Suchen

Digitale Transformation

Sieben Unternehmen gründen Open Industry 4.0 Alliance

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Auf der Hannover Messe zünden sieben Unternehmen aus Maschinenbau, Industrieautomatisierung und Software den Turbo für die Digitalisierung: Gemeinsam kündigen sie die Open Industry 4.0 Alliance an. Mit der Kooperation wollen die Partner proprietäre Insellösungen überwinden und der digitalen Transformation der europäischen Industrie den entscheidenden Schub geben.

Firmen zum Thema

Ziel der neuen Open Industry 4.0 Alliance ist ein standardisiertes und offenes Ökosystem für die Digitalisierung industrieller Anlagen.
Ziel der neuen Open Industry 4.0 Alliance ist ein standardisiertes und offenes Ökosystem für die Digitalisierung industrieller Anlagen.
(Bild: Kielburger / PROCESS)

Hannover – Die Mitglieder der Open Industry 4.0 Alliance beabsichtigen die Schaffung eines standardisierten und offenen Ökosystems für den Betrieb von hochautomatisierten Fabriken und verfahrenstechnischen Anlagen unter Einbindung von Logistik und Services. Die Firmen planen – zusammen mit den zukünftigen Mitgliedern – auf Basis existierender Standards wie I/O Link, OPC UA und RAMI – ein Open Industry 4.0 Framework.

Gründungsmitglieder der Allianz sind Beckhoff, Endress+Hauser, Hilscher, Ifm, Kuka, Multivac und SAP. Die Allianz stehe grundsätzlich jedem Unternehmen offen, so seien die weiteren Firmen Balluff, Gebhardt, Pepperl+Fuchs, Schmidtsche Schack, Samson oder Wika bereits Mitglieder der Open Industry 4.0 Alliance.

Bildergalerie

Tipp der Redaktion In unserer Spezialausgabe Prozessindustrie 4.0 lernen Sie mehr über Strategien, Erfolgsfaktoren und Chancen für die Prozessindustrie auf ihrem Weg durch die Digitale Transformation. In der Ausgabe lesen Sie Best Practices, Meinungen und Strategien zum Thema Prozessindustrie 4.0.

Fokus auf Umsetzbarkeit und Nutzen

Die Realität des Betriebs in der Fabrik, der Anlage oder dem Logistikzentrum im Mittelstand, aber auch bei Großunternehmen, ist von der Vielfalt der Dinge unterschiedlichster Klassen und Hersteller gekennzeichnet. Proprietäre und verschiedene Standards bei Konnektivität, Datenmanagement, IT-Sicherheit und Kollaboration schaffen Zusatzaufwand und behindern die schnelle und flächendeckende Skalierung der Industrie 4.0.

Das Umsetzungsversprechen der Gründer und Mitglieder der Open Industry 4.0 Alliance bietet ein offenes, standardbasiertes und kompatibles Angebot für die Gesamtstrecke vom Objekt in der Werkhalle bis zum Service. Anwender haben die Auswahl aus einem Baukasten modularer, kompatibler und skalierbarer Lösungs- und Dienstleistungskomponenten. Diese bauen jeweils auf den Kernkompetenzen der Gründer und Mitglieder der Allianz auf, und sind in der Summe die risikoarme, herstellerneutrale Option von existierenden und bekannten Zulieferern der diskreten und verfahrenstechnischen Industrien.

Durch die geplante Anbindung an das Lösungsportfolio von SAP seien die Geschäftsprozesse (Fertigungssteuerung, Lagermanagement oder Instandhaltung) eines Unternehmens sowie die Kollaboration über Unternehmensgrenzen hinweg mit Partnerunternehmen gewährleistet.

Offene und interoperable Lösung

Das offene, standardbasierte Angebot der Open Industry 4.0 Alliance besteht aus den vier Bausteinen Device Connectivity, Edge, Operator Cloud und Cloud Central plus einem zugehörigen Dienstleistungsangebot.

Device Connectivity stellt die Verbindung zu den Maschinen und Sensoren her. Die Edge ist der zentrale Knoten für alle wichtigen und lokal notwendigen Funktionen in der Fabrik. Die Operator Cloud ist der zentrale Knoten im Unternehmen des Anwenders. Auch diese Operator Cloud hat einen offenen Layer und unterstützt alle unternehmenszentrischen Funktionen und Applikationen. Cloud Central schließlich ermöglicht den bi-direktionalen Austausch von Daten (insbesondere Stammdaten, aber auch Messdaten aus einer Kalibrierung) und Informationen (z.B. technische Dokumentationen oder Reparaturanleitungen) über Unternehmensgrenzen hinweg.

Lösungselemente noch im Jahr 2019 verfügbar

Die ersten Proof-of-Concepts wurden bereits im Jahr 2018 abgeschlossen, etwa bei Kuka mit der wandlungsfähigen und flexiblen Matrix-Produktion. Weitere Proof-of-Concepts von Mitgliedern und ihren Kunden werden für den Sommer 2019 angestrebt. Die Gründungsmitglieder bereiten eine erste Leistungsschau für die zweite Hälfte des Jahres 2019 vor.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45843075)