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Ventil- und Armaturenneuheiten

Futter für Fluidexperten: Ventil- und Armaturen-Neuheiten 2019

| Redakteur: Dominik Stephan

Alles im Fluss: Was tut sich bei Armaturen, Stellantrieben & Co.? – Trotz sich eintrübender Wirtschaftslage konnten sich die Armaturen-Hersteller 2018 über deutliche Zuwächse freuen. Mit einem Plus von 7 % seien die Herstellerkapazitäten fast (zu 95 %) ausgelastet gewesen, berichtet der VDMA. Dabei blieb trotzdem Zeit für F&E-Aktivitäten: 2019 schickt die Branche eine ganze Reihe Neuentwicklungen ins Feld.

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(Bild: Reich-Kupplungen)

Was macht eigentlich die Armatur? Für Durchblick bei Absperrklappen oder Kugelhähnen sorgt der neue elektrische Stellungsrückmelder LSC des Ingelfinger Ventilspezialisten Gemü: Dieser kann bis zu vier vordefinierte Stellungen bzw. Positionen per Endlagenschalter oder 2- bzw. 3-Draht-Näherungsschalter erkennen und an die Anlagen­automatisierung zurückmelden. Für die Betriebsmannschaft ist zusätzlich eine 3D-Sichtanzeige, etwa als LED, erhältlich. Die Endschalterbox verfügt über die Schutzart IP67 und ist in explosionsgeschützten Bereichen nach Atex und IECEX einsetzbar und SIL-zertifiziert. Gemü liefert die LSC vormontiert oder als Nachrüstsatz für alle Armaturen mit VDI/VDE 3845-Schnittstelle. Zudem sind verschiedene Anschlüsse wie eine M20-Kabelverschraubung, ein M12-Stecker oder ein NPT-Gewindeanschluss verfügbar.

Auf einen Blick: Die Armaturenneuheiten der Diam 2019

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Ganz cool gibt sich das neue Tieftemperaturventil 3598 von Samson, welches für Anwendungen in der Kryotechnik bis -196 °C zum Einsatz kommen kann. Dabei sollen eine Tieftemperaturverlängerung und die Zirkulationssperre für eine optimale Temperaturverteilung und minimalen Energieverlust sorgen. Dank der Top-Entry- Bauweise kann das Ventil im eingebauten Zustand gewartet werden – ein Vorteil, dem bei isolierten oder eingehausten Armaturen besondere Bedeutung zukommt.

Eine standardmäßig installierte Kolben-Druckentlastung reduziert die erforderlichen Antriebskräfte und somit auch die Antriebsgröße. Die Ventile könnten etwa in Luftzerlegungsanlagen oder beim Transport von kryogenen Medien auf LNG-Tankern zum Einsatz kommen.

Event-Tipp der Redaktion

Das 17. Pumpen-Forum findet auch 2019 wieder im Rahmen der Förderprozessforen statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Unsere Bildergalerie zur letztjährigen Veranstaltung zeigt Impressionen der Förderprozessforen 2018.

Wenn Leistung gefragt ist: Armaturen und Ventile für höchste Ansprüche

Echte Schwerathleten für die Öl- und Gasindustrie gibt es bei AS-Schneider: Die Armaturenspezialisten haben mit den Double Block & Bleed Piping-Kugelhähnen der Taurus-Reihe mit doppelter Absperr- (Twin Ball Design) und Entspannungsfunktion eine hoch beständige Lösung für anspruchsvolle Aufgaben.

Die Armaturen sind in den Nennweiten von 1" bis 6" mit vollem Durchgang bzw. bis 8" mit reduziertem Durchgang erhältlich sowie mit Anti-Blowout- und Anti-Static-Design ausgestattet. Die komplette Baureihe ist Fire Safe- geprüft und zugelassen nach ISO 10497 und API 607.

Ventilspezialist Schroeder will mit dem neuen Intermediate Pressure Ventil (SIP) die Lücke zwischen Hochdruck und Standardventilen, etwa beim Einsatz in Kesselspeisewasserkreisläufen von Gas und Dampf-Kombikraftwerken, schließen. Das SIP ist speziell für den Einsatz zwischen 180 und 250 bar in Anlagen mit häufigem Betrieb im Mindestmengenbereich der Pumpe ausgelegt und fügt sich ein zwischen dem Schroeder-Ventil vom Typ SSV für Anwendungen <180 bar und dem hochdruckventil shp (>250 bar) ein.

Für Individualisten bietet der Armaturenhersteller Zwick Sonderlackierungen in allen RAL-Farben. Das Angebot gilt für Kleinteile, aber auch große Baugruppen und Elemente, wie die Shark-Absperrklappen des Herstellers.

Der Antrieb macht’s: Autarke Ventilsteurung in der Shalegas-Förderung

Nicht nur Armaturen sind in der Öl- und Gasförderung gefordert: Die weit verteilten Förderquellen stellen auch an die Antriebstechnik Anforderungen. So bei der Shalegas-Förderung in Haynesville, Texas. Um die Lebensdauer der Wells zu maximieren, verwendet der Betreiber zwei Drosselventile an jedem Bohrloch, um den Druck von 690 bar auf ca. 80 bar zu senken. Durch die entlegenen Standorte kommen dabei hydraulische oder pneumatische Stellantriebe nicht in Frage: Stattdessen soll eine Gleichspannungsversorgung der IQTF-Antriebe mittels einer Solaranlage und einem Batteriepaket die Betriebssicherheit garantieren und ganz nebenbei potenzielle Leckagen vermeiden, die bei hydraulischen Antrieben auftreten können.

Vom Magnetventil zur vernetzten Fluidik-Plattform: Bürkert lässt Ideen fließen

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Fündig wurde die Gasfirma bei Rotork: Die britischen Ventilspezialisten lieferten 60 elektrische Antriebe mit einer Regelgenauigkeit von 0,3 % und einer Auflösung von 0,1 %. Ein hochgenauer Positionssensor kann bis zu 22 Ausgangsumdrehungen unabhängig von der elektrischen Versorgung messen. Der kompakte Antrieb kann bis zu 1800 Anläufe pro Stunde ausführen. Dies ist eine wichtige Eigenschaft, da ein konstanter Durchfluss eingehalten werden muss, um Überdruck in der Hauptleitung zu vermeiden.

Köpfchen benötigt: Fluidik-technologie und Armaturen denken mit

Fluidtechnologie mit Köpfchen: Alfa Laval nutzt seine Expertise in Food- und Beverage-Prozessen, um eine neue Generation von Steuereinheiten für Hygieneventile vorzustellen. Die neuen Thinktop-Einheiten V50 und V70 sollen dank schneller und intuitiver Installation mit Auto-Set-Up, einer verbesserten 360°-LED-Statusanzeige sowie einer neu positionierten Gore-Belüftungsmembran eine kompakte und verbrauchsoptimierte Lösung für den Einsatz in Food- und Pharmaprozessen bieten, erklärt der Hersteller. Da sie sich auf alle Alfa Laval-Ventile aufsetzen lassen, sind sie auch zur Nachrüstung bestehender Anlagen geeignet. Der Verzicht auf Deckelschrauben sowie die kompakte, schlanke Bauform sorgen für eine Platzersparnis von 30 Prozent bei gleichbleibender Höhe gegenüber den Vorgängern.

Dichtungen sind auch eine Frage des richtigen Materials: Deshalb bringt C. Otto Gehrckens mit der Neuentwicklung P 300 einen NBR-Werkstoff, der über wichtige Zulassungen für den Einsatz in der Lebensmittel- und Getränkeherstellung, beispielsweise nach FDA 21 CFR 177.2600 sowie 3A-Sanitary-Standard, verfügt. Hergestellt ohne tierische Bestandteile erfüllt der Compound darüber hinaus die immer häufiger gestellte Forderung nach garantiert ADI-freien Werkstoffen.

Die robuste Neuentwicklung überzeugt vor allem in Anlagenteilen, die einer intensiven Materialbeanspruchung ausgesetzt sind, und eignet sich auch für dynamische Anwendungen. Zudem beweist P 300 im Kontakt mit Ölen und Fetten eine sehr gute Widerstandsfähigkeit und zeigt sich auch gegenüber verdünnten Säuren und Laugen beständig.

Ventil 4.0: So lernt die Armatur sprechen

Die dritte Dimension der Kommunikation: Die Stellantriebsexperten von Auma ergänzen ihre Antriebe nach Profinet und Modbus TCP/IP um eine Ethernet/IP-Schnittstelle. Damit sollen Anwender von der Konnektivität und Flexibilität bei der Netzwerkintegration des Standards profitieren: Die Antriebe unterstützen Datenübertragungsraten bis 100 Mbit/s und sorgen für einen zuverlässigen Austausch von Prozess- und Diagnosedaten, erklärt der Hersteller. Dieses Alleinstellungsmerkmal sicherte den Müllheimern den Auftrag, eine Erweiterung der Kläranlage Santan Vista in Phoenix, Arizona, mit 49 elektrischen Stellantrieben mit intelligenter Steuerung auszurüsten. So konnte durch den Ausbau die Kapazität der Kläranlage in der schnell wachsenden Metropolregion auf 180 000 Kubikmeter pro Tag verdoppelt werden – auch dank der modernen Fluidiklösungen.

Fachbuch „Technische Strömungslehre“

Das Standardwerk „Technische Strömungslehre“ dient dem Leser mit 46 durchgerechneten Beispielen, zahlreichen Tabellen, Diagrammen mit Stoffeigenschaften und empirischen Beiwerten als Nachschlagewerk für Lösungen von strömungstechnischen Aufgaben in der Praxis.

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