Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Kein Dioxin im Ruß: Umweltamt weiter vorsichtig

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Firmen zum Thema

28.07.2021

Leverkusen (dpa) 16:49 - Staatsanwaltschaft nimmt nach Chempark-Explosion Ermittlungen auf

Die Staatsanwaltschaft hat nach der Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Zudem werde wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Der Vorwurf richte sich gegen unbekannt. Ein Sprecher sagte, es gehe darum, zu prüfen, ob menschliches Fehlversagen zu der Detonation geführt haben könnte. Bei der Kölner Polizei wurde dafür auch eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Nach Angaben der Ermittler ist das Betreten des Areals «weiterhin nur stark eingeschränkt möglich». Um sich einen Überblick zu verschaffen, würden Drohnen eingesetzt. Mehrere Sachverständige unterstützten die Ermittlungen. «Der Einsatz von Feuerwehr und Polizei am Brandort wird aller Voraussicht nach noch mehrere Tage andauern», hieß es.

Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) teilte mit, man gehe «derzeit» davon aus, dass über die freigesetzte Rauchwolke «Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen» in die umliegende Wohngebiete getragen worden seien.

London (dpa) 14:53 - GlaxoSmithKline mit überraschend starkem Quartal

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat sich im zweiten Quartal überraschend gut geschlagen. Zuwächse im Geschäft mit Medikamenten etwa gegen Krebs, Atemwegs- und Immunkrankheiten und ein starkes Impfgeschäft bescherten den Briten ein Umsatzplus von 6 Prozent auf knapp 8,1 Milliarden Pfund (etwa 9,5 Mrd Euro). Der bereinigte operative Gewinn kletterte um fast ein Viertel auf rund 2,2 Milliarden Pfund, wie die Firma am Mittwoch in London mitteilte.

Unter dem Strich blieb mit knapp 1,4 Milliarden Pfund deutlich weniger hängen als vor einem Jahr. Damals hatte der Konzern aber von Verkäufen von Unternehmensteilen profitiert.

New York (dpa) 13:20 - Pfizer rechnet mit noch höherem Umsatz durch Corona-Impfstoff

Die gemeinsam mit der deutschen Biontech vermarktete Corona-Impfung lässt die Kassen bei Pfizer in diesem Jahr noch lauter klingeln als gedacht. Der US-Pharmakonzern hob am Mittwoch zur Vorlage der Quartalsbilanz seine Umsatzprognosen für die Impfung an und schraubte daher auch seine Jahresziele ein weiteres Mal höher. Wie Pfizer mitteilte, rechnet das Management nun mit Erlösen durch den Impfstoff von rund 33,5 Milliarden Dollar (28,4 Mrd Euro). Zuletzt war der Konzern von rund 26 Milliarden Dollar ausgegangen.

Für den Jahresumsatz sagt Pfizer einen Anstieg auf 78 Milliarden bis 80 Milliarden Dollar voraus, nachdem zuvor noch 70,5 Milliarden bis 72,5 Milliarden im Plan standen. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll sich in einer Bandbreite von 3,95 bis 4,05 Dollar bewegen. Die alte Prognose hatte auf 3,55 bis 3,65 Dollar gelautet.

Im zweiten Quartal trieben die Impfaktionen, in denen das Mittel Comirnaty des Duos Pfizer/Biontech eine wichtige Rolle spielt, das Wachstum der Amerikaner kräftig an: Die Erlöse wurden mit knapp 19 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahreswert nahezu verdoppelt. Unter dem Strich verdiente Pfizer knapp 5,6 Milliarden Dollar. Dies war ein Plus von rund 60 Prozent.

Seattle (dpa) 09:21 - Bayer verliert US-Verfahren um Chemikalie PCB

Bayer hat im US-Rechtsstreit über die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB eine Niederlage erlitten: Eine Geschworenen-Jury sprach in der Nacht zum Mittwoch in Seattle drei Lehrern Schadenersatz in Höhe von insgesamt 185 Millionen US-Dollar (157 Mio Euro) zu, die das Umweltgift für Hirnschädigungen verantwortlich machen. Wie bei anderen Rechtsfällen könnte der zuständige Richter die Summe noch senken.

Bayer will gegen die Entscheidung vorgehen. "Wir können das Urteil der Jury nicht nachvollziehen und werden bei Gericht entsprechende Anträge stellen beziehungsweise wenn nötig in Berufung gehen", erklärte das Unternehmen. "Die Beweislage in diesem Fall stützt in keiner Weise die Annahme, dass die Kläger einer gefährlichen Menge an PCB ausgesetzt waren und dies die Ursache ihrer behaupteten Gesundheitsschäden war." Es gehe in dem Fall um Gesundheitsschäden, die angeblich durch PCB an einer Schule verursacht sein sollen. Die Vorschaltgeräte für die fluoreszierenden Lampen, die PCB enthalten, seien in den 60er Jahren installiert worden.

Wie auch die milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat sind die PCB-Verfahren ein Erbe des US-Saatgutkonzerns Monsanto, den Bayer 2018 übernahm. Das Thema PCB ist eine weitere rechtliche Großbaustelle der Leverkusener. So arbeitet Bayer an einer Einigung mit Klägern vor dem Bundesbezirksgericht in Los Angeles. Hier hatte der Richter im Mai eine Einigung wegen angeblich PCB-verseuchter Gewässer erneut zurückgewiesen. Er monierte unter anderem die Frist für die Einreichung von Ansprüchen, sagte aber auch, dass man sich einer Lösung nähere.

Ludwigshafen (dpa/lrs) 09:08 -BASF bleibt zuversichtlich für 2021 - Gewinn in Milliardenhöhe

Die Geschäfte des weltgrößten Chemiekonzerns BASF laufen immer besser. Die dynamische Entwicklung der beiden Vorquartale setze sich dank höherer Preise und Mengen fort, sagte Konzernchef Martin Brudermüller bei Vorlage der endgültigen Zahlen für das zweite Quartal am Mittwoch. Für das Gesamtjahr 2021 bleibt er zuversichtlich und bestätigte die jüngst angehobenen Prognosen. Erste Eckdaten hatte der Konzern schon veröffentlicht.

Im zweiten Quartal stand unterm Strich ein Gewinn von 1,65 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen in Ludwigshafen mitteilte. Im Vorjahr hatte hier noch wegen Abschreibungen auf die Beteiligung Wintershall Dea infolge des Ölpreisrutsches ein Verlust von 878 Millionen Euro gestanden. Der Umsatz legte im Vergleich zum Corona-gebeutelten Vorjahreszeitraum um fast 60 Prozent auf 19,75 Milliarden Euro zu.

BASF kommt die Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise zugute, die die konjunktursensible Chemiebranche antreibt. Dabei lief es im Tagesgeschäft etwa mit Basischemikalien (Chemicals) und der Kunststoffindustrie (Materials) deutlich besser. Das Geschäft mit Saatgut und Unkrautvernichtern legte beim Umsatz ebenfalls zu, erzielte wegen der weiter negativen Währungseffekte insbesondere in Süd- und Nordamerika und hoher Transportkosten aber weniger Gewinn.

Für dieses Jahr erwartet BASF einen Umsatz von 74 bis 77 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen (Ebit) soll 7,0 bis 7,5 Milliarden Euro erreichen. Mit diesen Zielen peilt BASF eine deutliche Steigerung über das Vorkrisenniveau hinaus an und bestenfalls sogar den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte. Im Krisenjahr 2020 hatte BASF ein bereinigtes Ebit von knapp 3,6 Milliarden und Erlöse von rund 59 Milliarden erzielt.

Ludwigshafen (dpa/lrs) 03:31 -BASF legt Quartalszahlen vor

Der Chemiekonzern BASF legt am Mittwoch (7 Uhr) in Ludwigshafen seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2021 vor. Bei der Hauptversammlung des Konzerns im pfälzischen Ludwigshafen Ende April hatte Finanzchef Hans-Ulrich Engel angekündigt, das zweite Quartal dürfte deutlich besser ausfallen als im Vorjahr. BASF-Chef Martin Brudermüller wies auf der Hauptversammlung aber auch darauf hin, dass Risiken im laufenden Jahr bestehen bleiben. So sei etwa die Pandemie noch nicht vorbei und könne weiter Folgen für Autoindustrie und Chemieproduktion haben.

In der Corona-Pandemie war der Umsatz im Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Unter dem Strich stand damals wegen Abschreibungen auf die Beteiligung am Energiekonzern Wintershall Dea ein Verlust.

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