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Leckage-Frühwarnsystem Pneumatische Förderung: Lecks vermeiden hilft Kosten senken

Autor / Redakteur: Rainer Steven / Wolfgang Geisler

Leckagen an pneumatischen Fördersystemen verursachen in Schüttgut verarbeitenden Industrien umfangreiche Probleme. Neben Anlagenstillstands- und Reparaturkosten können durch austretendes, eventuell umweltgefährliches Fördergut weitere finanzielle, aber auch Image-Schäden entstehen.

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Abb. 1: Beschädigungen durch Abrasion in pneumatischen Förderleitungen treten insbesondere in Bögen auf.
Abb. 1: Beschädigungen durch Abrasion in pneumatischen Förderleitungen treten insbesondere in Bögen auf.
(Bild: Scholten)

Gegen Verschleiß ist „kein Kraut gewachsen“ – er kann mit technischen Mitteln nur verringert werden, beispielsweise durch keramische Auskleidungen in pneumatischen Förderleitungen. Gegen die aus dem Verschleiss resultierenden Folgeschäden kann allerdings ein Komplett-Leckage-Überwachungssystem helfen, das eine Gefährdung rund um die Uhr sofort meldet.

Dazu versehen die Techniker die Verschleißschutzkeramik mit einem Signalkabel, das schon bei stellenweisem Verschleiß der Keramik reagiert und einen Alarm auslöst. Somit bleibt genügend Zeit, das entsprechende Ersatzteil zu beschaffen und zu kalkulierbaren Reparaturzeiten auszutauschen. Damit kann unnötiger Zeit- und Produktionsverlust vermieden werden.

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Einsatzbereiche der High-Tech-Überwachung sind Rohre, Bögen, Schläuche, Behälter oder Anlagenteile, in denen erhöhter Materialverschleiß auftritt und die schlecht zugänglich bzw. schwierig zu überwachen sind. Derartige Frühwarnsysteme schützen nicht nur vor Produktionsausfall, sie sind ebenso wichtig beim Umwelt- und Arbeitsschutz, da sie das Auftreten von Emissionen vermeiden.

Für die Leckage-Überwachung gibt es unterschiedliche Ausbaustufen. Sie reichen von einzelnen Rohrleitungsteilen mit WLAN-Signalgeber und kleiner WLAN-Kontrolleinheit bis zum Komfortsystem mit Visualisierung. Hier werden alle Signale zentral in einer CPU zusammengeführt, überwacht und können über vorhandene Netzwerke an andere Leitstände zur Visualisierung übermittelt werden. 1993, am Anfang der Entwicklung, warnten mit Doppelkabel ausgestattete Rohrleitungen vor Undichten. Mittlerweile ist es ein komplexes High-Tech-System mit hohem Komfort.

In das Komplettkonzept passt auch der neue flexible, mit Keramik und Leckage-Überwachung ausgerüstete Schlauch, der dort eingesetzt wird, wo Strecken kurzzeitig überbrückt oder eine starre Verbindung mit Rohrleitungen nicht realisiert werden kann, sowie der Kurzkrümmer mit Leckage-Überwachung als Ersatz von Umlenktöpfen, wie sie oft bei Rohrleitungsführungen mit engen Radien eingesetzt werden. Diese Umlenktöpfe bedingen häufig einen energetisch ungünstigen, höheren Förderdruck, aufgrund dessen die Fördergutpartikel durch die erhöhte Prallenergie schneller zerstört werden als bei geschlossenen Bögen. Die Scholten-Kurzkrümmer werden grundsätzlich druckfest (PN10) hergestellt, nach Wunsch/Anforderung in höheren Druckstufen nach Druckgeräterichtlinie.

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