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Getrennte Lagerbereiche
Direkt nach der Kontrolle im Wareneingang werden die Artikel entsprechend ihrer Produktart in die dafür vorgesehenen Lagerbereiche untergebracht. So werden z.B. Kühlartikel oder Psychopharmaka schon im Wareneingang getrennt und anschließend den Kühl- oder Sperrbereichen zugeordnet. Die Lagerung schnell drehender Produkte erfolgt in Behältern oder Originalkartons innerhalb dynamischer Regale. Handelt es sich um mittel und langsam drehende Produkte, werden diese im in der Warenannahme an einem ergonomisch gestalteten Wareneingangs-Arbeitsplatz in Behälter zum Teil mit Fachunterteilung Lichtzeiger geführt verstaut. „Die Planung der ergonomischen Arbeitsplätze erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Logistikexperten von OCP Répartition“, schildert Klaus Stübinger, Vertriebsdirektor von SSI Schäfer, Graz.
Die Ware wird gescannt, mit dem Behälterbarcode verheiratet und in das Schäfer Carousel System (SCS) eingelagert. Das SCS besteht aus fünf nebeneinanderliegenden Karussellen, von welchen jedes mit automatisch getrennten Einlagerungs- und Entnahmesystemen ausgestattet ist. So ermöglicht das System eine hohe Einlager- und Bereitstellungsleistung von 1250 Lagerbehältern an den Arbeitsplätzen (250 Doppelspiele pro Karussell).
Der Pharmagroßhandel hat extreme Spitzenzeiten, in welchen sehr viele Aufträge gleichzeitig angenommen und in das Lagerverwaltungssystem eingegeben werden. Wird ein Auftrag ausgelöst, beginnt der Auftragsbehälter seinen Lauf, der bis zur Ankunft in der Versandzone selten länger als 30 Minuten benötigt. Dabei werden die Kommissionierprozesse exakt auf einen spezifischen Produkttyp oder bestimmte Entnahmemethoden zugeschnitten.
Müssen Artikel manuell entnommen werden, erfolgt das an Standardarbeitsplätzen, an welchen die Mitarbeiter/innen Funk-Scanner (RF-Scanner) nutzen. Nach Einlesen des Codes am Kommissionierbehälter zeigt das Display die Auftragszeilen in der zu bearbeitenden Reihenfolge an. Die Mitarbeiter/innen werden so zu den entsprechenden Positionen im Lager geführt, wo die Etiketten der Kartons, Originalverpackungen oder Behälter gescannt und der Kommissioniervorgang bestätigt wird.
Die Entnahme gekühlter Medikamente und/oder von Betäubungsmitteln erfolgt nach demselben RF-Picking-System. Um sicherzustellen, dass die Aufträge vollständig und korrekt bearbeitet werden, werden alle Einzelprodukte per Scanner einzeln eingelesen und erfasst.
Ergonomische Arbeitsplätze
Trotz des hohen Automatisierungsgrades des Lagers ist es vor allem der Mensch der Qualität, Leistung und Termintreue mitbestimmt. Vor diesem Hintergrund hat SSI Schäfer zwei Pick-To-Tote (PTT)-Arbeitsplätze mit jeweils sieben Slots für Auslieferbehälter installiert. Die Arbeitsplätze sind ergonomisch gestaltet – die Kommissionierung der Artikel erfolgt automatisch von dem auf einer höheren Förderstrecke bereitgestellten Lagerbehälter in die darunter wartenden Auftragsbehälter.
Durch diese Anordnung reduzieren sich überflüssige Bewegungen, die Ware wird immer von oben nach unten bewegt, Wegzeiten werden eliminiert und die Pickleistung pro Arbeitsplatz erhöht sich. Der Gesamtdurchsatz beträgt im kontinuierlichem Betrieb etwa 1200 Zeilen pro Stunde. Um eine fehlerfreie Kommissionierung aus dem SCS sicher zu stellen, werden die verfügbare Menge, das Ablaufdatum und die Chargennummer für jedes Produkt ausgewiesen sowie die richtige Ablage in den Auslieferbehälter mit einem Lichtvorhang überwacht. Für die Erkennung des richtigen Entnahmefaches im Lagerbehälter folgen die Kommissionierer/innen an den SCS-Arbeitsplätzen der Fachausleuchtung sowie den Pick-to-Light-Anzeigen und erkennen so, aus welchem Fach Medikamente entnommen werden und welche Auftragsbehälter befüllt werden müssen.
Die Auftragszusammenstellung schnell gängiger Produkte erfolgt durch einen so genannten A-frame, einem in diesem Fall aus 20 Modulen bestehenden Kommissionierautomaten. Die Module verfügen pro Produktkanal über Einzelauswerfer und gewährleisten eine rasche Bearbeitung der Aufträge im Vollautomatikbetrieb. Das erhöht die Produktivität und ermöglicht eine rasche Abarbeitung von Produktionsspitzen.
Dank der Automaten können die Kosten trotz einer Leistung von etwa 1000 Behältern pro Stunde niedrig gehalten werden. Das System kann während des Betriebs ohne Unterbrechung des Entnahmevorgangs kontinuierlich befüllt werden.
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