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Schwer entflammbar sind auch die beiden PVC (Polyvinylchlorid) Varianten PVC-U und PVC-C. Beim weichmacherfreien PVC-U handelt es sich um einen universellen Werkstoff mit guter Wirtschaftlichkeit und einfacher thermo-mechanischer Bearbeitbarkeit. Durch Nachchlorierung von PVC entsteht PVC-C, das gegenüber PVC-U eine höhere Temperaturbeständigkeit sowie in einigen Fällen eine verbesserte chemische Beständigkeit aufweist.
Als letzter Werkstoff sei hier noch PVDF (Polyvinylidenfluorid) erwähnt, das zu den hochkristallinen thermoplastischen Hochleistungskunststoffen zählt und über eine hohe Steifigkeit auch im oberen Temperaturbereich verfügt. Der Werkstoff ist sehr widerstandsfähig gegenüber vielen organischen und anorganischen Medien. Weil PVDF ein Homopolymer ohne Zusatzstoffe wie beispielsweise Stabilisatoren und Farbstoffe ist, gilt es als physiologisch unbedenklich und lässt sich im Reinstmedienbereich verwenden. Neben der hohen mechanischen Festigkeit hat PVDF eine sehr gute chemische Widerstandsfähigkeit und ist im Vergleich zu anderen Fluorkunststoffen einfach und gut zu verarbeiten. Außerdem verfügt PVDF aufgrund seiner chemischen Struktur über eine gute Beständigkeit gegen UV- und Gammastrahlung und ist sehr alterungsbeständig.
Neue Rohrgeneration mit erhöhter Abriebfestigkeit
Die oben beschriebene große Werkstoffvielfalt ermöglicht es der Kunststoffrohrindustrie, für viele Anwendungsfälle die bestmögliche Problemlösung zu entwickeln. Ein Beispiel ist der Transport von feststoffhaltigen Medien, bei dem das zu transportierende Flüssig-/Feststoffgemisch aufgrund der hohen mechanischen Reibung die Innenflächen des Kunststoffrohres hoch belastet. Prinzipiell sind für solche Anwendungen sowohl PE 80 als auch PE 100 Rohre geeignet, denn sie verbinden gute mechanisch hydraulische Materialeigenschaften mit hoher Korrosions- und Inkrustationsbeständigkeit. Um diese guten Eigenschaften weiter zu verbessern und die wirtschaftliche Nutzungsdauer von Rohrleitungssystemen in diesen Anwendungsbereichen zu erhöhen, hat Simona eine neue Rohrgeneration entwickelt. Dafür werden im Coextrusionsverfahren in der Schmelze unterschiedliche PE-Materialien zusammengefügt.
Im vorliegenden Fall wird ein PE 100 Basisrohr mit einer Innenschicht eines höher molekularen PE-Werkstoffes kombiniert. Die coextrudierte, verschleißfeste Innenschicht ist in die genormte Rohrwandgeometrie integriert. Damit entsprechen die Rohre in ihrer Dimension den Anforderungen der DIN 8074 und können mit den bekannten und am Markt erhältlichen Formteilen verbunden und verarbeitet werden. Untersuchungen wie zum Beispiel Zeitstandinnendruckversuche haben laut Hersteller ergeben, dass die Anforderungen der DIN 8075 an die Festigkeitseigenschaften erfüllt werden. Für diese Materialkombination wird eine Standzeiterhöhung des Rohrleitungssystems in Abhängigkeit des Fördermediums von 30 bis 50 % erwartet.
Energie sparen mit Kunststoffrohrleitungen
Als besonders innovatives Projekt bezeichnet Georg Fischer Piping Systems einen umweltfreundlichen Algen-Bioreaktor auf Basis von Spezialrohren. Besonderheit ist ein lichtdurchlässiges Kunststoff-Rohrleitungssystem, bei dem es nach Herstellerangaben gelungen ist, die ideale Balance zwischen Lichtdurchlässigkeit und Langlebigkeit zu finden. Das System besteht aus einem Rohrleitungssystem aus transparentem PVC, das eine ausreichende Menge Licht in der richtigen Wellenlänge ins Rohrinnere gelangen lässt, um dort Mikroalgen wachsen zu lassen. Das Rohrleitungssystem wird so zum Bioreaktor für die Zucht von Algen, mit dem man Biomasse und Biokraftstoff gewinnt. Zudem binden die Organismen Kohlendioxid (CO2), das sie zum Wachstum benötigen. Führt man den Algen-Bioreaktoren CO2 zu, etwa aus einem Verbrennungskraftwerk, lässt sich somit der CO2-Ausstoss verringern.
* Kontakt Tube Messe Düsseldorf: Petra Hartmann-Bresgen; Tel. +49-211-4560-541
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