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Sparkurs nach Fusion Linde will in Deutschland bis zu 850 Stellen streichen

| Autor / Redakteur: Alexander Stark / Wolfgang Ernhofer

Wie die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE am Donnerstag mitteilten, will Linde in Deutschland deutlich mehr Jobs abbauen als angekündigt. Zudem will der Konzern seine Zentrale in der Münchner Innenstadt noch in diesem Jahr schließen.

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Linde will nach der Fusion mit Praxair weitere 850 Stellen in Deutschland streichen.
Linde will nach der Fusion mit Praxair weitere 850 Stellen in Deutschland streichen.
(Bild: Linde)

München – Die Gewerkschaften fühlt sich in ihren Befürchtungen zur Fusion zwischen Linde und Praxair bestätigt: Wie jetzt bekannt wurde, plant das Unternehmen bis zu 850 Stellen in Deutschland zu streichen. Zuvor hatte bereits die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, dass der Konzern mit Belegschaftsvertretern über einen Stellenabbau bis Ende 2021 verhandelt.

Der Gasekonzern ist im vergangenen Jahr mit dem US-Unternehmen Praxair fusioniert und hatte noch zuvor 1000 Stellen abgebaut. Derzeit beschäftigt der Konzern hierzulande etwa 7000 Mitarbeiter. Der geplante Stellenabbau geht über bereits bekannte Streichungen hinaus und würde etwa jeden neunten Arbeitsplatz bei Linde in Deutschland betreffen. Zwischen Arbeitgebern und Belegschaftsvertretern seien Verhandlungen über Interessenausgleich und einen Sozialplan gelaufen, schreibt die FAZ.

Neben den geplanten Stellenkürzungen sollen zudem die 215 Mitarbeiter in der Linde-Zentrale in München nach Pullach verlegt werden. Die Schließung der Zentrale sei noch für Dezember 2019 geplant, teilte die IG Metall mit.

Der Bezirksleiter der Gewerkschaft in Bayern, Johann Horn, forderte das Unternehmen auf, vom zusätzlichen Stellenabbau Abstand zu nehmen. Linde brauche eine Kultur der Nachhaltigkeit und keinen weiteren Personalabbau: „Diese Fusion, die eigentlich eine Übernahme von Linde ist, ist nur für die Aktionäre eine Erfolgsgeschichte. Die Zeche dafür zahlen die Linde-Beschäftigten", kritisierte Horn. Die mit 1,1 Milliarden Dollar veranschlagten Synergieeffekte aus der Fusion würden – anders als angekündigt – durch massiven Personalabbau erreicht werden.

„Die De-facto-Übernahme von Linde durch Praxair bringt den deutschen Beschäftigten nichts als Stellenabbau, Gängelung und Einschränkungen bei der Mitbestimmung“, so Xaver Schmidt, der für die Gewerkschaft IG BCE im Linde-Aufsichtsrat sitzt. Unternehmenssprecher äußern sich bisher nicht zum geplanten Stellenabbau und dem Umzug der jetzigen Zentrale nach Pullach.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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