Schrägsitzventile und Membranventile Schrägsitzventile und Membranventile für nahezu alle Einsätze

Autor / Redakteur: Urs Zgraggen / Dr. Jörg Kempf

Was unter Automobilen längst Legende ist, das gilt im Ventilmarkt nach wie vor als die große Ausnahme: ein Multi-Purpose-Vehikel, das für unterschiedlichste Einsatzprofile gleichermaßen geeignet ist. Gemü hat solche „Geländewagen-Ventile“ im Programm. Als Sitzventil heißt es Silverline S580 und als Membranventil Silverline S680.

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Silverline-S580-Schrägsitzventil (Bild: Gemü)
Silverline-S580-Schrägsitzventil (Bild: Gemü)

Was den Geländewagen bis heute auszeichnet, findet im Ventilmarkt seine Entsprechung als ein bewusst unkompliziertes Ventil, das ohne aufwändige Luftdrucktechnik zu betreiben ist, sich für zahllose Anwendungen eignet und dabei selbst unter widrigsten Bedingungen robust und zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Gemü hat solche „Geländewagen-Ventile“ im Programm. Als Sitzventil heißt es Silverline S580 und als Membranventil Silverline S680.

Beide Ventiltypen werden mit einem elektrischen Antrieb auf direktem Wege geschlossen bzw. geöffnet. Die Rotation eines kleinen stromsparenden Elektromotors (24 V DC) wird mittels eines simplen Getriebes und einer Trapezspindel in eine axiale Bewegung umgesetzt, die das Dichtelement über ein Druckstück vom Sitz abhebt, das Ventil öffnet bzw. auf den Ventilsitz presst und schließt. Endschalter oben und unten begrenzen den Hub.

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Systemvergleich

Sinn und Zweck des direkten elektromotorischen Antriebskonzepts der Silverline-Ventile erschließen sich am besten im Systemvergleich, z.B. mit Magnetventilen, die über eine Spule und Kolbenstange induktiv betätigt werden. Bei diesem Ventiltyp werden die Dichtelemente meist nicht direkt vom elektromagnetischen Antrieb betätigt, sondern man nutzt den anliegenden Druck des Fluids, um das Ventil zu öffnen bzw. zu schließen.

Magnetventile dieser gängigen Bauart haben jedoch einen entscheidenden Haken: Sie funktionieren nicht mit Fluiden, die Feststoffpartikel enthalten. Der Grund: Indirekt betriebene Magnetventile müssen prinzipbedingt Pilot- bzw. Hilfsbohrungen in der Membran mit kleinen Querschnitten haben, die eng und deshalb anfällig für Ablagerungen oder Anbackungen von Partikeln sind.

Die Konsequenz: Sie verstopfen leicht. Ein Magnetventil mit verlegter Pilotbohrung kann seine Funktion nicht mehr erfüllen, öffnet und schließt nicht mehr und muss aufwändig gereinigt oder sogar ausgetauscht werden. Unbestritten schalten diese Magnetventile sehr schnell. Es gibt jedoch viele Anwendungen, bei denen man extrem kurze Schaltzeiten gar nicht braucht, sondern auf andere Eigenschaften Wert legt.

Auch Kugelventile muss man in den Systemvergleich mit einbeziehen. Sie weisen keine engen Bohrungen auf und können auch motorisch betrieben werden. Allerdings schalten diese Ventile sehr langsam und sind zudem sehr empfindlich gegenüber Partikelfracht im Fluid. Besonders an der Naht von Dichtelement und Gehäuse bilden sich Ablagerungen, die leicht in den Dichtspalt eindringen und Riefen im Dichtungsmaterial hinterlassen, was zu einem Versagen des gesamten Ventils führen kann.

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