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Digitales-Know-how Pharma- und Medtech-Branche will mit digitalen Lösungen neue Geschäftsmodelle erschließen

Redakteur: MA Alexander Stark

Eine aktuelle Erhebung von Simon-Kucher unter Führungskräften in Pharma- und Medtech-Unternehmen hat den Einsatz digitaler Lösungen in der Branche unter die Lupe genommen. Für einen Großteil der Befragten ist demnach digitales Know-how geschäftsentscheidend.

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72 % der Pharma- und Medtech-Unternehmen erhoffen sich mit digitalen Lösungen neue Geschäftsmodelle zu erschließen.
72 % der Pharma- und Medtech-Unternehmen erhoffen sich mit digitalen Lösungen neue Geschäftsmodelle zu erschließen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Köln – Die Gesundheitsbranche verspricht sich viel von der Digitalisierung. Um jedoch langfristige und nachhaltige Ergebnisse zu sehen, müssen Unternehmen im ersten Schritt die übergreifenden strategischen Ziele für ihr gesamtes Portfolio sowie für die einzelnen Lösungen klar definieren.

Die Befragung von Simon-Kucher zeigt, dass 72 % der Führungskräfte der Pharma- und Medtech-Branche digitale Lösungen als Basis für neue zukunftsfähige Geschäftsmodelle sehen. Für 63 %der Befragten ist das Hauptziel entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erlangen, wenn sie ihre Produkte um digitale Funktionen erweitern bzw. zusätzliche digital Lösungen anbieten. Lediglich je 41 % wollen ihre digitalen Lösungen separat vermarkten und erhoffen sich neue Einnahmequellen bzw. die Chance auf neue Kooperationen mit regionalen oder lokalen Kostenträgern.

Smarte Produkte, vernetzte Lösungen und integrierte IT auf dem Vormarsch

Pharma- und Medizintechnik-Firmen legen besonderen Fokus auf vernetzte Lösungen und Produkte, die Patientendaten zwischen verschiedenen Leistungserbringen austauscht umso eine bessere integrierte Versorgung zu ermöglichen. Ein weiterer Fokus wird zudem auf Lösungen gelegt, die ein besseres Monitoring von Patienten ermöglichen, um schnell auf Unregelmäßigkeiten reagieren zu können. Je 55 % der Befragten geben an, hier zu investieren. An dritter Stelle mit 45 % stehen integrierte IT-Lösungen, die etwa die Prozesse und den Datenaustausch in Krankenhäusern effizienter machen.

Verbesserte Datenverfügbarkeit und Datentransparenz sind laut Jan Bordon, Senior Director bei Simon-Kucher, ein Haupttreiber für die Entwicklung und den optimalen Einsatz neuer digitaler Lösungen. Beratungsbedarf herrsche allerdings häufig noch bei fundamentalen Themen wie der Definition der übergeordneten Vision und Strategie für digitale Lösungen, sowie der optimalen direkten oder indirekten Monetarisierungsstrategie. In vielen Unternehmen würden Investitionen getätigt ohne sich im Vorfeld klare Gedanken darüber zu machen wie diese digitalen Lösungen zum Gesamtportfolio passen und welches Potential diese Lösungen für den Patienten oder Leistungserbringer bzw. Kostenträger haben können.

Lese-Tipp der Redaktion Die Digitalisierungswelle hat uns in (fast) allen Lebensbereichen erreicht und verändert unsere Sichtweisen und Handlungsfelder. Damit in Zeiten dieser großen Dynamik und heftigen Wandels keine Unsicherheiten aufkommen, ist Kommunikation gefragter denn je. Vor diesen Hintergrund ordnet die Publikation „Vernetzte Welten“ anhand von Beispielen Entwicklungen und Innovationen in den unterschiedlichsten Branchen und Technologien ein. Hochkarätige Fachautoren und Fachjournalisten zeigen, welche Veränderungen auf uns zukommen und wie wir sie meistern können.

Enge Kooperationen für langfristigen Erfolg

Im komplexen Healthcare-System mit den verschiedenen Playern spielt Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Knapp zwei Drittel (65 %) der Befragten geben an, dass ein Haupterfolgsfaktor bei der Vermarktung digitaler Lösungen das Aufzeigen von Kosteneinsparungen ist. Für 58 % ist die Identifizierung und aktive Kooperation mit innovativen Kostenträgern eine Erfolgsgarant dafür, neue digitale Lösungen erfolgreich auf den Markt zu bringen. Um generell die Skepsis der Kostenträger zu reduzieren, setzen 54 % auf den engeren Schulterschluss mit den jeweiligen nationalen, regionalen oder lokalen Kostenträgern um gemeinsam Kostenträger relevante „Real-World-Evidenz“ aufzuzeigen.

Diese drei Themen sind nach den Worten von Jan Bordon eng miteinander verknüpft. Sie gehören seiner Auffassung nach zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für Pharma- und Medtech-Unternehmen im Bereich digitaler Lösungen. Betrachtet man die heutigen Erstattungsstrukturen für digitale Gesundheitslösungen, so würde es ersichtlich, dass Unternehmen den ,richtigen‘ Kostenträger als Partner suchen muss, um eine Kooperation einzugehen. Die Erzielung von Kosteinsparungen aufgrund digitaler Lösungen werde ein erheblicher Faktor sein, um Kostenträger zu überzeugen Partnerschaften einzugehen.

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