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Inline-Prozesskontrolle Lanxess nutzt Prozesskontrolle für Extrusion von Gummi-Mischungen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Der Geschäftsbereich Rhein Chemie Additives (ADD) des Kölner Spezialchemie-Konzerns Lanxess präsentiert auf der Kunststoffmesse K 2016 den Einsatz der Inline-Prozesskontrolle Rhenowave in der Praxis. Die Einführung in ein industrielles Umfeld wurde von ADD an zwei Lanxess-Standorten für die Bladder-Produktion bereits konzernintern erfolgreich umgesetzt. Zudem prüfen derzeit verschiedene Hersteller einen möglichen Einsatz von Rhenowave.

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ADD hat die Inline-Prozesskontrolle am brasilianischen Lanxess-Standort Porto Feliz für die Bladder-Produktion bereits eingesetzt.
ADD hat die Inline-Prozesskontrolle am brasilianischen Lanxess-Standort Porto Feliz für die Bladder-Produktion bereits eingesetzt.
(Bild: Lanxess)

Köln – Rhenowave wurde für Hersteller von Reifen, Profilen, technischen Gummiwaren sowie von Gummi-Mischungen entwickelt, damit sie u.a. die Dispersionsgüte ihrer Kautschukmischungen während der Extrusion zuverlässig überwachen können. „Mit Rhenowave ermöglichen wir Kautschukverarbeitern, ein ganz neues Qualitätsniveau im Extrusionsprozess zu erreichen“, sagt Philipp Junge, Leiter der Business Line Rubber Additives Business im Lanxess-Geschäftsbereich ADD. „Die Analytikdaten werden kontinuierlich inline, also während der Produktion, erfasst und liefern eine Qualitätsaussage für die gesamte Produktionsmenge, nicht nur für einige Teststücke“, erläutert Junge.

Die Inline-Prozesskontrolle wird am Kopf des vorhandenen Extruders installiert. Die Messung erfolgt volumetrisch, zerstörungsfrei und repräsentativ. Das gleicht Schwächen des herkömmlichen Testverfahrens aus, bei dem eine Probe entnommen und später im Labor analysiert wird. So wird eine Bewertung der Mischungsqualität in weniger als einer Sekunde nach Austritt der Mischung aus dem Extruder durchgeführt (Inline-Kontrolle). Bis zu 100 % der Mischung können so analysiert werden. Bereiche ungenügender Mischungsqualität können zeitnah und nicht erst im fertigen Produkt erkannt werden. Dies ermöglicht eventuell notwendige Korrekturen des Prozesses ohne größere Zeitverzögerung. „Das sichert eine hohe Qualität, minimiert Ausschussraten und senkt die Produktionskosten. Es ist unser Ziel, die herzustellenden Rhenowave-Apparaturen maßgeschneidert an Kundenwünsche anzupassen“, sagt Junge.

Gummimischung in einem Schritt compoundieren, extrudieren und analysieren

Noch einen Schritt weiter geht Lanxess bei der Kombination von Rhenowave, Rhenogran AP und einem Mischaggregat, womit integriertes kontinuierliches Mischen (iCOM) ermöglicht wird. Rhenogran AP enthält hierbei polymergebundene Kautschukchemikalien mit einem Marker, so dass die Dispersionsgüte sowohl von Füllstoffen als auch von Vernetzungschemikalien bestimmt werden kann. Diesen Prozess hat Lanxess bereits in seinen eigenen Anlagen zur Produktion von Bladder-Compounds im brasilianischen Porto Feliz und Little Rock (USA) erfolgreich installiert. Damit kann eine homogene Gummimischung aus verschiedenen Masterbatchen in nur einem Schritt compoundiert, extrudiert und analysiert werden. Diese Lösung ist z.B. von Vorteil, wenn an verschiedenen Standorten produziert werden soll, die Mischungsbestandteile jedoch von außerhalb angeliefert werden.

Die Vorteile der Technik liegen auf der Hand: Das Know-how der Rezeptur der Gummimischung kann an einem von der Produktion unabhängigen Ort verbleiben. Die lokalen Produzenten können qualitativ hochwertige Produkte dort herstellen, wo sie gebraucht werden.

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