Power-to-Gas Projekt RWE startet Power-to-Gas-Anlage zur Stromspeicherung

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

RWE Power hat kürzlich eine Power-to-Gas-Anlage im Innovationszentrum Kohle am Kraftwerk Niederaußem in Betrieb genommen. Mit dem Versuchsbetrieb will das Energieunternehmen untersuchen, wie sich überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien in Methan umwandeln und ins Erdgasnetz einspeisen lässt. Dort soll das Gas über Monate verlustfrei gespeichert werden, um bei Stromknappheit wieder zurück verstromt zu werden. Zudem könnte es auch als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge genutzt werden.

Anbieter zum Thema

Elektrolyse und Katalysator vor BoA1, einem der weltweit modernsten Braunkohlenkraftwerke
Elektrolyse und Katalysator vor BoA1, einem der weltweit modernsten Braunkohlenkraftwerke
(Bild: RWE Power)

Köln – Start für den Versuchsbetrieb zum Power-to-Gas-Projekt (PtG) im Innovationszentrum Kohle in Niederaußem: In der neuen Anlage untersucht das Forschungs- und Entwicklungsteam von RWE Power eine Möglichkeit zur Stromspeicherung. Dabei soll überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien in Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas, oder alternativ in Methanol umgewandelt werden.

Die gesamte PtG-Anlage besteht aus einer Elektrolyse und einem Katalysatorteststand. In einem ersten Prozessschritt wird in der Elektrolyse unter Einsatz von überschüssigem Strom Wasserstoff erzeugt. In dem dann folgenden Prozessschritt wird Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid, das aus der Rauchgaswäsche des Braunkohlenkraftwerks Niederaußem stammt, genutzt, um durch Katalysatoren Methan und Methanol herzustellen. Methan kann uneingeschränkt im Erdgasnetz gespeichert werden, während Wasserstoff als Zwischenprodukt nur in begrenzten Mengen dem Erdgasnetz beigemischt werden darf.

Nach Abschluss der Montagearbeiten sowie der System- und Komponentenerprobung hat RWE Power Anfang März beide Teilanlagen erfolgreich in Betrieb genommen. Mit dem Elektrolysesystem der Firma Siemens konnten bereits nach wenigen Tagen die ersten 1000 m3 Wasserstoff erzeugt werden. „In den nächsten Monaten wollen wir die Teilanlagen unseres Power-to-Gas-Projekts verbinden, um so die gesamte Prozesskette zu schließen“, so Dr. Ulrich Hartmann, im Vorstand der RWE Power für den Bereich Forschung und Entwicklung zuständig. Hartmann weiter: „Mit der Entwicklung neuer Technologien zur Speicherung und Nutzung überschüssiger Energie aus regenerativen Quellen wollen wir zum Gelingen der Energiewende beitragen.“

Teil des Forschungsprojekts CO2RRECT

Die besonderen Herausforderungen des Versuchsprogramms sind der dynamische Betrieb der Elektrolyse bei fluktuierender Stromeinspeisung sowie die Erzeugung von Methan und Methanol mithilfe von kommerziell verfügbaren Katalysatoren, die anstelle von Kohlenstoffmonoxid CO2 aus Braunkohlenkraftwerken verwenden.

Die neuen Testanlagen sind ein wichtiger Bestandteil der RWE Forschungsaktivitäten. Bau und Erprobung der Elektrolyse gehören zu dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt CO2RRECT. An der Initiative sind neben zahlreichen Forschungseinrichtungen Bayer Technology Services, Bayer Material Science, Siemens und RWE Power als Industriepartner beteiligt.

(ID:38774820)