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Schüttguthandling Schüttgutförderung mit wechselnder Förderrichtung

| Autor / Redakteur: Björn Finger / Wolfgang Geisler

Die Reversiertechnik ist im Bereich der Vibrationsförderer für Schüttgüter ein noch relativ unbekanntes Verfahren. Je nach Ausrichtung des Erregungsvektors kann bei diesem Austragsystem die Fließrichtung geändert werden. Dadurch lassen sich die Kosten für einen teuren Klappenmechanismus und Einbauhöhe einsparen.

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Zusammenspiel der Bewegungsvektoren für den Mikrowurf nach links
Zusammenspiel der Bewegungsvektoren für den Mikrowurf nach links
(Bild: AVITEQ)

Eine der wichtigsten Aufgaben innerhalb des Schüttguthandlings ist das Transportieren des Schüttgutes von einem Punkt A zu einem anderen Punkt B. Der Transport wird häufig durch Vibrationen angeregte Fließförderrinnen (Vibrationsförderrinnen) realisiert. Sollen unterschiedliche Chargen eines Schüttgutes nicht nur zu einem Punkt B sondern je nach Bedarf auch zu einem Punkt C transportiert werden, kommen meistens teure Klappensysteme (Hosenrohr) zum Einsatz.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Fördertechnik wie Gurtförderern, Gliederförderern oder Schneckenförderern sind bei der Schwingfördertechnik keine bewegten Teile im Förderraum zu finden. Zwei wichtige Vorteile der Schwingfördertechnik sind die Staubdichtheit und der geringe Verschleiß.

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Ein besonderer Anwendungsfall der Schwingfördertechnik ist der Reversierbetrieb. Mit Reversierrinnen oder -rohren ist es möglich, durch elektrisches Umschalten der Förderrichtung Schüttgüter in entgegengesetzte Richtungen zu fördern. Die 100%ige Umlenkung des Produktstroms mithilfe dieser Technik erspart die Kosten für einen teueren Klappenmechanismus. Wechselseitiges Dosieren und Verpacken wird wesentlich vereinfacht.

Als Antrieb kommt dem Magnetvibrator eine besondere Rolle zu. Aviteq (ehemals AEG Vibrationstechnik) hat laut eigenen Angaben als erstes Unternehmen eine Serie von Magnetvibratoren in Europa in den Markt eingeführt und ist auch heute noch Technologieführer bei dieser Antriebstechnik.

Die Magnetvibratoren ermöglichen feinste Dosierungen, da sie kein störendes Anlauf- und Auslaufverhalten aufweisen und der Förderstrom auch während des Betriebs stufenlos verstellt werden kann. Nur die Fördereigenschaften des Schüttguts bestimmen die Genauigkeit der Dosierung. Schwingfördergeräte bieten zusätzlich die Möglichkeit, während des Transportes verfahrenstechnische Prozesse wie z.B. Entwässerungs- oder Trocknungsvorgänge zu realisieren.

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