetzung der Reifenfüllstoffe wird zum Problem beim Recycling. Ingenieure der TU Chemnitz entwickeln besonders schonende und energiesparende Techniken, um Altreifen sinnvoll und nach EU-Norm in hochwertige sekundäre Wertstoffe weiterzuverarbeiten.

Chemnitz – Seit dem Jahr 2006 ist es in der EU verboten, alte Autoreifen zu deponieren. Altreifen werden daher verbrannt oder zu feinem Mehl gemahlen und zu neuen Werkstoffen aufgearbeitet. Doch nicht alle der etwa 900 verschiedenen Substanzen, die ein Reifen enthält, dürfen problemlos weiterverarbeitet werden. Weichmacheröle sowie Füll- und Verstärkungsstoffe enthalten umweltschädliche und giftige polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Zwar gelten in der Reifenindustrie seit 2010 PAK-Grenzwerte, genaue Angaben zum PAK-Gehalt in Altreifen sind jedoch kaum verfügbar. Wissenschaftler der TU Chemnitz führen daher in den kommenden zwei Jahren eine umfangreiche statistische Analyse des PAK-Gehalts von Altreifen durch.

Der Hauptbestandteil von Reifen ist Gummi, ein Elastomer. Seine Bestandteile sind irreversibel miteinander vernetzt. Um die Komponenten stofflich verwerten zu können, werden Reifen daher mechanisch zerkleinert. Je höher der Anspruch an ein neues Produkt ist, desto feiner und reiner muss das Reifenrezyklat sein. Die Partikel des Feinmehls dürfen dabei nicht größer als 400 µm sein. Denn nur mit derart feinen Partikeln lassen sich Werkstoffeigenschaften erreichen, die denen von Primärrohstoffen ebenbürtig sind. Eine vielversprechende Methode ist die in Chemnitz entwickelte einstufige Direktverarbeitung. Dabei wird der Reifen nur einmal geschmolzen, was den Prozess energiesparend und umweltschonend macht.

Im Rahmen eines Bundesexzellenzclusters entwickeln Stefan Hoyer vom Institut für Strukturleichtbau in Chemnitz leistungsfähige Werkstoffe aus Reifenrezyklaten. Diese Werkstoffe halten die PAK-Grenzwerte ein. Mit ihren Verwertungskonzepten und Sekundärwerkstoffen wollen die Forscher neue Märkte für alte Reifen erschließen.

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