Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Kein Dioxin im Ruß: Umweltamt weiter vorsichtig

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Firmen zum Thema

19.07.2021

Düsseldorf (dpa) *17:12 – Flutkatastrophe trifft auch viele Unternehmen hart

Überflutete Firmengelände und stillstehende Maschinen: Die Flutkatastrophe hat auch viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hart getroffen. Ein verwüstetes Werk des Autozulieferers ZF im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler steht nach Unternehmensangaben seit dem Hochwasser ebenso still wie Produktionsanlagen des Kupfer-Recyclers Aurubis in Stolberg bei Aachen. RWE musste die Förderung im Braunkohletagebau Inden unterbrechen und die Produktion in seinem Kraftwerk Weisweiler reduzieren.

Ein Sprecher des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau NRW sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: «Es sind etliche Firmen von uns betroffen.» Firmennamen nannte er nicht. In dem durch Hochwasser verwüsteten ZF-Werk ist nach Unternehmensangaben vorerst keine Wiederaufnahme der Produktion in Sicht. Das Ausmaß der Schäden sei nicht abzusehen, sagte ein Sprecher des Konzerns mit Hauptsitz in Friedrichshafen auf Anfrage.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kupfer-Recycler Aurubis berichtet, dass er aufgrund von starken Unwetterauswirkungen die Produktion in Stolberg stoppen und das Werk evakuieren musste. Das Werk mit seinen rund 400 Beschäftigten könne deshalb seine Lieferverpflichtungen nicht mehr erfüllen. «Die Auswirkungen des Unwetters für unser Werk in Stolberg sind für uns alle schockierend», sagte Aurubis-Chef Roland Harings. Die Überflutung habe das gesamte Firmengelände betroffen. «Wir werden alles dafür tun, das Werk wiederaufzubauen und die Produktion so schnell wie möglich wieder anzufahren.»

Beim Stromversorger RWE waren der Braunkohletagebau Inden und das angeschlossene Kraftwerk Weisweiler stark betroffen. Das Kraftwerk lief auch am Montag mit reduzierter Leistung, wie ein Unternehmenssprecher berichtete. Am Donnerstag hatte der Fluss Inde einen Deich überspült und war in den Tagebau gelaufen. Die Kohleförderung musste eingestellt werden und durfte erst Ende der Woche wiederaufgenommen werden. Das Kraftwerk arbeitet seitdem mit verminderter Leistung. Auch zahlreiche Wasserkraftwerke von RWE in der Eifel, an der Mosel, Saar und Ruhr mussten den Betrieb zeitweise einstellen. Die Schäden könnten einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen, prognostizierte RWE.

Darmstadt (dpa) *14:49 Uhr – Merck investiert 270 Millionen in Forschungs- und Ausbildungszentrum

Der Darmstädter Merck-Konzern gibt 270 Millionen Euro aus für ein neues Pharma-Forschungszentrum sowie ein Aus- und Weiterbildungsgebäude. Die Baumaßnahmen am Hauptsitz seien Teil der schon bekannt gegebenen Investitionen von einer Milliarde Euro, die bis 2025 in den Standort fließen, teilte Merck am Montag mit. Das neue Forschungszentrum für den Unternehmensbereich Healthcare biete ab 2025 Platz für mehr als 500 Wissenschaftler, die dort in verschiedenen Bereichen forschen sollen. Mit der Investition in Höhe von 200 Millionen Euro entstehe ein integriertes und flexibel nutzbares Laborgebäude mit einer Fläche von 30 000 Quadratmetern.

In dem neuen Aus- und Weiterbildungszentrum vereine Merck zudem künftig alle Ausbildungseinheiten in einem großzügigen Gebäude auf sieben Etagen. Das Zentrum für 70 Millionen Euro, das 2024 bezogen werden soll, biete den 50 Beschäftigten des Ausbildungsbereichs genug Platz, um die 600 Auszubildenden des Dax-Konzerns auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Außerdem werde das Zentrum ein wichtiger Ort für die Weiterbildung bei Merck sein.

Singapur (dpa) *12:58 – Ab August wollen wichtige Ölförderländer wieder mehr Öl erzeugen

Die Ölpreise sind am Montag nach der Einigung wichtiger Ölförderländer auf eine Erhöhung ihrer Produktion erheblich weiter gefallen. Im Tief kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 71,45 US-Dollar, ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank bis auf 69,33 Dollar. Das waren jeweils über zwei Dollar weniger als am Freitag. Gegen Mittag fielen die Abschläge kaum moderater aus.

Das Ölkartell Opec und seine Partnerländer (Opec+) einigten sich angesichts der Erholung der Weltkonjunktur am Wochenende auf eine deutliche Erhöhung der Ölproduktion. Ab August werde die Öl-Allianz ihre Tagesproduktion bis auf weiteres um jeweils monatlich 400 000 Barrel steigern, teilte die Opec am Sonntag nach einem kurzfristig einberufenen Online-Ministertreffen mit. Sollten die Marktbedingungen es zulassen, werde die noch bestehende Produktionskürzung damit im September 2022 enden, hieß es.

Eine Erhöhung der Fördermenge belastet tendenziell die Preise. Die Reaktionen an den Märkten hielten sich jedoch in Grenzen. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisierte die Entscheidung und bezeichnete sie auf Twitter sarkastisch als «positive Nachrichten» mit Blick auf die jüngsten Extremwetterereignisse auf der Welt. «Wir haben es mit Ungewissheiten zu tun», sagte der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman mit Blick auf die Gefahr neuer Corona-Wellen. Er wies darauf hin, dass die Öl-Allianz an ihren monatlichen Treffen zur Einschätzung der Marktlage festhalten werde. Die nächste Beratung der Öl-Allianz ist für den 1. September geplant.

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