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GDCh-Statistik 2019 Immer weniger Studierende beginnen Chemie-Studiengang

| Redakteur: Katharina Juschkat

Zehn Prozent weniger Studierende als im Vorjahr begannen einen Chemie-Studiengang im Jahr 2019, berichtet die Gesellschaft Deutscher Chemiker. Von einem Rückwärtstrend will die GDCh aber nicht sprechen.

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Jedes Jahr erhebt die GDCh die Statistik der Chemiestudiengänge und analysiert unter anderem, wie viele Studienanfänger und Absolventen es gibt.
Jedes Jahr erhebt die GDCh die Statistik der Chemiestudiengänge und analysiert unter anderem, wie viele Studienanfänger und Absolventen es gibt.
(Bild: Gesellschaft Deutscher Chemiker)

Immer weniger Studienanfänger entscheiden sich für einen Chemie-Studiengang – im vergangenen Jahr begannen zehn Prozent weniger Studenten als im Vorjahr einen Studiengang der Chemie, dabei handelt es sich um den zweithöchsten prozentualen Rückgang seit 1994. Damit fiel die Zahl der Studienanfänger erstmals seit 2010 auf unter 10.000. Zu diesen Ergebnissen kam die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in ihrer jährlichen Auswertung für Chemie-Studiengänge.

Auch leicht rückläufig waren die Zahlen der Absolventen: Insgesamt 3.905 Studierende haben 2019 einen Chemie-Studiengang abgeschlossen – im Jahr 2018 waren es 4.065. Auch die Zahl der Promotionen ist mit 2.181 etwas zurückgegangen (2018: 2.240).

GDCh sieht keinen Rückwärtstrend

Die GDCh betont auf Nachfrage nach den Gründen des Rückgangs, dass man von einem sehr hohen Plateau komme und über Jahre hinweg eine hohe Nachfrage verzeichnen konnte. Die jetzt fallenden Zahlen könnten auf eine eventuelle Plateauwirkung zurückzuführen sein. Die aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2019 seien trotz des Rückgangs nach wie vor sehr positiv, so die GDCh. Ob sich aus dem Rückgang ein Trend entwickelt oder die Zahlen sich einpendeln, das müsse man nun beobachten – aktuell sehe man aber keinen Grund, von einem Rückwärtstrend zu sprechen.

Gleichzeitig verwies die GDCh auch auf einen kleinen flächendeckenden Rücklauf bei Erstsemestern: So verzeichnet das statistische Bundesamt für das Sommer- und Wintersemester 2019/2020 einen leichten Rückgang von 0,7 Prozent.

Im Detail: Die Statistik der GDCh

Untergliedert in die einzelnen Studiengänge Chemie/Wirtschaftschemie, Biochemie & Life Science, Lebensmittelchemie sowie dem Studium an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ehemals Fachhochschule) ergibt sich folgendes Bild (in Klammern die Zahlen aus dem Jahr 2018):

Chemie/Wirtschaftschemie:

  • Studienanfänger: 5.746 (6.433*)
  • Bachelorabschlüsse: 2.605 (2.501)
  • Masterabschlüsse: 2.348 (2.331)
  • Promotionen: 1.921 (1.925)

Biochemie & Life Science:

  • Studienanfänger: 1.702 (1.729)
  • Bachelorabschlüsse: 942 (981)
  • Masterabschlüsse: 834 (809)
  • Promotionen: 195 (229)

Lebensmittelchemie:

  • Studienanfänger: 5.746 (6.433)
  • Diplom/1. Staatsexamen: 164 (225)
  • 2. Staatsexamen: 165 (177)
  • Bachelorabschlüsse: 169 (120)
  • Masterabschlüsse: 115 (122)
  • Promotionen: 65 (86)

Hochschule für Angewandte Wissenschaften:

  • Studienanfänger: 1.569 (1.839)
  • Bachelorabschlüsse: 743 (888)
  • Masterabschlüsse: 421 (510)

*In Klammern stehen die Zahlen aus dem Jahr 2018

Der Weg nach dem Studium

Nach einem Bachelor-Abschluss schlossen nahezu alle Studierende ein Masterstudium an, wovon wiederum 88 Prozent eine Promotion anschlossen.

Bei knapp der Hälfte der promovierten Absolventen ist der Weg nach der Promotion bekannt. So traten etwa 36 Prozent eine Stelle in der chemischen und pharmazeutischen Industrie an, 18 Prozent nahmen eine befristete Stelle im Inland (inklusive Postdoc) an. 14 Prozent fingen in der übrigen Wirtschaft an und elf Prozent nahmen eine Stelle im Ausland an. Weitere elf Prozent waren zunächst stellensuchend.

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