Lagerlogistik

Neue Lagerlogistik schafft Reserven und macht fit für die Zukunft

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Möglichst weit reichende Automatisierung der Kommissionierung und höchstmögliche Entlastung des Stoßzeitengeschäfts: Aufgrund dieser beiden Projektvorgaben ist der SSI Schäfer Peem Kommissionier-Automat S-Pemat für schnell drehende Artikel die Lösung der Wahl. Die modulare Bauweise des Systems und die Möglichkeit, seine Leistungsfähigkeit genau an die Anforderungen des Kunden anzupassen, führen hier zu einer maßgeschneiderten Konfiguration. Durch die Doppelfunktion von Lagerung und Kommissionierung kann die Befüllung des Kommissionier-Automaten zeitlich und im Personaleinsatz flexibel abseits der Stoßzeiten durchgeführt werden.

Der Automat ist auf 1200 Aufträge pro Stunde ausgelegt. Insgesamt 1700 Artikel sind im A-Frame untergebracht. Auf diese Weise kann das System Jacoby 44 Prozent seiner Auftragszeilen allein abarbeiten.

Zentrales Steuerungsinstrument der neuen Logistik ist der Lagerrechner, der die Behälter am I-Punkt identifiziert und einem Auftrag zuordnet. Gleichzeitig werden hier der Lieferschein für den Kunden und der Kommissionierschein beigelegt. Die Dokumente werden in einem Druckvorgang generiert. Die Artikel sind in unterschiedlicher, für den jeweiligen Nutzer optimaler Reihenfolge gelistet. Mit dem Lagerrechner wurde eine intelligente und flexible Automatisierung realisiert, welche die Wege der Boxen nach mehreren Parametern optimiert und somit die Durchlaufzeit reduziert. So können etwa Behälter umgeleitet werden, wenn die nächste Station auf dem berechneten, optimierten Weg belegt ist. Die Behälter nehmen inzwischen Artikel an anderen Stationen auf und kehren in Folge automatisch wieder an die zuvor übersprungene Station zurück.

Gewollte Redundanz

Im Bereich der manuellen Kommissionierung ist Jacoby dabei, Funk-Handscanner einzuführen. In der Übergangszeit wird im Mischbetrieb kommissioniert, mit konventionellen Listen und parallel dazu mit Handscannern. Das bietet den Mitarbeitern zunächst die Möglichkeit, sich ohne Druck an die neue Technologie zu gewöhnen. Gleichzeitig besteht nur durch diese gezielte Redundanz die Chance, allfällige Fehlerquellen bei der elektronischen Identifikation (Lagersystem vs. Produktkennung) festzustellen und zu bereinigen. Vor allem aber führt der Einsatz der Handscanner eine zusätzliche Qualitätsebene ein, da zum einzelnen Artikel zusätzliche Daten wie z.B. Chargennummern mit erfasst werden können. Am I-Punkt wiederum werden Effizienz-Potenziale genutzt, da hier die Beleg-erstellung gänzlich entfällt.

Kühlartikel lagert Jacoby in geschlossenen Kühlschränken und werden im Workflow jeweils als letzte Artikel kommissioniert und mit Kälteakkus versehen. Da das gesamte Lager und auch die Kurierfahrzeuge klimatisiert sind, gelangen diese Artikel ohne Unterbrechung der Kühlkette zum Kunden.

Die Endkontrolle, an der allenfalls auch streng kontrollierte Suchtgifte kommissioniert werden, bildet die Schnittstelle zum Versand und damit zu den Touren. Die automatische Belegbeigabe appliziert die Lieferscheine, die Behälterinhaltsscheine und die Adressscheine direkt in die Behälter. Für die Übergabe an die Touren stehen insgesamt 14 Bahnen zur Verfügung, wobei je Bahn bis zu acht Touren täglich abgefertigt werden. Damit hat Jacoby die Weichen klar auf Zukunft gestellt und sowohl im Großhandel als auch im Depotgeschäft Reserven für die nächsten Jahre geschaffen.

Die Autorin ist Marketingleiterin bei SSI Schäfer Peem, Graz, Österreich.

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