Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie Keine Entlassungen bei Wacker nach Einigung auf Sparprogramm

Von Wolfgang Ernhofer 6 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

08.05.2026

Chemnitz (dpa/sn) *15:24 Uhr – Gefährliche Chemikalien: Herkunft bleibt weiter ungeklärt

Nach dem Fund gefährlicher Chemikalien in einem Waldstück in Chemnitz ist die Herkunft der Stoffe noch unklar. Die Ermittlungen dauern an, aber derzeit gibt es keine Hinweise auf ein strafrechtliches Handeln, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage sagte.

Eine Spaziergängerin hatte mit ihrem Hund am Montag zahlreiche Ampullen sowie kleinere Gefäße entdeckt und die Einsatzkräfte alarmiert. Die Untersuchungen hatten ergeben, dass es sich zum Teil um explosive, giftige und krebserregende Stoffe handelte.

Experten des Landeskriminalamtes und der Feuerwehr sprengten die Chemikalien schließlich, weil diese nicht mehr transportfähig waren.

Anschließende Messungen hatten keine zusätzlichen Gefahrenquellen mehr angezeigt.

Mitarbeiter des Grünflächenamtes und des Umweltamtes der Stadt Chemnitz suchten den Ort am Freitag ab. Dabei seien keine weiteren Gefahrstoffe entdeckt worden, teilte die Stadt im Anschluss mit. Die Absperrungen sollten noch am selben Tag entfernt werden.

München (dpa) *13:12 Uhr – Keine Entlassungen bei Wacker nach Einigung auf Sparprogramm

Wacker Chemie hat sich mit der Arbeitnehmervertretung auf Details zu dem seit Herbst geplanten Stellenabbau geeinigt. Man habe sich auf einen sozialverträglichen Plan zum Wegfall von rund 1.600 Stellen in Deutschland verständigt, teilte der Chemiekonzern am Freitag mit.

Der Stellenabbau soll über ein Freiwilligenprogramm mit Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträgen realisiert werden. Zudem wurde für alle Mitarbeiter in Deutschland bis 2028 als «Solidarbeitrag» eine Verringerung von Arbeitszeit und Gehalt um vier Prozent vereinbart. Dadurch sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.

Geplant sei, am weltweit größten Wacker-Standort in Burghausen 1.300 Arbeitsplätze abzubauen, im sächsischen Nünchritz sind es 200 Stellen, am Unternehmenssitz in München 60 Stellen sowie an weiteren Standorten in Deutschland in Summe 50 Stellen. Ende März beschäftigte Wacker Chemie weltweit knapp 16.200 Menschen, rund 10.600 davon in Deutschland.

Der MDax-Konzern hatte das Sparprogramm wegen einer schon lange andauernden Branchenflaute angestrengt. Am Ende sollen die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro geringer sein.

07.05.2026

Chemnitz (dpa/sn) *22:45 Uhr – Chemikalien in Wald gefunden und gesprengt

In einem Waldstück in Chemnitz haben Unbekannte zahlreiche Ampullen und kleinere Gefäße mit Chemikalien ausgegraben. Die teils explosiven, giftigen und krebserregenden Stoffe seien am Abend kontrolliert gesprengt worden, teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit.

Eine Prüfung habe ergeben, dass sie nicht transportfähig seien.

Weitere Messungen hätten nach der Sprengung keine zusätzlichen Gefahrenquellen angezeigt, Sperrungen seien anschließend aufgehoben worden. Eine Evakuierung umliegender Wohngebiete sei nach Prüfung nicht notwendig gewesen. An dem Einsatz waren den Angaben zufolge knapp 90 Polizeikräfte beteiligt. Die Stoffe waren am Montag gefunden worden.

Brüssel (dpa) *12:10 Uhr – EU erlaubt Milliarden-Hilfe für Klimaschutz in Industrie

Deutschland darf seine Industrie beim Umstieg auf klimafreundlichere Produktionsweisen mit fünf Milliarden Euro unterstützen. Die Europäische Kommission hat für entsprechende Pläne der Bundesregierung grünes Licht gegeben, wie sie in Brüssel mitteilte.

Es geht um die sogenannten CO2-Differenzverträge. Dieses Programm zur Übernahme von Mehrkosten, die den Unternehmen durch die Umstellung entstehen, trage zur Verwirklichung der Energie- und Klimaziele sowie den Nachhaltigkeitszielen Deutschlands und der EU bei, teilte die Behörde mit.

Geförderte Projekte müssten ihre Emissionen demnach erheblich reduzieren: mindestens um 50 Prozent innerhalb von vier Jahren und um

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85 Prozent bis zum Ende der Vertragslaufzeit von 15 Jahren.

Mit den CO2-Differenzverträgen übernimmt der Staat übergangsweise die Extrakosten, die Unternehmen durch die Umstellung auf klimafreundliche Produktionsweisen entstehen. So sollen wirtschaftliche Risiken reduziert werden und Firmen Planungssicherheit bekommen.

Wie genau Unternehmen Treibhausgase einsparen, bleibt ihnen dabei überlassen. Das kann zum Beispiel durch die Nutzung von Strom statt Gas oder Kohle passieren, mit dem Einsatz von Wasserstoff, der Abscheidung und Speicherung von CO2, die Nutzung von Biomethan oder von Abwärme.

Die Förderung zielt besonders auf energiehungrige Branchen ab - wie die Papier-, Chemie-, Metall-, Glas- und Zementindustrie.

In der EU gelten strenge Regeln dafür, wenn ein Staat Unternehmen mit Geld oder auch etwa Steuervorteilen unterstützen will. Die EU-Kommission überwacht, ob diese Regeln eingehalten werden.

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