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Arbeitssicherheit contra Corona Kommentar: „Risiko von Arbeitsunfällen wiegt schwerer als Corona-Problematik“

Redakteur: MA Alexander Stark

Im Zuge der Coronakrise haben Unternehmen intensiv in den Schutz ihrer Angestellten investiert. So wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, um die Verbreitung des Virus zu unterbinden. Der Anbieter von Arbeitssicherheitssystemen U-Tech hält dies für wichtig – gleichzeitig warnt das Unternehmen davor, den Schutz vor anderen Risiken am Arbeitsplatz zu vernachlässigen.

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Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im vergangenen Jahr um 20 % gestiegen.
Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im vergangenen Jahr um 20 % gestiegen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Vallendar – Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im vergangenen Jahr um 20 % gestiegen. Heike Munro, Mitglied der Geschäftsleitung der U-Tech Gesellschaft für Maschinensicherheit, kommentiert wie folgt: „Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt in kürzester Zeit grundlegend verändert. Es war notwendig, Arbeitnehmer bestmöglich vor einer möglichen Ansteckung mit dem Virus zu schützen.“

Auch weiterhin sollten nach den Worten von Munro sinnvolle Maßnahmen aufrechterhalten werden. Dazu würden Abstandsregeln, der Einbau von Trennvorrichtungen oder zeitversetzte Pausen gehören. Jedoch dürften Unternehmen gerade im Umfeld von Industrie und Recycling andere Risiken nicht aus den Augen verlieren. So würden sich gerade in produzierenden Unternehmen in Deutschland täglich eine hohe Zahl an Arbeitsunfällen ereignen – mit mitunter gravierenden Folgen. Neben den signifikant gestiegenen tödlichen Arbeitsunfällen weist Munro auch darauf hin, dass die Gesamtzahl der Unfälle in Deutschland mit rund 873.000 pro Jahr weiterhin auf einem erschreckend hohen Niveau liegt. Die Problematik wiege damit in den weitaus meisten Industrieunternehmen aus seiner Sicht derzeit deutlich schwerer als die Corona-Problematik.

Wenn Schutzkonzepte im Zuge der Coronakrise neu bewertet und überarbeitet werden, sollten Unternehmen nach Ansicht von Munro einen holistischen Ansatz verfolgen und eine Reduktion sämtlicher Risiken im Fokus haben. Im Hinblick auf Arbeitsunfälle spielen dabei insbesondere die folgenden Bereiche eine bedeutende Rolle:

  • Hinweise und Kommunikation: Um Risiken zu senken gilt es, intensiv zu kommunizieren und auf Gefahren aufmerksam zu machen – etwa mithilfe gut sichtbarer Hinweise, Plakate oder anderer Kommunikationsmittel. Dies passiert derzeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus überall. Mindestens ebenso wichtig wie der Schutz vor Viren ist jedoch der vor Unfällen.
  • Sicherheitseinrichtungen: Warn- und Sicherheitssysteme, die auf Risiken aufmerksam machen oder – noch besser – im Gefahrenfall zu einer automatischen Abschaltung von Maschinen führen, schützen effektiv vor Unfällen. Es ist zu überprüfen, in welchen Bereichen die Einführung solcher Systeme sinnvoll ist. Experten unterstützen bei der Frage, welche Lösung im Hinblick auf den jeweiligen Bedarf am besten geeignet ist.
  • Verkehrssicherheit: Mit dem Einsatz von Fahrzeugen in Hallen oder auf Höfen geht ein immenses Gefahrenpotenzial einher. Fahrer und Fußgänger sollten zu jeder Zeit, in der sie sich in einem potenziellen Risikobereich aufhalten, gewarnt werden, sofern ein Zusammenstoß droht. Noch besser ist eine automatische Reaktion des Fahrzeugs.
  • Maschinensicherheit:Technische Defekte können lebensgefährlich sein. Es gilt, sämtliche Geräte regelmäßig zu überprüfen und Probleme frühzeitig zu erkennen. Im Zweifelsfall genügt es nicht, nur die regelmäßigen Untersuchungsintervalle durch Prüforganisationen einzuhalten. Für die Gesundheit der Mitarbeiter ist ein Höchstmaß an Sicherheit erforderlich.

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