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Biokatalyse Neuer Biokatalysator für Waschmittel

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Ein neuer Biokatalysator soll zur Grundlage umweltschonender Waschmittel werden. Entdeckt wurde das Enzym in einem Bakterienstamm, der Plastik abbaut.

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Leibzig – Enzyme sorgen dafür, dass Waschmittel auch bei niedrigen Temperaturen richtig sauber machen. Jetzt haben Mikrobiologen und Bioverfahrenstechniker der Universität Leipzig ein neues Enzym aus einem plastikabbauenden Bakterienstamm entdeckt, das Grundlage für die Entwicklung innovativer, umweltschonender Textilwaschmittel sein könnte. „Enzyme sind ein Schlüssel zur Leistungssteigerung qualitativ hochwertiger Textilwaschmittel. Der neue Biokatalysator zeigt erstmals positive Effekte bei der Behandlung synthetischer Textilfasern in Waschmaschinen und wird jetzt in Zusammenarbeit mit den industriellen Allianzpartnern zum Einsatz in Textilwaschmitteln weiterentwickelt“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, der am Institut für Biochemie der Universität Leipzig das Forscherteam leitet. Die Arbeiten finden im Rahmen des Projektes „Funktionalisierung von Polymeren“ statt.

Plastikabfälle als Rohstoffbasis

Die an der Universität Leipzig entwickelten Enzyme werden derzeit im Rahmen eines „Horizon2020“ Verbundvorhabens der Europäischen Union für Forschung und Innovation zum Einsatz beim biokatalytischen Recycling von Plastikabfällen bearbeitet.

Ausgehend vom jeweiligen Marktpotenzial, sollen Enzyme entwickelt werden, die zur Funktionalisierung verschiedener Polymere für konkrete Anwendungen in den Industriebranchen Waschmittel und Textil geeignet sind.

Hierzu wird eine branchenübergreifende Technologieplattform aufgebaut, die es ermöglicht, synthetische Polymere umweltschonend zu modifizieren, um sie für den nachhaltigen Industrieeinsatz in Produkt- und Verfahrensinnovationen nutzbar zu machen.

Die branchenübergreifende Technologieplattform soll in enger Kooperation zwischen Industrie- und akademischen Partnern erfolgen, die gemeinsam eine Prozesskette bilden. Im Mittelpunkt der Allianz stehen Themenbereiche, die einen Bezug zu den förderpolitischen Zielen der Nationalen Forschungsstrategie „BioÖkonomie2030“ darstellen, u.a. die Etablierung umweltfreundlicher Produktionsmethoden, der Ersatz von petrochemischen Grundstoffen, die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Sicherung eines Technologievorsprungs für Deutschland.

Die Universität Leipzig ist Partner dieses Projektes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie "BioÖkonomie2030" gefördert wird. Das Ministerium unterstützt damit Vorhaben, die wegweisend für die Bioökonomie sind.

Die Allianz erhielt nach einer positiven Evaluierung die Zusage weiterer Fördermittel für die Fortsetzung des 2013 gestarteten Projekts. Der Universität Leipzig werden damit insgesamt mehr als 500 000 Euro für die Umsetzung des Projekts bis 2018 zur Verfügung gestellt.

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