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Leckageüberwachung

Internet-basierte Datenübertragung zur Pipeline-Überwachung

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thilo Glas / Dr. Jörg Kempf

Sollen prozesstechnische Parameter in einer räumlich ausgedehnten Anlage überwacht werden, sind in der Regel weitläufige Kabelverbindungen notwendig. Wie das Anwendungsbeispiel einer Pipeline zeigt, lassen sich derartige Daten ebenfalls mit Standardkomponenten über das Internet sicher und schnell übertragen.

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Phoenix Contact und Krohne Messtechnik haben gemeinsam eine Lösung zur Pipeline-Überwachung entwickelt, mit der sich Daten mit Standardkomponenten sicher und schnell über das Internet übertragen lassen.
Phoenix Contact und Krohne Messtechnik haben gemeinsam eine Lösung zur Pipeline-Überwachung entwickelt, mit der sich Daten mit Standardkomponenten sicher und schnell über das Internet übertragen lassen.
(Bild: Phoenix Contact)

Zu den wichtigsten physikalischen Parametern bei der Überwachung einer Pipeline gehören der Druck, die Temperatur sowie der Durchfluss des durch die Rohrleitung transportierten Mediums. Diese Daten müssen permanent in Sensorstationen erfasst werden, die entlang der Pipeline installiert sind. Für ein Pilotprojekt in Taiwan haben Krohne Messtechnik und Phoenix Contact eine Lösung erarbeitet, damit sich der Vorgang effizienter gestaltet.

Die im Norden von Taiwan befindliche Pipeline befördert gebrauchsfertige Treibstoffe – wie Benzin und Diesel – zwischen zwei Tanklagern. Um in Zeiten des weltweit propagierten Umweltschutzes mögliche Leckagen schnell zu detektieren, hat sich der Anwender zur Errichtung einer Überwachungsanlage entschieden.

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Ein weiterer Grund liegt in der Unterbindung von unbefugten Zugriffen auf den über die Pipeline transportierten Treibstoff. Insbesondere bei einem so attraktiven Medium kommt es international häufig zu Diebstählen, die gut geplant sind und langfristig durchgeführt werden. Beispielsweise wird über ein nachträglich sowie illegal an der Pipeline angebrachtes Ventil dauerhaft Treibstoff abgezweigt, was sowohl den Pipeline-Betreiber als auch die Umwelt nachhaltig schädigt.

Besondere Berücksichtigung von transienten Zuständen

Für den geschilderten Anwendungsbereich haben die Öl und Gas-Experten von Krohne Messtechnik über viele Jahre eine zuverlässige Überwachungslösung entwickelt. Diese ist integraler Bestandteil der Software Pipe-Patrol, die auf einem Server in der Leitwarte des Anwenders läuft. Das Konzept berücksichtigt dabei die besonderen Verhältnisse bei der Weiterleitung von Treibstoffen, z.B. die Druckwellenausbreitung bei Schaltvorgängen an der Pipeline sowie das spezielle physikalische Verhalten der großen in ihr beförderten Mengen.

In solchen Anwendungsbereichen reicht ein Drucksensor mit fix definiertem Schaltpunkt nicht aus. Wegen der weiten räumlichen Ausdehnung einer Pipeline müssen transiente Zustände in die Überwachung einbezogen werden. Darunter fallen das Befüllen und Anfahren des Förderbetriebs, die ebenso zu kontrollieren sind wie das Entleeren und Anhalten. Hier nutzt Krohne Messtechnik das komplexe physikalische Real Time Transient Model (RTTM).

In früheren Projekten konnten die entlang der Pipeline verbauten Sensoren direkt an den Pipe-Patrol-Server angebunden werden. Im Fall des taiwanesischen Anwenders war eine leitungsbasierte Ankopplung jedoch nicht möglich, weshalb sich die Beteiligten für die Fernübertragung der Daten ausgesprochen haben. Aufgrund der langjährigen Partnerschaft hat sich der Duisburger Sensorspezialist daher an Phoenix Contact gewandt, um gemeinsam eine passende Kommunikationslösung für diese Applikation zu erarbeiten.

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