Synthesegasaufbereitung Forschungsprojekt will Strom und synthetische Kraftstoffe flexibel bereitstellen

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Am Institut für Energiesysteme und Energietechnik (EST) der TU Darmstadt wird an der flexiblen Bereitstellung von Strom und Kraftstoffen aus fossilen Brennstoffen geforscht. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Forschung ist die nun in Betrieb genommene Pilotanlage Fabiene, die im Rahmen der Cooretec Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wurde.

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Für die Versuchsanlage wurden 1,5 km Rohrleitungen verlegt und über 520 Instrumente, Ventile und Armaturen verbaut.
Für die Versuchsanlage wurden 1,5 km Rohrleitungen verlegt und über 520 Instrumente, Ventile und Armaturen verbaut.
(Bild: Caloric)

Graefelfing – Der Forschungsschwerpunkt des Projekts der TU Darmstadt ist die Entwicklung einer kombinierten Erzeugung von Strom und synthetisch hergestellten Kraftstoffen, um klassische Kraftwerkskonzepte zukunftsfähiger und effizienter zu gestalten. Für die synthetische Kraftstoffherstellung wurde eine mehrstufige Synthesegasaufbereitung von Caloric geliefert, die eine nachhaltige Vergasung von konventionellen und regenerativen Energieträgern ermöglicht. Die Prozesstechnologie für diese Anlage basiert auf den Vorgaben von Thyssen Krupp Industrial Solutions, die im Rahmen eines Pre-Engineering erarbeitet wurden. Ferner ist RWE als weiterer Partner mit vorrangigem Interesse an der Demonstration der stofflichen und energetischen Nutzung des Synthesegases beteiligt.

Über 20 Meter hoch auf 140 m²

Der Synthesegas-Reinigungsprozess mit einer Kapazität von ca. 200 Nm3/h Rohgas ist ein zusätzliches Modul an dem bereits bestehenden Hochtemperatur-Winklervergaser (HTW) mit einer thermischen Leistung von etwa 0,5 MWth. Die Synthesegas-Reinigung umfasst dabei im Wesentlichen eine Warmgasfiltration, eine mehrstufige Rohgaswäsche zur Entfernung unterschiedlicher Verunreinigungen wie z.B. Benzol, CO2 und H2S sowie die anschließende Synthesegasverdichtung auf ca. 40 bar. Der nachgeschaltete Reinigungsprozess, ebenso wie verschiedenste Katalysatoren, sollen hinsichtlich der Synthese unterschiedlicher chemischer Grundstoffe getestet und demonstriert werden, wie z. B. Fischer-Tropsch-Kraftstoffe, synthetisches Erdgas und Methanol.

Die Pilotanlage hat eine Grundfläche von ca. 140 m² und wurde aufgrund der örtlichen Gegebenheiten in mehreren Etagen installiert. Der höchste Punkt der Anlage liegt dabei über 20 m. Für diese großtechnische Versuchsanlage wurden 1,5 km Rohrleitungen verlegt und über 520 Instrumente, Ventile und Armaturen verbaut.

Caloric hat als Generalunternehmer nicht nur die reine Anlagentechnik schlüsselfertig geliefert, sondern auch die baulichen Maßnahmen zur Einbindung der Pilotanlage in die Gestaltung des Campus der TU Darmstadt umgesetzt.

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