Mobile Kleinanlage Miniaturisierter Chemiebetrieb im Containerformat

Autor / Redakteur: Evonik / Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Wie macht man Chemie schneller und beschleunigt die Produkteinführung? Eine Antwort auf diese Frage liefert eine flexible und mobile Produktion in einem miniaturisierten Chemiebetrieb. Auf drei mal drei mal zwölf Metern bietet Evonik eine Kleinanlage in einem Frachcontainer, die Kleinstmengen innovativer Stoffe wirtschaftlich produziert.

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Für eine komplette chemische Produktionsanlage reicht ein einziger Container.
Für eine komplette chemische Produktionsanlage reicht ein einziger Container.
(Bild: Evonik)

Erfahrene Computernutzer erinnern sich noch gut: Nur rund zwanzig Jahre ist es her, dass die erste Computerfestplatte mit einer Speicherkapazität im Gigabytebereich auf den Markt kam. Viele Smartphones übertreffen das dank moderner Speicherchips heute locker. Doch nicht nur Speicher werden immer kleiner und leistungsfähiger. Auch Anlagen für viele Chemieprodukte sind im Kleinformat machbar. Groß heraus kommen die modernen Winzlinge heute aber vor allem durch eine andere Eigenschaft: Sie sind enorm flexibel einsetzbar.

Kleine Rückblende: Sommer 2010 in Rheinfelden. Der Standort von Evonik Industries nahe der deutsch-schweizerischen Grenze erwartet einen Lkw. Doch er liefert nicht etwa Rohstoffe für die Produktion im Chemiewerk. Er bringt den Eco Trainer – eine komplette, funktionsfähige Produktionsanlage. Ein Kran setzt dazu den 24 t wiegenden Frachtcontainer an seinen neuen Arbeitsplatz. Die Inbetriebnahme kann beginnen.

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Bereits einige Wochen später wird das erste Produkt mit den von Kunden gewünschten Eigenschaften abgefüllt: Hexachlordisilan (HCDS) in Halbleiterqualität. Der siliziumhaltige Rohstoff dient für die Herstellung von Speicherchips der neuesten Generation. Diese sind überall dort zu finden, wo extreme Speicherdichten gefragt sind: in Smartphones, Digitalkameras, MP3-Playern und USB-Sticks.

Drei mal drei mal zwölf Meter groß

„Wir hatten ein tolles neues Produkt und wollten dieses möglichst schnell in den Markt bringen“, sagt Leiter des Wachstumsfeldes Halbleiterchemikalien Dr. Christian Götz von Evonik. Planung und Bau einer üblichen Produktionsanlage hätten aber etliche Jahre in Anspruch genommen. Da kam die Idee gerade recht, auf ein mobiles Chemiewerk im Kleinmaßstab zurückzugreifen, das Evonik entwickelt hatte. Solch ein Mini-Chemiewerk ließe sich innerhalb kurzer Zeit aufbauen – bei Bedarf sogar quasi vor der Haustür der Experten.

Es enthält auf drei mal drei mal zwölf Metern alles, was zu einer Chemieanlage gehört: Reaktoren, Produktaufarbeitung, Prozessleittechnik, IT-Module, Lagerfläche für die Einsatzstoffe und vieles mehr. So konstruiert, passt die Anlage als Ganzes in einen Überseecontainer und ist sogar transportabel. Und selbst wenn vieles kleiner ausfällt: Die Aspekte Sicherheit und Umweltschutz schreibt Evonik auch beim Eco Trainer groß.

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