Laserscanning

Positionspapier Laserscanning: Wie die digitale Anlage Wirklichkeit werden soll

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Bevor die Vision der „Plant at your fingertip“, des Informationszugriffs immer und überall über mobile Endgeräte Wirklichkeit werden kann, müssen noch zahlreiche Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden. Eine besondere Herausforderung sieht die Arbeitsgruppe bei der Interoperabilität zwischen verschiedensten Softwareherstellern und insbesondere zwischen Betreibern, Engineering- und Montage-Kontraktoren. Und nicht nur das: Auch das Interface und die Applikationen sollten so einfach, anwenderfreundlich und aufgabenorientiert wie möglich sein – den User immer im Blick habend.

Aktuelle Entwicklungen zeigen die Richtung auf – so wurde mit der ISO 15926 ein internationaler Standard für Datenintegration und -austausch zwischen vernetzten Systemen geschaffen. Jetzt soll Tempo gemacht werden – die Uhr tickt: Das Entwicklungstempo, Time-to-market für in der Realität anwendbare Applikationen oder neutrale Schnittstellen, sei immer noch unbefriedigend, heißt es aus der Arbeitsgruppe. Sollen Schlagworte wie das Bekenntnis zur Wichtigkeit von IT-Branche und Wissens-Management für den Standort Deutschland und Europa nicht zur Luftnummer verkommen, ist ein merklicher Entwicklungsschub gefragt.

Die Zukunft ist jetzt

Besonderes Potenzial sehen die Fachleute in der Erstellung von Datenmodellen zur Visualisierung und Simulation mithilfe komplexer Laserscans. Damit ließe sich schnell und effizient eine Anlage oder Einzelkomponenten digitalisieren. Der digitale Klon können so den Weg für die Integration von Engineering- und Entwicklungssoftware frei machen. Doch nicht nur das: Die digitale Anlage könnte so den Sprung aus den Datenspeichern in die Wirklichkeit schaffen. Augmented-Reality-Systeme sollen in Zukunft digitale Information und Visualisierung mit den realen Gegebenheiten vor Ort verschmelzen. Damit wäre es endlich möglich, das volle Potenzial der Digitalisierung auszuschöpfen, hoffen Branchenkenner. Die Anlagendigitalisierung mittels Laser ist dabei nur ein erster Schritt.

Anschub für die Digitalisierung

Mit der extensiven, umfassenden und hochintegrativen Nutzung digitaler Technologien nimmt auch die Forderung nach Interoperabilität über alle Systeme und Gewerke zu. Bisher tut sich die Branche jedoch mit der Entwicklung der notwendigen Applikationen und Schnittstellen schwer, befürchtet die Arbeitsgruppe.

Ein Technologieschub ist nötig: Die integrierte Datenhaltung und Revisionierung ist auf eine rasche Entwicklung angewiesen, um nicht abgehängt zu werden. Neue Tools und Arbeitsweisen müssen ihren Weg in die Industrie finden. Zwar ist momentan noch kein unaufholbarer Entwicklungsrückstand zu anderen Weltregionen festzustellen, dennoch müssen Entwickler und Projektingenieure erheblich die Schlagzahl erhöhen. Nur so kann das volle Potenzial der neuen Technologien genutzt werden.

* Positionspapier von: Ralph-Harry Klaer, Bayer Technology Service; Felix Anhäuser, Evonik; Matthias Reiche, Uhde; Axel Franke, BASF;

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