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Problemstellung im Praxisbeispiel
In der im Folgenden beschriebenen Kläranlage Mogden/London [1] mit einer Ausbaugröße von etwa 1,9 Millionen Einwohnerwerten (EW) wird der Schlamm zunächst in einem Eindicker zwischengelagert und dann der maschinellen Eindickung zugeführt, bevor er in die Schlammfaulung gelangt. Vor Installation des unten beschriebenen Steuer-/Regelmoduls RTC-ST (Real Time Control – Sludge Thickening) wurde die Polymerzugabe auf Basis von Labormesswerten der Schlammkonzentrationen, die nur alle zwei Stunden durchgeführt wurden, auf einen Zielwert von 6,5 % TR eingestellt.
Eine zeitnahe Anpassung der Dosierung an die aktuelle Schlammkonzentration und -zusammensetzung war so nicht möglich. Dies führte zu einem hohen Polymerverbrauch und zu stark variierenden, meist zu geringen Feststoffkonzentrationen im Dickschlamm, verbunden mit einem verminderten Gasertrag bei der Faulung.
Abb. 2 in der Bildergalerie zeigt die an einem Eindicker im Ausgangszustand gemessenen Beschickungsmenge, die Feststoffkonzentration im Zulauf und im eingedickten Schlamm sowie die Polymermenge. Bei Zulaufkonzentrationen zwischen 10 g/L und 30 g/L sowie manuell eingestellter Polymermenge variiert die TS-Konzentration im eingedickten Schlamm zwischen 38 g/L und 100 g/L.
Hierdurch kam es zum einen zu einem überhöhtem Polymerverbrauch und darüber hinaus zu periodisch auftretenden Ablagerungen im Rohrleitungssystem, was regelmäßig die Stilllegung, Demontage und Reinigung von Teilen der Anlage erforderlich machte.
Um den Polymerverbrauch zu reduzieren und die TR-Konzentration im eingedickten Schlamm sowie den Gasertrag zu erhöhen, strebte die Betreibergesellschaft eine von der aktuellen Schlammfracht abhängige Polymerdosierung an. Hierzu wurden zusätzlich zu den bereits vorhandenen Durchflussmessungen Messungen der Feststoffkonzentration eingeführt.
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