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2. Die Krise dauert länger als erwartet
Die aktuelle Rezession steht unter ähnlichen Vorzeichen wie die Krise im deutschen Maschinenbau zu Beginn der 90er-Jahre. Damals folgte auf Jahre kräftigen Wachstums abrupt ein starker Einbruch. Das Produktionsvolumen war zwei Jahre lang rückläufig. Erst nach fünf Jahren wurde das Niveau der Vorjahre wieder erreicht. Übertragen auf die aktuelle Krise bedeutet dies, dass die Märkte im Maschinen- und Anlagenbau bis 2010 rückläufig sein werden. Entsprechend erwarten fast 40 Prozent der von Oliver Wyman befragten Manager das Ende der Rezession erst für 2011 oder später.
3. Der Markt bleibt mittelfristig um 20 bis 30 Prozent kleiner als im Jahr 2008
Das Jahr 2008 war für viele Branchensegmente ein Rekordjahr mit starken Zuwächsen. So lag die Produktion im deutschen Maschinenbau im Durchschnitt rund 30 Prozent über dem langfristigen Trend. Fast alle Marktbeobachter rechnen nach dem starken Abschwung mit einer nur langsamen Erholung und Rückkehr zum historischen Trend. Das Marktvolumen wird in diesem Szenario mittelfristig etwa um 20 bis 30 Prozent kleiner sein als 2008. Demzufolge wird sich der in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnte Maschinen- und Anlagenbau auf eine länger Durststrecke einstellen müssen. „Auch nach 2012 ist das Erreichen des Niveaus von 2008 über mehrere Jahre hinweg unwahrscheinlich“, so Berater Jäde. „Unternehmen müssen sich auf ein nachhaltig reduziertes Marktvolumen einstellen und ihre Strukturen und Kapazitäten entsprechend anpassen.“
4. Radikale Strukturanpassungen sind jetzt notwendig
Vor diesem Hintergrund agieren die meisten Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus noch viel zu defensiv und mit oft zu kurzfristigen Maßnahmen wie Kurzarbeit und Auflösung von Leiharbeitsverträgen. Dies wird jedoch nicht ausreichen, um die noch lang anhaltenden Probleme zu meistern. Zusätzliche strukturelle Veränderungen wie eine Anpassung der Standortstruktur und die Reduktion der Fixkosten um 20 bis 30 Prozent sind notwendig, um bei geringeren Umsätzen weiterhin einen positiven Cashflow zu erwirtschaften. Als ihre wichtigste Herausforderung auf der Kostenseite bezeichnen die im Rahmen der Studie befragten Manager einen zu großen Overhead und Überkapazitäten. Insbesondere stark fremdfinanzierte Unternehmen sind ohne Strukturanpassungen kaum überlebensfähig.
Teil 3: Chancen nutzen, trotz Krise
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