Maschinen- und Anlagenbau

Krise im Maschinen- und Anlagenbau wird länger dauern als erwartet

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5. Die Krise bietet finanzstarken Unternehmen zahlreiche Chancen

Für die befragten Manager sind die größten Chancen in der Krise das Durchsetzen von gravierenden Veränderungen, der Gewinn von Marktanteilen durch antizyklische Investitionen, das Ausscheiden von Wettbewerbern, die Senkung von Einkaufskosten sowie günstige M&A-Aktivitäten. Unternehmen mit hoher Finanzkraft und guter Bonität haben jetzt die einmalige Gelegenheit, ihre strategische Position durch Akquisitionen weiter auszubauen, da die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einer deutlichen Abwertung von Unternehmen geführt hat. In den Schwellenländern sind die Bewertungen um rund zwei Drittel gesunken und zahlreiche Player suchen derzeit aktiv nach Partnern aus westlichen Industrienationen. Aber auch in den etablierten Märkten gibt es mehr Möglichkeiten, günstig zu akquirieren. Unternehmen, die aufgrund von Finanzierungsproblemen zum Verkauf stehen, sind zum Teil für die Hälfte ihres normalen Werts zu erwerben. Wer jetzt in der Lage ist, in Zukäufe, aber auch in neue Produkte und Standorte zu investieren, hat erhebliche Wettbewerbsvorteile im nächsten Aufschwung.

6. Deutsche Unternehmen sind gut positioniert

Die meisten Unternehmen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind gut für die Krise gerüstet. Im Jahr 2008 verfügte beispielsweise die Mehrzahl der Unternehmen über eine Eigenkapitalausstattung von mehr als 30 Prozent und eine EBIT-Rendite von über fünf Prozent. Zudem konnten viele Unternehmen in den letzten Jahren ihre Flexibilität verbessern und eine führende Position im internationalen Wettbewerb erreichen. Bei einer schnellen und entschlossenen Reaktion auf die Krise haben daher viele deutsche Unternehmen die Chance, als Gewinner aus der Krise hervorzugehen. „Mithilfe einer gezielten Rezessionsagenda können rund 40 Prozent der Unternehmen durch ihre gute Eigenkapitalposition und ihre hohe Ertragskraft vor der Krise zu den Gewinnern zählen“, prognostiziert Experte Jäde. „Umgekehrt werden zirka 15 Prozent der Unternehmen aufgrund hoher Schulden und nicht gelöster Profitabilitätsprobleme ums Überleben kämpfen müssen.“

Restrukturierungsprogramme entlang einer Rezessionsagenda

Die Reaktion auf die Krise wird durch die Ausgangslage des jeweiligen Unternehmens bestimmt. Eine Rezessionsagenda sollte zu Beginn eine realistische und konservative Einschätzung von Ausmaß und Länge der Rezession in den Zielmärkten beinhalten. Hinzu kommt eine detaillierte Analyse von Kosten und Liquidität. Auf dieser Basis erfolgen Auswahl und Umsetzung geeigneter Restrukturierungshebel. Hierbei ergänzen sich kurzfristige Maßnahmen zur Kostensenkung sowie Liquiditätsverbesserung und nachhaltige Maßnahmen zur Reduzierung der Strukturkosten sowie Positionierung für neues Wachstum.

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