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Petersberger Klimadialog Mehr als 60 Unternehmen fordern klimafreundlichen Neustart nach der Corona-Krise

| Autor: Alexander Stark

Die Bundesregierung hat am 27. und 28. April zum Petersberger Klimadialog geladen. Das Treffen, das in diesem Jahr per Video-Konferenz stattfand, soll auch zwischen den großen Gipfeln einen Austausch zu Klimaschutzfragen ermöglichen. Zuvor hatten mehr als 60 Unternehmen gemeinsam gefordert, Konjunktur- und Investitionsprogramme klimafreundlich auszurichten. Darunter auch Konzerne wie Thyssenkrupp, Bayer und Wacker Chemie.

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Mehr als 60 Unternehmen fordern zum Petersberger Klimadialog von der Politik einen Fahrplan zur Klimaneutralität.
Mehr als 60 Unternehmen fordern zum Petersberger Klimadialog von der Politik einen Fahrplan zur Klimaneutralität.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Berlin – Seit 2010 findet auf Initiative von Angela Merkel in jährlichem Turnus der Petersberger Klimadialog statt. Die 11. Auflage fand am 27. und 28. April per Videokonferenz statt. Ministerinnen und Minister aus etwa 30 Ländern haben auf Einladung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze darüber diskutiert, welche Maßnahmen zu einem nachhaltigen Weg aus der wirtschaftlichen Krise führen können. Diese Diskussion wurde durch zusätzlichen Austausch zwischen nicht-staatlichen Akteuren wie Unternehmen, Städten, NGOs und Thinktanks, sowie durch einen Austausch zwischen den Chefverhandlerinnen und Chefverhandler ergänzt.

Forderungen nach mehr Klimaschutz trotzt Corona-Krise kamen in diesem Jahr auch von unerwarteter Seite: Nach ersten Berichten des Handelsblatts hatten mehr als 60 Unternehmen gefordert, einen Fahrplan zur Klimaneutralität zu entwerfen. Schließlich stünde am Ende die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft auf dem Spiel. Die vielen Milliarden, die nun ausgegeben werden, um der Coronavirus-Pandemie zu begegnen, müssten dem Klima nützen. In dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, heißt es: „Die Coronakrise darf die Politik nicht dazu verleiten, im Klimaschutz nachzulassen. Wir appellieren an die Bundesregierung, wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Bewältigung der Corona- und der Klimakrise eng zu verzahnen“. Die Unternehmen kommen der Tageszeitung zufolge aus allen Bereichen der Wirtschaft. Es finden sich darunter Dax-Konzerne, aber auch Mittelständler.

Thyssenkrupp, Bayer, Covestro und Wacker Chemie gehören zu den Unterzeichnern des Schreibens. Auch die Allianz, die Automobilzulieferergruppe Dräxlmaier, Eon, Heidelberg Cement, Puma und die Telekom hätten sich dem Appell angeschlossen. „Es geht darum, unsere Wirtschaft mit Blick auf eine wirklich nachhaltige, klimaneutrale Zukunft krisenfester und wettbewerbsfähiger zu gestalten”, zitiert das Handelsblatt Covestro-Vorstandschef Markus Steilemann.

Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) schlägt ähnliche Töne an. Matthias Zelinger, Klima- und Energiepolitischer Sprecher des VDMA betonte in einer Pressemitteilung, dass auch in der Corona-Krise die Klimakrise aktuell bleibe, und es deshalb richtig sei, bei längerfristigen Konjunkturprogrammen beides zu beachten. Jedoch sei für die Zieldiskussion auf europäischer Ebene ein Prozess definiert, der nicht beliebig abgekürzt werden sollte. Dieser müsse zu einer gesamteuropäischen Entscheidung führen. Die Verbindung von wirtschaftlicher Wiederbelebung mit den Zielen des europäischen Green Deals sei unerlässlich, beides passe zusammen, so Zelinger. Dabei müssten Rahmenbedingungen gesetzt werden, die nicht kleinteilige bürokratische Umsetzung erfordern, sondern den Wandel marktwirtschaftlich und technologieneutral anreizen. Die Entlastung klimafreundlicher Energieträger müsse deshalb zusammen mit einer perspektivisch kalkulierbaren Treibhausgas-Bepreisung zum Kern dieser Bemühungen werden.

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