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Füllstandmessung Lotmesstechnik ersetzt manuelle Methoden zur Füllstandsmessung

| Redakteur: Sonja Beyer

Wie viel Schüttgut befindet sich noch im Silo? Muss bereits Nachschub bestellt werden? Antworten auf diese Fragen kann ein Lotmessgerät geben.

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Klettern überflüssig: Lotmesstechnik übernimmt die Füllstandsmessung im Silo. (Bild: UWT)
Klettern überflüssig: Lotmesstechnik übernimmt die Füllstandsmessung im Silo. (Bild: UWT)

Den Füllstand eines geschlossenen, nichttransparenten Behälters wie eines Silos zu ermitteln, ist schwierig, aber dennoch in vielen Branchen notwendig. Nur so kann rechtzeitig Nachschub bestellt werden, um einen Produktionsengpass zu vermeiden. Oft wird der Füllstand mit manuellen Methoden ermittelt, die jedoch zeitaufwändig und nicht sehr genau sind, z.B. durch Klopfen gegen die Silowand. Das resultierende Geräusch lässt für einen erfahrenen Anwender Rückschlüsse darauf zu, wie voll das Silo ist. Bei Behältern, deren Wände zumindest ein wenig transparent sind, lässt sich der Füllstand bei geeigneten Lichtverhältnissen von außen abschätzen. Oder aber man steigt mit einer Leiter auf das Silo und lässt ein Seil hinab, bis es auf dem eingelagerten Schüttgut auftrifft. Die eingeführte Seillänge gibt dann Auskunft über den Füllstand. Abgesehen vom notwendigen Zeitaufwand ist das regelmäßige Hantieren in luftiger Höhe – gewöhnlich sind solche Silos bis zu 30 Meter hoch – alles andere als ungefährlich. UWT hat deshalb ein weiteres Lotmessgerät, Nivobob 4000, entwickelt, eine automatisierte Lösung, die den Zeitaufwand senkt und die Präzision erhöht.

Und so funktioniert''s

Das Messgerät besteht im Wesentlichen aus einer elektromechanisch angetriebenen Spule, einem Seil (geeignet für trockenes Material) bzw. einem Band (für anhaftende Produkte) mit einem am Ende befestigten Fühlgewicht. Dieses wird in den Behälter abgelassen, bis es auf dem zu überwachenden Füllgut aufsitzt. Dabei ist die Seilspannung ein Indikator dafür, ob das Fühlgewicht noch frei in der Luft hängt oder bereits Kontakt mit dem eingefüllten Gut hat. Der Füllstand im Behälter lässt sich aus der abgespulten Seil- bzw. Bandlänge errechnen. Beim anschließenden Aufwickeln wird der Messwert verifiziert und gleichzeitig festgestellt, ob das Fühlgewicht wieder in seine Ausgangslage zurückgekehrt ist. Weder Staub im Silo noch die Leitfähigkeit des Schüttgutes beeinflussen während des Lotmessverfahrens die Ergebnisse, und auch wechselnde Schüttgutfeuchte und anhaftende Medien sind unproblematisch. Der Anwender kann die Messung vom Boden oder Büro aus starten und exakte Werte ablesen, die sich auf einen PC mit entsprechender Schnittstelle übertragen lassen.

Die Nivobob 4000-Geräte von UWT sind für Versorgungsspannungen von 230 V oder115 V AC sowie 24 V DC verfügbar und erfassen Messbereiche bis maximal 30 Meter. Dabei können sie alle Stoffe ab einer Dichte von 300 g/l messen. Ein optionaler Stachel am Fühlgewicht verhindert das Abrutschen oder Kippen des Gewichtes an steilen Schüttwinkeln, z.B. bei Pulver. Dank Atex- und FM-Zulassung ist auch ein Einsatz in Staub-Ex-Bereichen möglich.

An den Einsatzort angepasst

Auf dem Silodach können raue Umgebungsbedingungen auf das Messgerät einwirken: Regenwasser, Hitze durch Sonneneinstrahlung und Kälte im Winter. Um das Messgerät davor zu schützen, ist es in einem Aluminiumgehäuse der Schutzart IP66 untergebracht und besitzt zusätzlich eine Wetterschutzhaube. So sind z.B. Temperaturen von –40 bis +80 °C kein Problem. Eine strikte Trennung von Technik und Mechanik im Gerät verhindert, dass die Elektronik verschmutzt. Die Variante mit Messband für anhaftende Produkte enthält zudem eine automatische Bandreinigung, die dafür sorgt, dass keine Fremdkörper ins Gerät eindringen können.

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