REACH Probleme bei der Umsetzung von REACH

Redakteur: Olaf Spörkel

Obwohl sich die Branche intensiv auf die EU-Chemikalien-Verordnung REACH vorbereitet hat, haben viele Chemieunternehmen in Deutschland Probleme, die Vorgaben umzusetzen. Der VCI bietet hier Hilfestellung.

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Auf der Informationsveranstaltung „REACH umsetzen“ des VCI in der Frankfurter Messe informierten sich ca. 1200 Vertreter von Mitgliedsunternehmen.
Auf der Informationsveranstaltung „REACH umsetzen“ des VCI in der Frankfurter Messe informierten sich ca. 1200 Vertreter von Mitgliedsunternehmen.
( Bild: VCI )

Frankfurt - Das sechsmonatige Zeitfenster für die Vorregistrierung schließt sich am 1. Dezember 2008. Häufige Ausfälle und Überlastung der Informationstechnik auf Seiten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki haben laut VCI vor allem in den letzten Wochen die Unternehmen gehindert, ihre Stoffe bei der Behörde vorregistrieren zu lassen. „Wir haben vor zwei Wochen die zuständigen Bundesminister und EU-Kommissar Verheugen über die unhaltbare Situation informiert und um eine schnelle Lösung gebeten“, betonte Dr. Gerd Romanowski, Leiter der Abteilung Wissenschaft, Technik und Umwelt im Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt auf einer Informationsveranstaltung über den derzeitigen Status bei der Umsetzung von REACH. Nach Angaben des VCI hat sich die Intervention in Brüssel und Berlin ausgezahlt: Die Chemikalienagentur ECHA hat inzwischen ein Update des IT-Systems in Betrieb genommen, das stabiler und schneller laufen soll.

Administrative Schwierigkeiten

Wie es vom VCI heißt, haben die Unternehmen jedoch nicht nur mit den administrativen Schwierigkeiten der Chemikalienagentur zu kämpfen. Auch die Verordnung an sich stellt mit ihrem komplexen Regelwerk eine enorme Herausforderung dar. Allein die technischen Anleitungen der ECHA für die Sicherheitsbewertung eines Stoffes umfassen über 2000 Seiten. „Wir unterstützen unsere Mitglieder intensiv dabei, mit der Umsetzung klarzukommen. Denn nur dann erreicht REACH sein Ziel nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der betrieblichen Praxis“, betont Romanowski.

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Forum zur gemeinsamen Datennutzung

Wenn ein Unternehmen einen Stoff vorregistriert hat, wird es automatisch Teilnehmer eines Substance Information Exchange Forum (SIEF). In den Foren sollen die Firmen, die den gleichen Stoff vorregistriert oder registriert haben, ihre Daten austauschen. Das soll dazu beitragen, unnötige Tests und Studien zu vermeiden. Wie dieser Informationsaustausch ablaufen soll, bleibt den Unternehmen selbst überlassen. „Dafür gibt es keine Hilfe von der ECHA, obwohl es sich dabei keineswegs um eine triviale Aufgabe handelt“, betont Romanowski. Gemeinsam mit anderen nationalen Chemieverbänden und dem europäischen Dachverband in Brüssel hat der VCI eine weitere IT-Plattform etabliert. Sie trägt die Bezeichnung „SIEFreach“ und soll den Datenaustausch für alle Teilnehmer so kostengünstig und praktikabel wie möglich machen. Nach Angaben des VCI ist die online-Plattform das weltweit einzige Angebot, das solche Arbeiten in Zusammenhang mit der Chemikalienverordnung unterstützt. Da REACH auch für Importeure gilt, steht die Plattform nicht nur Unternehmen in der EU, sondern Unternehmen aus aller Welt offen. Firmen, die dieses Angebot nicht wahrnehmen, müssen die notwendige Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen SIEF-Teilnehmern selbst organisieren, was mit erheblichem Aufwand verbunden ist.

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