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Gasmangelwarnsystem

Mehr Transparenz beim Gasverbrauch

| Redakteur: Tobias Hüser

Das Air Liquide Monitoringsystem ALMS
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Das Air Liquide Monitoringsystem ALMS (Bild: Air Liquide)

Was vor drei Jahren als erste Projektierung eines neuartigen Monitoring Systems für Industriegase begann, haben die Ingenieure von Air Liquide seitdem zu einem ausgereifen ALMS (Air Liquide Monitoringsystem) weiterentwickelt. Das Gasmangelwarnsystem bedeutet einen digitalen Schritt in die Zukunft und nicht nur Transparenz beim Gaseverbrauch, sondern die Sicherheit durch automatisierte Bestellvorgänge, sodass rechtzeitig Nachschub eintrifft.

Frankfurt am Main – Beim ALMS handelt es sich um ein kontinuierlich arbeitendes Alarm- und Auswertegerät. Die Grundlage des Systems bildet eine Siemenssteuerung-SPS S7, die in der Standardausführung (Non-Ex/Ex) über vier oder acht Kanäle eine Verbrauchsmessung durchführt sowie den aktuellen Füllstand anzeigen kann. Optional kann das System auf mehr als acht Kanäle erweitert werden und ist theoretisch sogar unendlich skalierbar.

Trotz der umfangreichen Möglichkeiten sind alle Komponenten in einem kompakten Wandgehäuse untergebracht. Die Bedienung erfolgt durch ein farbiges Touch-Display, das in mehreren wählbaren Sprachen die wichtigsten Messdaten anzeigt. Zudem verfügt das ALMS über zwei Meldeschwellen, die in den Farben grün, gelb und rot den Füllstand je Gasart anzeigen. Bei einem kritischen Füllstand wird das System zudem optisch und akustisch auf den Gasmangel aufmerksam machen oder sogar als Option über ein GSM-Modul selbstständig eine Nachbestellung auslösen.

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Am Beginn stand eine Idee

„Zum Projektbeginn 2015 war es das Ziel ein kostengünstiges Gerät für die Kunden zu entwickeln“, berichtet Projektleiter Stefan Franz. „Dies ist uns im Frühjahr 2016 gelungen. Mit Inakon konnten wir einen Hersteller für Kleinserien gewinnen, der die Geräte nach unserer Vorgabe exklusiv baut.“ „Unsere Kunden haben den Wunsch nach digitalen Lösungen geäußert“, so Armin Belz, Leiter des Kundenservice. „Unser ALMS Gasmangelwarnsystem greift den Kundenanspruch auf und ermöglicht zudem eine einfache Einbindung in bestehende Anwendungsumgebungen und Prozessleitsysteme. Der größte Vorteil liegt aber in der optionalen Skalierbarkeit der Anlage. Beispielsweise sind durch Kommunikationsbausteine Funktionen wie die Alarmierung per E-Mail oder SMS problemlos möglich. Ebenso gibt es optional erweiterbare Wäge- und Barcodescannermodule.“

Ein weiterer Vorteil für die Kunden ist die einfache Umrüstung auf das neue ALMS Gasmangelwarnsystem. Bei einem Standardgerät beträgt die Umrüstung nur wenige Stunden. Dabei können alte Kontaktleitungen weiterhin genutzt werden, lediglich die Transmitter müssen ergänzt werden.

ALMS überzeugt Kunden aus der Pharmabranche

Das System hat auch ein großes Pharmaunternehmen in Mittelhessen überzeugt, die besondere Ansprüche an das System hatten. „Bei diesem Kundenprojekt konnten wir die Skalierbarkeit des Systems unter Beweis stellen“, sagt Franz. „Die Herausforderungen waren eine große Anzahl von Überwachungskanälen, besondere sicherheitstechnische Auflagen sowie lange Wege zum Gaselager. Insgesamt haben wir ein Jahr an der Realisierung des Projektes gearbeitet und sind stolz, dass wir alle individuellen Wünsche des Kunden berücksichtigen konnten.“

Gegenüber der Standardausführung besticht das ALMS beim Pharmakunden durch 16 Überwachungskanäle. Die gesamte Technik ist dabei in einem Industrieschrank untergebracht. Auf einem großen Touch-Panel werden alle Meldestrecken zur direkten Kontrolle dargestellt. „Für den Kunden wurden zudem externe Panels konzipiert, die auf jedem Stockwerk per Profinetkomponenten den aktuellen Zustand der Versorgung und Regelung anzeigen und bedienen lassen. Zukünftig kann der Kunde das System auch um weitere Anzeigestationen erweitern“, fasst Patrick Schwab von Inakon zusammen. „Dem Bediener ist es möglich an den Panels stockwerksbezogene Einstellungen vorzunehmen und auch ein plötzlicher Druckanstieg in der Versorgung wird detektiert und angezeigt.“ Über diese Anlage wird zusätzlich die gesamte Not-Aus-Kette pro Gasart gesteuert. Signalsäulen und akustische Signalglieder sind ebenfalls in der Anlage integriert.

„Mittlerweile sind weit mehr als 100 Standardanlagen beim Kunden im Einsatz und auch bei der Air Liquide Tochter Carbagas in der Schweiz wurden schon Geräte installiert“, berichtet Armin Belz. „Besonders stolz sind wir natürlich auch, dass wir namhafte Kunden wie z. B. die Lufthansa in Hamburg von unserer Lösung einer automatisierten Bestellabwicklung überzeugen konnten.“ Mit dem ALMS Gasmangelwarnsystem hat sich Air Liquide eine Führungsposition in diesem Marktsegment erarbeitet. Aber nicht nur die Kunden sind begeistert, auch andere europäische Air Liquide Gesellschaften beabsichtigen zukünftig auf das neue digitale Gasmangelwarnsystem umzusteigen. Mittlerweile ist in jedem Hardwareangebot für Neuinstallationen oder dem Umbau vorhandener Anlagen ein spezifisches ALMS enthalten. „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir mit dem ALMS eine Lösung geschaffen haben, die zukünftig eine bessere Kundenbindung ermöglicht“, konstatiert Stefan Franz.

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