Bioreaktortechnik

Rühren in neuer Dimension

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Berechnungen gibt es, aber jetzt sind diese auch validierbar

Um wissenschaftliche Erkenntnisse geht es bei den Experimenten im Glasreaktor und um Prozessverständnis, was durch das Thema Quality by Design immer drängender wird. „Im Produktionsmaßstab ist es wichtig, das Produktionsequipment sehr genau zu charakterisieren. Mit dem Glasreaktor können wir unsere Produktionsprozesse transparent machen und Wissen generieren, das dann direkt in unsere Prozessentwicklung einfließt. Hiervon können natürlich auch unsere Kunden im Auftragsgeschäft profitieren“, erklärt Dr. Thomas Wucherpfennig, Projektleiter Acrylreaktoranlage und Strömungssimulation bei Boehringer Ingelheim und ergänzt „Wir führen schon sehr lange Strömungssimulation mit CFD durch, deshalb wissen wir, wie wichtig es ist, diese Berechnungen nicht nur im kleinen Maßstab, sondern auch im Großen validieren zu können. Für den Produktionsmaßstab gibt es sehr viele Korrelationen, wie etwa zur Abschätzung der Mischzeit oder des Sauerstoffeintrags. Im Versuch gemessene Werte, zur Bestätigung, gibt es fast gar nicht.“

Die Partner planen weitere Projekte

Vier Monate lang wurde der von Zeta entwickelte Prototyp des Bodenmagnetrührwerks in dem 15 000-Liter-Glasfermenter intensiv geprüft, Tests auf Leistungsbereich und Stabilität des Rührwerks durchgeführt – beides hat geklappt. Die Laufruhe ist in dieser Größenordnung ein wichtiges Kriterium, ebenso wie die Zeit, die es braucht, das Rührwerk zu montieren. „Das Magnetrührwerk ist sehr kompakt gebaut, der Austausch der Rührorgane ist einfach, und auch die Laufruhe beeindruckt“, erklärt Schlüter. Nach diesem ersten Projekt soll noch lange nicht Schluss sein. Das Potenzial des gläsernen Reaktors ist bei Weitem nicht ausgereizt: Zeta-Entwicklungschefin Pittermann arbeitet an einem Mapping der Transportprozesse im Reaktor und auch ein F&E-Projekt zum Kla-Wert-Mapping steht in den Startlöchern.

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