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Interview mit Jürgen Skowaisa, Produktmanager Radar/Ultraschall bei Vega

PROCESS: Herr Skowaisa, wie viel Technik aus dem Vegapuls 69 steckt im Vegapuls 64?
Skowaisa: Es ist in der Tat so, dass vom Vegapuls 69 wichtige Elemente aus der Elektronik übernommen wurden. Dies bringt für den Anwender eine ganze Reihe an Vorteilen, so ist die Zuverlässigkeit der elektronischen Bauteile schon einmal in mehr als 10.000 Praxiseinsätzen erprobt. Unterschiede gibt es allerdings bei den Antennen und der Bandbreite. So arbeitet der Vegapuls 64 mit einer Bandbreite von 4 GHz, sodass eine noch bessere Trennung der Reflexionssignale möglich ist. Da es bei Flüssigkeiten auf höhere Genauigkeiten ankommt, ist diese Bandbreite entscheidend. Weiter wurden natürlich die im Messgerät abgespeicherten Parameter auf typische Anwendungsfälle mit Flüssigkeiten abgestimmt.
PROCESS: Bei dem Schüttgutradar gab es vorher viele Testläufe, wie wurde dies bei dem Vegapuls 64 gehandhabt?
Skowaisa: Wir sind ähnlich wie beim Schüttgutradar vorgegangen und haben gezielt Anwendungen gesucht, die bis dahin als problematisch oder schwierig zu messen galten. Beispiele waren Apparate im Chemiebereich mit vielen Rührflügeln, sehr kleine Dosierbehälter im Pharmabereich oder Anwendungen in der Öl/Gas-Branche mit sehr hohen Stutzenaufbauten. Insgesamt wurden seit Dezember 2015 rund 200 Sensoren der Nullserie in den verschiedensten Branchen und Anwendungen weltweit installiert.
PROCESS: Und wie waren die Ergebnisse?
Skowaisa: Die Rückmeldungen sind außerordentlich ermutigend. Viele Anwender geben das Probegerät nicht mehr her. Der Vegapuls 64 liefert selbst bei extremen Prozessbedingungen, Schaum oder Anbackungen immer noch zuverlässige Messergebnisse. Von diesen Einsätzen profitieren im Übrigen alle zukünftigen Anwender. Denn bei diesen Testanwendungen wurden die Echokurven aufgezeichnet, mit denen die Signalverarbeitung noch einmal justiert wird. Die im Mai auf den Markt kommenden Seriengeräte enthalten bereits die optimierte Signalverarbeitung – sie haben sozusagen noch einmal den allerletzten Schliff bekommen.
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