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Leuchtturmprojekt zur Energiespeicherung Grünes Licht für Elektrolyseanlage in Mainz-Hechtsheim

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Die vier Partner Stadtwerke Mainz, Linde, Siemens und die Hochschule RheinMain haben gemeinsam ihr „Ja“ zum geplanten Energiepark Mainz gegeben. Die Bauphase kann damit im Frühjahr 2014 starten. Herz des Projektes ist eine speziell entwickelte Elektrolyseanlage.

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„Zusätzliche Speichermöglichkeiten sind unverzichtbar, um die Energiewende weiter voranzubringen“, betonen die beiden Vorstände der Stadtwerke Mainz unisono (links Dr. Werner Sticksel, Vorstandsvorsitzender und Technischer Vorstand; rechts Detlev Höhne, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Vorstand).
„Zusätzliche Speichermöglichkeiten sind unverzichtbar, um die Energiewende weiter voranzubringen“, betonen die beiden Vorstände der Stadtwerke Mainz unisono (links Dr. Werner Sticksel, Vorstandsvorsitzender und Technischer Vorstand; rechts Detlev Höhne, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Vorstand).
(Bild: Stadtwerke Mainz )

Mainz – Damit gibt es jetzt endgültig grünes Licht für das Forschungsvorhaben, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie finanziell gefördert wird. Der Energiepark Mainz soll nach seiner Inbetriebnahme 2015 einen wichtigen Beitrag für das Gelingen der Energiewende leisten: In dem Pilotprojekt wird eine speziell entwickelte Elektrolyseanlage künftig größere Mengen Wasserstoff u.a. mithilfe von umweltfreundlich erzeugtem Strom aus Windenergie herstellen. Dieser Wasserstoff kann gelagert, in Tankwagen gefüllt oder direkt ins Erdgasnetz eingespeist und zur Wärme- oder Stromerzeugung genutzt werden. Strom aus Erneuerbaren Energien kann auf diese Weise speicherbar gemacht werden.

Hintergrund des Mainzer Projekts ist die stetig steigende Nutzung regenerativer Stromerzeugung in Deutschland. Insbesondere Photovoltaik- und Windkraftanlagen liefern immer häufiger Strom zu Zeiten, in denen dieser nicht direkt verbraucht werden kann. „Zusätzliche Speichermöglichkeiten sind unverzichtbar, um die Energiewende weiter voranzubringen“, verdeutlichen die Stadtwerke-Vorstände Dr. Werner Sticksel und Detlev Höhne den Grund für das ehrgeizige Vorhaben. „Der Energiepark Mainz stellt eine innovative Lösung für diese zentrale Frage der deutschen Energiepolitik dar.“

Weltweit größte Elektrolyse in moderner PEM-Technologie

Kernstück der Forschungsanlage ist eine Elektrolysehalle mit einem von Siemens entwickelten Wasserstoff-Elektrolysesystem. Hier läuft die Zerlegung des Wassers in Wasserstoff und Sauerstoff ab. Das Prinzip der Elektrolyse ist seit Jahrzehnten bewährt und erprobt. Das besondere an der Mainzer Anlage: „Sie wird bis zu sechs Megawatt Strom aufnehmen können, und damit die weltweit größte Elektrolyse in moderner PEM-Technologie sein. Die Anlage in Mainz hat damit eine für Engpässe im Stromnetz relevante Leistungsklasse“, erläutert Gaëlle Hotellier, die das Geschäftssegment Hydrogen Solutions bei Siemens leitet. Anlagen dieser Größenordnung könnten künftig an vielen Windkraftstandorten sinnvoll eingesetzt werden.

Für den Energiepark Mainz soll bereits im kommenden Frühjahr der Spatenstich auf dem dafür vorgesehenen Gelände erfolgen. Die Realisierung des Energieparks umfasst Investitionen von etwa 17 Millionen Euro und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der „Förderinitiative Energiespeicher“ unterstützt. Der „Energiepark Mainz“ ist eines der deutschen „Leuchtturmprojekte“ zur Energiespeicherung auf Basis der Wasserstoff-Elektrolyse.

„Wasserstoff ist ein hoch interessanter Energieträger, denn er lässt sich sehr gut speichern und in vielfältiger Weise einsetzen“, erläutert Dr. Harald Ranke, bei Linde für den Bereich Clean Energy Technology verantwortlich. Das in Mainz hergestellte Gas kann unter anderem per Tankwagen zu Wasserstoff-Tankstellen geliefert und so als Kraftstoff für emissionsfreie Brennstoffzellenfahrzeuge verwendet werden. Der Wasserstoff aus Hechtsheim soll außerdem in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist werden, wo er für Gasheizungen oder moderne Gas- und Blockheizkraftwerke zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung zur Verfügung steht.

Vorfreude auf „spannendes Projekt“

Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt werden im Rahmen mindestens einer Doktorarbeit verwertet und bewertet. „Auf dieses spannende Projekt freue ich mich schon sehr“, erklärt Prof. Dr. Birgit Scheppat von der Hochschule RheinMain, „Dieses Projekt erlaubt es, die Umwandlung von Windenergie zu Wasserstoff in einem großtechnischen Maßstab zu erproben und zu testen, welche Betriebsführungskonzepte sinnvoll sind. Ziel ist eine ökonomisch und ökologisch optimale Nutzung von Energie aus volatilen Quellen.“

Im Internet gibt es weitere Informationen zum Energiepark Mainz.

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