Kunststoffrohrleitungen richtig auswählen

Kunststoff-Adern für die Anlage

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Erwähnt sei an dieser Stelle auch PE-el (elektrisch leitfähiges Polyethylen), dass man häufig für den Transport von leicht brennbaren Medien wie zum Beispiel Treibstoffen oder zum Transport von Stäuben bei Temperaturen bis 60°C verwendet. Gegenüber dem Standard-PE ist bei PE-el eine verringerte Schlagzähigkeit und Zeitstandfestigkeit sowie eine geringfügig veränderte chemische Widerstandsfähigkeit zu beachten.

PP (Polypropylen) bietet eine hohe mechanische Festigkeit, gute chemische Widerstandsfähigkeit und physiologische Unbedenklichkeit. Weitere Eigenschaften sind eine hohe chemische Beständigkeit und gute Langzeiteigenschaften gegenüber vielen Medien selbst bei hohen Temperaturen. Dank der im Vergleich zu PE höheren Wärmebeständigkeit gilt PP als günstiger Standardwerkstoff für den Einsatz bei höheren Temperaturen. Deshalb verwendet man PP bevorzugt bei oberirdischen Rohrinstallationen.

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Bei PP unterscheidet man verschiedene Polymertypen. Während das Homopolymere PP-H ausschließlich aus Propylen-Molekülen besteht, sind bei den beiden Copolymeren PP-B (Polypropylen Blockcopolymerisat) und PP-R (Polypropylen Randomcopolymerisat) Ethylenmonomere eingebaut. Beide Arten sind hoch wärmestabilisiert und gut geeignet zum Herstellen von druckbeanspruchten Rohrleitungssystemen. Die Schlagzähigkeit nimmt mit steigender Temperatur zu und mit fallender Temperatur ab. PP-R weist nach Angaben von Frank im Vergleich zu PP-H eine bessere Schlagzähigkeit auf.

PP gilt als beständig gegenüber vielen Säuren und Laugen wie Alkalilaugen, Phosphorsäure oder Salzsäure. Gegenüber freiem Chlor und Ozon sowie Kohlenwasserstoffen - und damit auch gegen Benzin - ist PP dagegen nur bedingt beständig. Aufgrund seiner hohen Temperaturbeständigkeit betrachtet man PP bei Frank als ideal für den Einsatz in Beizanlagen, der chemischen Industrie oder bei hochaggressiven Abwässern. Zu beachten ist auch, dass die chemische Beständigkeit von der Betriebstemperatur, dem Betriebsdruck und eventuell von außen wirkenden Beanspruchungen abhängig ist.

Sicherheit durch schwerentflammbare Kunststoffe

Um statische Aufladungen abführen zu können, die beim Betrieb von thermoplastischen Rohrleitungssystemen in explosionsgeschützten Bereichen mit Flüssigkeiten oder Stäuben auftreten können, müssen die Werkstoffe elektrisch leitfähig sein. Die Zugabe von Leitruß verringert allerdings die Schlagzähigkeit und Zeitstandfestigkeit der elektrisch leitfähigen Werkstoffe PE-el und PPs-el, wohingegen die chemische Widerstandsfähigkeit weitgehend erhalten bleibt. Der schwerentflammbare Polypropylentyp PPs ist durch die Zugabe von Flammschutzmitteln in die Baustoffklasse B1 (gemäß DIN 4102 ) eingestuft und wird oft für Lüftungs- und Abgasleitungen in Gebäuden genutzt. PPs-el (schwer entflammbar, elektrisch leitfähig) vereint laut Frank die positiven Eigenschaften der schwer entflammbaren und elektrisch leitfähigen PP-Typen. Man verwendet den Werkstoff deshalb aus Sicherheitsgründen vor allem für den Transport von leicht entzündbaren Medien.

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