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Achema-Trendbericht Prozessanalytik

Kosten- und Leistungsdruck fordern kreative Lösungen bei der Prozessanalytik

08.04.2009 | Redakteur: Marion Henig

Ein integrierter Ansatz aus Prozessanalytik und Prozesssteuerung bringt Vorteile für Produkte und Prozesse.
Ein integrierter Ansatz aus Prozessanalytik und Prozesssteuerung bringt Vorteile für Produkte und Prozesse.

Die Prozessanalytik wird seit Jahrzehnten als Werkzeugkasten zum Monitoring und zur Verbesserung von Entwicklungs- und Produktionsprozessen eingesetzt, denn durch eine intelligente Prozesssteuerung können kritischen Parameter innerhalb der gewünschten Grenzen gehalten werden.

Im fünftägigen internationalen Kongressprogramm zur Achema werden Trends rund um die Prozessanalytik und ihre industrielle Anwendung einen Schwerpunkt bilden. Denn mit Hilfe einer leistungsfähigen Prozessanalytik lassen sich Prozesse zur Herstellung eines gewünschten Produktes in der gewünschten Qualität so steuern, dass auch der Ressourceneinsatz minimiert wird.

Im Idealfall ergeben sich aus einem integrierten systematischen Ansatz aus Prozessanalytik und Prozesssteuerung wesentliche Vorteile für die wettbewerbsfähige Herstellung von kundennahen Produkten, beispielsweise in Batch-Prozessen. Folgende Ziele stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Erhöhung der Produktivität durch Maximierung des Materialflusses und der Ausbeute sowie Minimierung des Energie- und Ressourcenbedarfs
  • Minimierung von Sicherheitszuschlägen im Produktionsbetrieb
  • weniger Reklamationen, höhere operative Flexibilität
  • vorausschauende Wartung, integrierte Selbstdiagnose, zunehmende Fernkalibrierung und Steuerung im Rahmen der fortschreitenden Globalisierung
  • konstante und zertifizierte Qualität.
  • verbesserte Netzwerkfähigkeit (WLAN/Feldbus)

Alle diese Aspekte führen zu einer höheren Kundenzufriedenheit. Erreicht werden können diese Ziele aber nur, wenn auch die erforderlichen Werkzeuge vorhanden sind. Da es sich bei den Methoden und Geräten der Prozessanalytik jedoch nicht unbedingt um Standardgeräte handelt, ist derzeit jede Einführung einer Prozessanalytik in einem Produktionsprozess ein eigenes Projekt.

Für die Wettbewerbsfähigkeit ist es dringend erforderlich, die Prozessanalytik-Methoden und -Verfahren so weiter zu entwickeln, dass sie besonders auch von kleinen und mittelständischen Unternehmen genutzt werden können. In der Pharmaindustrie wird dies seit einigen Jahren sehr stark durch die PAT (”Process Analytical Technology”)-Initiative der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA vorangetrieben. Der PAT-Ansatz soll von der Entwicklung des Produktionsprozesses auf Basis eines umfassenden Prozessverständnisses über das Monitoring während des Prozesses bis hin zur Steuerung alle Optimierungspotenziale des Pharmaproduktionsprozesses erschließen helfen. Auch weitere Ansätze wie QbD (Quality by Design) oder PQLCI (Product Quality Life Cycle Implementation) zielen auf die Qualitätsverbesserung in der Pharmaindustrie, um unter optimierten Prozessbedingungen ein fehlerfreies Produkt bei möglichst kostengünstig herzustellen.

In vielen Fällen fehlt jedoch eine koordinierte Unterstützung zur Entwicklung prozessanalytischer Werkzeuge. Verschiedenen Interessengruppen von der Industrie über die Hochschulen bis zur Politik beginnen jedoch, gemeinsame Ansätze zur koordinierten Prozessoptimierung zu fördern und zu unterstützen.

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