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K 2016 - Leitmesse der Kunststoffbranche

Kunststoffindustrie auf der Suche nach neuen Wegen

| Autor: Dominik Stephan

Die Kunststoffbranche gibt sich vor der K 2016 vorsichtig optimistisch.
Die Kunststoffbranche gibt sich vor der K 2016 vorsichtig optimistisch. (Bild: jameschipper/Fotolia.com)

Zwischen Shalegas, Rohstoffunsicherheit und Industrie 4.0 will die Leitmesse der Kunststoffbranche wesentliche Impulse setzen – Alternative Rohstoffe, Energiepreise, Nachfrage-Fluktuation: Europas Kunststoffindustrie kommt nicht zur Ruhe. Zur Branchenmesse K 2016 gibt sich die Branche dennoch vorsichtig optimistisch – immerhin versprechen Industrie 4.0, Leichtbau und Kreislaufwirtschaft neue Perspektiven.

Von Leichtbaumaterialien über neue Werkstoffe bis zu revolutionären Kreislaufkonzepten – die Kunststoffindustrie ist auf der Suche nach neuen Wegen. Dabei werden alternative Rohstoffe genauso zu Hoffnungsträgern wie das Konzept der vernetzten Industrie. Immerhin 59 Millionen Tonnen Kunststoffe wurden in Europa 2014 produziert – eine Steigerung um fast 3,5 Prozent gegenüber 2012. Auch die Preise für Grundwerkstoffe wie Polyolefin ziehen langsam an, zumal 2015 mehrere große Produzenten kurzzeitig ausfielen. Allgemein scheint sich vorsichtiger Optimismus breit zu machen – von einem echten Aufschwung möchte jedoch noch niemand sprechen.

Die guten Zahlen wirken wie ein Licht am Ende des Tunnels für die gebeutelte Branche. Das ist auch bitter nötig, leiden die Polymerproduzenten doch immer noch unter den massiven Absatzeinbrüchen durch die Rezession 2008–2009 und die nachfolgende Krise der Eurozone. Jetzt sagen Marktforscher wie Applied Market Information ein Wachstum von einem Prozent pro Jahr bis zum Ende der Dekade voraus. Doch wie stabil ist dieser Trend angesichts der Umbruchsituation der weltweiten Petro- und Polymerchemie?

Engineering, Laserscanning, Industrie 4.0: Neue Wege in der Planung von Kunststoff–Anlagen

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27.09.16 - Heute werden in der Kunststoffherstellung und -verarbeitung selbst Investitionsentscheidungen im Milliarden-Umfang in immer kürzerer Zeit entschieden. Nur mit einer schnelleren und besseren Planung lässt sich diesen Herausforderungen begegnen. lesen

Immerhin drängen immer mehr neue Player auf den Markt: Die Mitte der 2000er angekündigten Megaplants in Asien und dem Nahen Osten gehen nach und nach on-stream, während billiges Shalegas für einen Boom der Downstream-Branche in den USA sorgt.

Trotzdem zeigen sich die europäischen Polymerproduzenten verhalten optimistisch. Mark Garrett, CEO von Borealis, spricht sogar von „historischen“ Margen in der integrierten Polyolefinindustrie. Eine solide Nachfrage und Lieferengpässe hätten den Rohstoff zum gefragten Gut werden lassen, erklärte der Manager. Ins gleiche Horn stoßen die Berichte mehrerer europäischer Branchenverbände, die ein deutliches Wachstum bei der kunststoffverarbeitenden Industrie verzeichnen. Selbst im schwächelnden Italien freut sich der Plastik-Maschinenherstellerverband Assocomaplast über einen „deutlichen Aufwärtstrend“.

Branche mit moderatem Wachstum

Auch in Deutschland konnte der Sektor nach dem Rekordjahr 2014 weiteres moderates Wachstum verzeichnen. Dennoch klagt Dirk Westerheide, Präsident des deutschen Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie GKV, über größere Lieferengpässe und die äußerst volatile Preisentwicklung bei den Rohstoffen, insbesondere bei Polyethylen und Polypropylen.

International eröffnet diese neue „Normalität“, geprägt durch Wirtschaftswachstum und Trends wie dem niedrigen Ölpreis, Schwankungen bei Angebot und Nachfrage sowie dem Schwächeln der asiatischen Währungen gegenüber dem US-Dollar, regionalen Wirtschaften neue Perspektiven. Insbesondere die südostasiatischen Nationen der Asean-Gruppe profitieren von diesen Bedingungen: Die Produktionsraten des Sektors sind in den letzten Jahren im Durchschnitt kontinuierlich gestiegen, insbesondere bei den Asean-6 Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam, auf die laut McKinsey mehr als 95 % des regionalen BIP entfällt. Kunststoff und Kunststoffprodukte gehören mit einem Exportumsatz von 39,3 Milliarden Dollar im Jahr regelmäßig zu den Top-Sektoren dieser Staaten.

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