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Korrosions-Schnelltest

Fehlstellen im Visier: Schnelle und preiswerte Prüfung von Edelstahl-Rohren

| Autor / Redakteur: Dr. Helga Leonhard, Dipl.-Ing. (FH) Jens Lehmann* / Dominik Stephan

Schnell, zerstörungsfrei und ohne Vorkenntnisse: Das Korropad hilft, Korrosionsgefahren an Edelstahlrohren und Behältern aufzuspüren.
Schnell, zerstörungsfrei und ohne Vorkenntnisse: Das Korropad hilft, Korrosionsgefahren an Edelstahlrohren und Behältern aufzuspüren. (Bild: TÜV Süd; GötzelHorn)

Sind Ihre Rohre noch ganz dicht? Ein neuer Schnelltest kommt Fehlstellen in der Passivschicht auf die Spur – Rohrsysteme und Behälter aus nichtrostendem Stahl sind mit einer Passivschicht vor Korrosion geschützt. Ist diese jedoch unvollständig ausgebildet oder beschädigt, geht der Schutz verloren. Das Korropad-Verfahren ist ein Schnelltest zur Überprüfung der Passivschicht. Im Vergleich mit bisher üblichen Bewertungsmethoden ist die Anwendung sehr einfach und nimmt nur 15 Minuten in Anspruch.

Beim Einsatz nichtrostender Stähle ist die Ausbildung einer Passivschicht Voraussetzung für die Funktionalität. Dabei bleibt die Frage, ob sich diese ausreichend ausgebildet hat. Bisher verwendete Prüfmethoden stellen eine erhebliche Hürde dar, da eine entsprechende Geräteausstattung und Spezialisten benötigt werden.

Zudem sind diese Prüfungen zerstörend und dauern mehrere Stunden bis Tage. Für viele Anwender sind diese Bedingungen unter praktischen Gesichtspunkten nicht realisierbar. Es fehlte ein einfacher, zerstörungsfreier Schnell­test zur Überprüfung der Passivschicht. Diese Lücke schließt das Korropad-Verfahren der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), geprüft durch die TÜV Süd Chemie Service.

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Unsichtbar für das bloße Auge

Sauber und blank sehen die Oberflächen nichtrostender Stähle aus. Mit bloßem Auge ist man nicht in der Lage, Fehlstellen zu erkennen. Im Betrieb ist aber der durch Passivierung erlangte Korrosionsschutz von grundlegender Bedeutung: Er sorgt für die notwendige Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Produktionsanlage.

Denn diese Oberflächen können Tag für Tag extremen Belastungen durch Säuren, korrosiven Gasen oder hochchloridhaltigen Medien ausgesetzt sein. Weist die Passivschicht Fehler auf, können Schäden bis zur Lochkorrosion die Folge sein.

Das Geheimnis nichtrostender Stähle

Der im Anlagenbau eingesetzte austenitische Chrom- Nickel-Molybdän-Stahl besteht zu etwa 70 % aus Eisen. Chrom ist das für die Korrosionsbeständigkeit wichtigste Element. Durch Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff bildet sich eine Chromoxidschicht, die als Passivschicht den Werkstoff vor Auflösung schützt.

Sie ist aber nur wenige Atomlagen dünn, nicht sichtbar und empfindlich. Bei Beschädigung kann sich die Passivschicht neu ausbilden, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Wichtige Einflussgrößen für die so genannte Repassivierung sind ausreichender Sauerstoff, Feuchtigkeit sowie saubere, metallisch blanke Oberflächen.

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