ACHEMA-Trendbericht Mechanische Verfahrenstechnik

Schonend fördern, sauber abscheiden

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Deshalb hat beispielsweise Coperion ein im industriellen Maßstab eingerichtetes Schüttgut-Technikum und die dort tätigen Spezialisten können auf Erfahrungen im Umgang mit über 10 000 verschiedenen pulver- oder granulatförmigen Stoffen zurückgreifen. Die Charakterisierung von Pulvern und Schüttgütern hinsichtlich der Fließeigenschaften sind die Grundlage für die optimale Auslegung der Förderanlagen. So stellen Granulate je nach Dichte, Elastizität und Form des Korns sehr unterschiedliche Anforderungen an die pneumatische Förderung. Pulver können sich in Förderanlagen wie ein Festkörper oder wie eine Flüssigkeit verhalten. Die Kenntnis dieser Schüttguteigenschaften und von mechanischen Parametern wie Reibung und Haftung zwischen den Partikeln oder Durchströmungsdruck sind die Grundlage für produktkonform gebaute Förderanlagen und Lagersilos. Allein zwischen acht verschiedenen Förderverfahren – von der Flugförderung bis zur stabilisierten Pfropfenförderung – ist auszuwählen, um den zuverlässigen und wirtschaftlichen Transport des Schüttguts in der Anlage sicherzustellen, so Coperion.

Kunststoffe vom Schrottplatz

Altautos bringen derzeit nicht nur eine Abwrackprämie von 2500 Euro. Jedes Altauto ist auch eine Rohstoffquelle – zumindest theoretisch. Praktisch werden die Ressourcen noch immer viel zu wenig genutzt, vor allem wenn es sich um Kunststoffe handelt. Beim Altauto-Recycling geraten die Polymere gemeinsam mit Staub, Metallresten und Textilflusen in die „Shredder-Leichtfraktion“, aus der mit dem VW-SiCon-Verfahren (eine Entwicklung von SiCon und Volkswagen) Shreddergranulat produziert wird. Darin sind die Kunststoffe so bunt gemischt, dass sie bisher nicht wieder sortenrein aufgetrennt werden konnten. Sie dienen daher in Hochöfen als Reduktionsmittel.

Künftig könnte dieses Kunststoffgranulat werkstofflich verwertet werden und sich erneut in Armaturenbretter und Verkleidungen verwandeln. Gemeinsam mit Toyota und SiCon haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising mit dem CreaSolv-Prozess die Grundlage dafür gelegt. Sie haben ein spezielles Lösungsmittel entwickelt, das aus dem Granulat die Polyolefine herauslöst, aus denen Luftfiltergehäuse, Stoßfänger und Seitenblenden bestehen. Während sich diese Polymerart im Lösungsmittel löst, bleiben die anderen Kunststoffe im Granulat. Das Lösungsmittel wird wieder vom Polyolefin getrennt und recycelt. Die hohe Reinigungsleistung des CreaSolv-Prozesses ermöglicht außerdem die Abtrennung von Schadstoffen, mit denen das Polymer im Shredderprozess in Kontakt kommt. Mit dieser Technologie kann die Gesamt-Verwertungsquote für Altautos – Metalle, Kunststoffe und Textilien – auf über 90 Prozent gesteigert werden.

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