Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie Heimische Tenside: Edgar Endlein wird für Beitrag zur Nachhaltigkeit ausgezeichnet

Redakteur: Alexander Stark

Edgar Endlein von Werner & Mertz in Mainz engagiert sich seit Jahren erfolgreich in der Überführung von Tensiden auf Basis regionaler europäischer Pflanzenöle in nachhaltige Produkte der Haushalt- und Körperpflege und deren Markteinführung. Für seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit wird er nun mit dem Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie ausgezeichnet.

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Dr. Edgar Endlein, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung, Werner & Mertz, erhält den Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie 2020.
Dr. Edgar Endlein, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung, Werner & Mertz, erhält den Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie 2020.
(Bild: P!ELmedia / Herbert Pie)

Frankfurt am Main – Dr. Edgar Endlein, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung, Werner & Mertz, erhält am 7. Juli 2021 den Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie 2020. Der Preis der gleichnamigen Stiftung, die bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) angesiedelt ist, ist mit 10 000 Euro dotiert. Verliehen wird er für die Markteinführung einer Innovation in der Chemie, die insbesondere unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit einen besonderen Wert für die Gesellschaft besitzt. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer virtuellen Feierstunde und wird von Prof. Dr. Peter R. Schreiner, Präsident der GDCh, vorgenommen.

Für einen nachhaltigen Umgang mit begrenzten Ressourcen müssen zunehmend erneuerbare Materialien und regenerative Energie verwendet werden. Auch Biodiversität muss respektiert und bewahrt werden, um sie für zukünftige Generationen zu erhalten. Waschaktive Substanzen, sogenannte Tenside, in Wasch-, Reinigungs- und reinigenden Körperpflegemitteln sollen vor diesem Hintergrund biologisch abbaubar sein, das bestmögliche (öko-)toxikologische Profil aufweisen, pflanzlich basiert sein und der landwirtschaftliche Anbau und die Logistik sollten eine möglichst geringe Umweltbelastung darstellen. Zunehmend werden daher erneuerbare Pflanzenöle für die Herstellung von Tensiden verwendet. Viele der verwendeten Pflanzenöle stammen aber nicht aus biodiversen Quellen, sondern basieren auf Palmkernöl oder auf Kokosöl.

Die Verwendung regionaler europäischer Pflanzenöle würde zu einer größeren Vielfalt führen. Allerdings sind solche Ölpflanzen anders zusammengesetzt als tropische: Die Kohlenstoffkette der Triglyceride europäischer Ölsaaten ist generell länger und abhängig von der Pflanzenart sind die enthaltenden Fettsäuren mehr oder weniger ungesättigt. Beides hat Einfluss auf die chemische Reaktivität und die anwendungstechnischen Eigenschaften. Aus diesem Grund ist zusätzlicher Forschungs- und Entwicklungsaufwand nötig, um solche Tenside auf Basis von Ölpflanzen der gemäßigten Klimazone in Rezepturen von Haushalts- und Körperpflegemitteln einzusetzen.

Dieser Herausforderung hat sich Dr. Edgar Endlein angenommen. Die verwendeten Zuckertenside beispielsweise auf Basis von Sonnenblumenöl sind fast vollständig aus erneuerbarem Kohlenstoff aufgebaut. Genau wie solche auf Basis von Rapsöl sind sie außerdem extrem mild und hautfreundlich, können stabile Schäume bilden und zeigen starke Emulgiereigenschaften. Dank seines innovativen und zukunftsgerichteten Denkens und Handelns konnte der Preisträger in den letzten Jahren erfolgreich die Tenside auf Basis regionaler europäischen Pflanzenöle in Wasch- und Reinigungsmitteln der Marke Frosch zur Anwendung führen. Seine Entwicklung und deren Markteinführung besitzen insbesondere unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit einen besonderen Wert für die Gesellschaft.

Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Online-Feierstunde am 7. Juli 2021 um 11 Uhr statt. GDCh-Präsident Prof. Dr. Peter R. Schreiner wird den Preis an Dr. Edgar Endlein überreichen, der das ausgezeichnete Projekt kurz vorstellen wird. Ursprünglich wird der Meyer-Galow-Preis immer Ende des Jahres vergeben. Da dies jedoch im Jahr 2020 nicht möglich war, wird die Preisverleihung nun nachgeholt.

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