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Fermentation

Global Bioenergies wandelt regenerative Rohstoffe in Aceton und Isopropanol um

| Redakteur: Tobias Hüser

Global Bioenergies hat die Skalierungsphase für einen Prozess zur Umwandlung regenerativer Rohstoffe in Aceton und Isopropanol eingeleitet. Er basiert auf der fermentativen Umsetzung der Rohstoffe durch Bakterienstämme. Die beiden Dreikohlenstoffverbindungen (C3) können auch weiter in Propylen umgewandelt werden. Ein erster Pilotversuch wurde bereits erfolgreich durchgeführt.

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Die beiden Dreikohlenstoffverbindungen (C3) Aceton und Isopropanol repräsentieren in etablierten Märkten Milliarden von Dollar.
Die beiden Dreikohlenstoffverbindungen (C3) Aceton und Isopropanol repräsentieren in etablierten Märkten Milliarden von Dollar.
(Bild: Global Bioenergies)

Evry/Frankreich – Der Prozess, der jetzt in die Skalierungsphase geht, betrifft die Produktion von Aceton und Isopropanol, zwei Verbindungen mit drei Kohlenstoffen (C3), die in vielen Branchen wie der Lösungsmittel- und Kosmetikindustrie vielfältig eingesetzt werden. Diese Komponenten können darüber hinaus in Propylen, ein zentrales Molekül der Kunststoffindustrie, umgewandelt werden. Dieses Verfahren basiert auf der fermentativen Umsetzung regenerativer Rohstoffe durch Bakterienstämme, deren Stoffwechsel gentechnisch verändert wurde. In der Natur produzieren einige Bakterien Aceton. Die Innovation von Global Bioenergies besteht darin, deren Metabolismus so zu verändern, dass eine extrem verbesserte Ausbeute erreicht werden kann.

Das „C3 Verfahren“ wurde dem Unternehmen ARD übertragen, mit Sitz am agro-industriellen Standort Pomacle-Bazancourt, der sich auf das Skalieren von Fermentationsprozessen spezialisiert hat. Ein erster Fermentationstest wurde bereits mit Erfolg durchgeführt. „Bei diesem ersten Versuch zur Skalierung des C3-Verfahrens gelang es, eine Mischung aus Aceton und Isopropanol im Kilogramm-Maßstab herzustellen. Ab 2018 werden wir auf Tonnen übergehen können“, erklärt Yvon le Hénaff, Vorstandsvorsitzender von ARD.Durch den Einsatz dieser Bakterien mit einem neu programmierten Kernstoffwechsel habe man die Fermentationsausbeute der natürlich vorkommenden Glykolysebakterien im Labor bereits übertroffen, erklärte Frédéric Pâques, Betriebsleiter bei Global Bioenergies. Die Bakterien könnten in Zukunft für die Produktion vieler Chemikalien verwendet werden.

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Seit 2008 entwickelt Global Bioenergies Verfahren zur Umwandlung regenerativer Rohstoffe in Treibstoffe und Materialien. Das Ziel das Unternehmens ist es, die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren und den CO2-Fußabdruck unserer Gesellschaften zu verbessern. Das am weitesten fortgeschrittene Verfahren im Portfolio konzentriert sich auf die Herstellung von Isobuten, einer C4-Verbindung, aus der Brennstoffe und Materialien gewonnen werden. Während das Verfahren im Labor weiter verbessert wird, werden im Rahmen eines Joint Ventures mit Cristal Union, dem viertgrößten Zuckerproduzenten Europas, Tests in einer industriellen Demonstrationsanlage durchgeführt sowie ein Großanlagenprojekt geplant.

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