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Leitsysteme lösen speicherprogrammierbare Steuerungen ab

| Autor/ Redakteur: Matthias Stein /

Kleine, schnelle und preiswerte SPS-Automatisierungen bieten in der Regel nur reduzierte Engineering-Effizienz und besitzen oft keine komfortable Visualisierung. Prozessleitsysteme dagegen integrieren zahlreiche Komponenten wie etwa Steuerungen, Engineering-Werkzeuge, Mensch-Maschine-Schnittstellen und etliche periphere Geräte und Tools.

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Mit dem Controller AC 700F schließt ABB die Lücke zwischen SPS und Prozessleitsystem
Mit dem Controller AC 700F schließt ABB die Lücke zwischen SPS und Prozessleitsystem
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Segment zwischen SPS- und Leitsystemwelt, der so genannte Hybridmarkt, wird zurzeit von beiden Seiten angegangen: SPS-Hersteller versuchen ihre Komponenten mit leistungsstärkeren Funktionen aufzurüsten. Leitsysteme „specken ab“ und können für weniger komplexe Steuerungsaufgaben eingesetzt werden. Genau in diese Richtung zielt ABB mit der Einführung des Controllers AC 700F, der seit 2008 die Lücke zwischen einfachen speicherprogrammierbaren Steuerungen und komplexen Prozessleitsystemen geschlossen hat.

Für kleine Steuerungsaufgaben mit nur wenigen Signalen verwendete man in der Vergangenheit häufig „stand alone“-SPSen, da Leitsysteme aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kamen. In vielen Anlagen der Prozessindustrie wurden spezielle Aufgaben wie Kompressoren, Zentrifugen oder Dampferzeuger als SPS-basierte Package Units ausgeführt, was insgesamt zu einer Vielzahl unterschiedlicher Steuerungen führte.

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Betrieb mit verschiedenen SPS-Lösungen bedeutet Mehraufwand und Zusatzkosten

Für den Anwender wiederum verursacht der Einsatz verschiedener SPSen gravierende Nachteile: Unterschiedliche Tools bedeuten höhere Einarbeitungszeiten und Komplexität ohne echte Wertschöpfung. Speziell in der Wartungsphase können kleine Änderungen erheblichen Aufwand verursachen, da Quereinflüsse unterschiedlicher Steuerungen manuelle Nacharbeit erfordern. Die unterschiedliche Visualisierung und Bedienung sowie individuelle Alarmkonzepte der einzelnen Hersteller können im Extremfall sogar die Verfügbarkeit und Sicherheit der Anlage negativ beeinflussen. Oft sind zudem nur noch wenige Spezialisten verfügbar, die ältere SPSen warten können. Und müssen Ersatzteile für viele verschiedene Systeme und Produkte beschafft und gelagert werden, steigt der Mehraufwand zusätzlich. Insgesamt resultieren daraus höhere Kosten für die Instandhaltung und Wartung der Anlagen.

Die Prozessleittechnik hat ihren Schwerpunkt im Vergleich zur SPS eher in analogen, zeitunkritischen Regelkreisen und weniger bei schnellen Positionierungs- oder Schaltvorgängen. Das Bedienen und Beobachten des Prozesses findet in der Leitwarte statt. Die Anlagen laufen meistens kontinuierlich und haben oft sehr hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit. Daher müssen Änderungen in der Projektierung des Prozessleitsystems online erfolgen können; und eine Reparatur oder der Austausch von Komponenten muss im laufenden Anlagenbetrieb möglich sein. Die Applikationen sind häufig projektspezifisch auf den jeweiligen Prozess optimiert und erfordern funktionsreiche und effiziente Engineering-Tools mit weit reichenden Integrationsmöglichkeiten.

Getrieben durch technologische Entwicklungen in den letzten Jahren sind Hersteller von Automatisierungstechnik heute in der Lage, durch eine weitgehende Skalierbarkeit kompakte Prozessleittechnik als Alternative zur SPS anzubieten. Die Vorteile liegen auf der Hand: effizientes Engineering, einfache Bedienung und Wartung und erhöhte Produktivität durch intelligente Diagnose. ABB bietet genau für dieses Marktsegment den Controller AC 700F an, der in vollem Umfang in das Leitsystem Freelance integriert ist. Zwei Beispiele verdeutlichen die Leistungsfähigkeit einer solchen kompakten Lösung.

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