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Generell verfügt der Vegapuls 64 über unterschiedliche Antennensysteme in verschiedenen Größen. Im Augenblick werden die Gewindegrößen ¾ Zoll (Öffnungswinkel 14°), 1 ½ Zoll (7°), DN 50 (6°) und DN 80 (3°) angeboten. Für den Einsatz im Aseptik-Bereich stehen weitere Prozessanschlüsse, u.a. nach 3 A und EHEDG, zur Verfügung, bei denen nur PTFE als medienberührender Werkstoff dient. Der kleinere Abstrahlwinkel hat aber noch andere Auswirkungen. „Man kann dank der guten Fokussierung eine kleinere Antenne wählen“, so Hengstler. Der Prozessanschluss der kleinsten Antenne ist nicht größer als eine 1-Euro-Münze.
Prädestiniert für kleine Apparate
Damit ist das neue Messgerät prädestiniert für den Einbau in kleineren Apparaten und Abfüllbehältern z.B. der Pharma- und Lebensmittelindustrie, aber auch in Pilotanlagen. Hier gab es immer wieder bauliche Hindernisse, wie die Blockdistanz (also der Mindestabstand zwischen Prozessanschluss und Flüssigkeitsoberfläche) des Sensors, die Größe und das Design der Antennen oder auch die Messunsicherheit am Behälterboden. Durch die neuen Antennenausführungen werden die Störsignale im Nahbereich deutlich reduziert, und da das Antennensystem in den Prozessanschluss integriert wurde, ragt keine Antenne mehr in den Behälter hinein. Es ist also jetzt möglich, bis dicht an den Prozessanschluss sicher zu messen.
Das Behältervolumen wird jedoch nicht nur in Richtung Behälterdeckel besser ausgenutzt, auch in Richtung Behälterboden. Bei Medien mit kleinen Dielektrizitätszahlen steht der Anwender immer wieder vor der Problematik, dass ein Teil der Signale das Medium durchdringt, und dadurch von dem darunterliegenden Behälterboden Signale reflektiert werden. Somit gibt es zwei Signale: den Füllstand und den Behälterboden. Die Signale des Bodens sind dabei umso größer, je geringer die Dielektrizitätszahl des Mediums und je besser der Boden des Behälters reflektiert (z.B. flacher Metallboden). Durch die deutlich kürzere Wellenlänge der 80 GHz-Signale des Vegapuls 64 werden diese im Medium erheblich stärker gedämpft als bei 26 GHz-Sensoren. Dadurch ist die Reflexion am Behälterboden deutlich geringer und eine Messung bis zum Behälterboden deutlich einfacher als bisher.
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Radarfüllstandmessung von Flüssigkeiten mit 80 GHz
Ausblick: „Die 80 GHz-Technologie wird die Welt der Füllstandmesstechnik verändern“, ist Kech überzeugt. „Wir werden zwar weiterhin Geräte der 26 GHz-Serie bauen und selbstverständlich auch pflegen. Aber schon bald wird die 26 GHz-Technologie nur noch in Ausnahmefällen, etwa in Standrohren oder Bypässen, ihre Berechtigung haben. Wir schätzen, dass in zwei Jahren bei Neuinstallationen schon jedes zweite Messgerät mit der höheren Frequenz ausgestattet sein wird.“ Doch Kech will den Erfolg nicht an reinen Stückzahlen ausmachen. „Der Schlüssel zum Erfolg ist, die Leute für die Technologie zu begeistern – dann wird der Vegapuls 64, genauso wie der Vegapuls 69, auf ganzer Linie überzeugen.“
Um die Anwender zu begeistern, hat Vega noch ein zweites Ass im Ärmel – die Einführung des Plicscom mit Bluetooth. Denn die 80 GHz-Technologie werde nicht die einzige Veränderung bleiben, betont Kech. „In Zukunft wird es weniger Service mit Laptop geben, sondern dies wird über Smartphone mit entsprechender App funktionieren.“
Lesen Sie auf der nächsten Seite im Interview mit Jürgen Skowaisa, Produktmanager Radar/Ultraschall bei Vega, wie der Anwender beim Einsatz des neuen Vegapuls 64 vom Vegapuls 69 profitiert.
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